Über den Ursprung des Weihnachtsfestes - und über die

 

damit verbundene „Weihnachts-Frage“

Joachim Hübel

1. Die Weihnachts-Frage

Sollen Christen das Weihnachtsfest feiern? - Was für eine dumme Frage?!

Doch wer sich einmal näher mit der „Weihnachts-Frage“ befasst hat, der versteht, warum manche entschiedene Christen aus volkskirchlichen und freikirchlichen Gemeinden mit diesem „christlichen“ Fest ein Problem haben.

Tatsache ist, dass die Christen in den ersten Jahrhunderten kein Weihnachtsfest gefeiert haben. Warum? - Das Geburtsdatum Jesu Christi wird in der Bibel nirgends erwähnt. Der Hinweis der Evangelisten, dass sich die Hirten mit ihren Schafen zu dieser Zeit „auf dem Felde“ aufhielten (Lk 2,8), deutet wohl eher auf die Sommerzeit hin, da die Schafe die nasskalte Winterzeit meist in den Ställen verbrachten. Jesus Christus selbst hat seinen Jüngern zwar „Bundeszeichen“ gegeben – Taufe und Abendmahl (Mt 28,19; Apg 2,38.41; 8,12; Gal 3,27; Mt 26,26-28; Mk 14,22-24; 1.Kor 11,23-32) -, doch er hat sie mit keiner Silbe dazu aufgerufen, ihm zu Ehren eine Geburtstagsfeier auszurichten. Es sieht ganz so aus, als wollte der Herr unsere Aufmerksamkeit nicht auf ein spezielles Geburtsdatum lenken, sondern vielmehr auf die Tatsache, dass er - der eingeborene Sohn Gottes - aus dem Himmel herabkam und Mensch wurde (Joh 1,10. 14; 1.Joh 4,2; Phil 2,6-8). Das wirft die Frage auf: Kann der Herr segnen, was wir in seinem Namen veranstalten, ohne dass er uns dazu aufgefordert hat? (vgl. Lk 6,46)

Erst ab dem 2. Jh. wurde die Geburt Christi als „Epiphanias“ – als Fest der „Erscheinung des Herrn“ – gefeiert, und zwar am 6. Januar. Bei der „Konstantinischen Wende“ im 4. Jh. wurde das Weihnachtsfest auf den 25. Dezember verlegt. Die vorangehende Nacht wurde zu „Heiligabend“. - Wie kam es dazu? Dieser Frage wollen wir hier in dieser Erörterung nachgehen.

2. Alle Jahre wieder – der Weihnachts-Rummel

Heute ist Weihnachten das wohl bekannteste und beliebteste Fest des Jahres. Auch hierzulande zelebriert man/frau voller Begeisterung das „Weihnachts-Sakrament“ – mit den zugehörigen Elementen Oblatenlebkuchen und Glühwein. Auch Nicht-Christen können mitmachen – denn inzwischen besteht ja die Option: Christkind oder Weihnachtsmann.

Alle Jahre wieder werden sämtliche Register gezogen, um die rechte Weihnachtsstimmung heraufzubeschwören: Kerzenzauber, Adventskränze, Lichterketten, weihnachtliche Düfte, stimmungsvolle Klänge „O du fröhliche“, „Stille Nacht, heilige Nacht“, „White Christmas“, bunte Weihnachtsmärkte, Christstollen, Zimtsterne, Stechpalmen- und Mistelzweige, Tannenbäume, Christbaumkugeln, Sternenglanz, Rauschgoldengel, Krippen, Weihnachtskarten, Geschenke … Da werden alte Kinderträume wach. Und wenn es an Heiligabend auch noch schneit, dann ist die Weihnachtsmagie perfekt. Selbst hartgesottene Kirchenverweigerer besuchen an diesem Abend wiedermal den Familiengottesdienst, um mit feuchten Augen zu erleben, wie ihre Kleinen am Krippenspiel teilnehmen …

 

Trotz aller mühevoller Vorbereitung platzt in vielen Familien an Heiligabend trotzdem wieder die Bombe: übersteigerte Erwartungen bleiben unerfüllt – statt weihnachtlichem Hochgefühl stellen sich Frustration und Leere ein. Lautstark artikuliert man seine Enttäuschung und sein Zukurzkommen. Alte Geschichten werden ausgegraben … Von wegen Weihnachten, das Fest der Liebe und des Friedens. Wohl eher das Fest der unerfüllten Sehnsucht nach Liebe und Frieden – für viele auch das Fest der Einsamkeit. Dass an Weihnachten aber die Selbstmordrate anstiege, das ist ein Mythos, der nicht den Tatsachen entspricht. Die Statistik beweist genau das Gegenteil (siehe dazu Focus-online-Artikel und Gesundheit-News). Für manche besteht die Lösung des ganzen Dilemmas in einem rigorosen Weihnachts-Boykott: Flug-Ticket lösen und ab in die Karibik. - „Kommt mir bloß nicht mit Weihnachten!“ - Andere ertränken ihren Frust im Weihnachtspunsch. - Währenddessen sitzen einige entschiedene Christen heimlich bei einer einsamen Kerze am Küchentisch und trauern um ihr „lost Christmas“ …

Und doch gibt es Familien, denen es gelingt „das Herz von Weihnachten“ zu finden. Woran liegt das? Das Rezept lautet: Weniger ist mehr! - Weniger Weihnachtsdeko, weniger Vorbereitungshektik, weniger Erwartungsdruck und weniger Geschenke – dafür umso mehr Zeit für das Wesentliche, für Stille und Besinnung, für einander und für den, der an Weihnachten eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte: Jesus Christus. Er lässt mit sich reden – das nennt man „beten“. - Ein weiterer Schlüssel für ein wirklich „frohes“ und gelungenes Weihnachtsfest besteht in einer gezielten Desillusionierung und Entmystifizierung, indem man diesem Fest den Status der Hochheiligkeit nimmt und sich anhand solider Information bewusst macht, was der wahre Ursprung des Weihnachtsfestes ist.

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Inhaltsverzeichnis: Seiten

1. Die Weihnachts-Frage  2

2. Alle Jahre wieder – der Weihnachts-Rummel 2

3. Die Pflicht des geistlichen Prüfens 4

4. Der historische Ursprung des Weihnachtsfestes 4

4.1 Der „Sol Invictus“-Sonnen-Kult im Römischen Reich 5

4.2 Die Konstantinische Wende 8

4.3 Die Folgen der Konstantinischen Wende 15

5. Die Einführung des Geburtstags Jesu Christi (Weihnacht) 19

6. Weihnachten feiern oder nicht feiern? 21

 

Weihnachts-Meditation: „Das Wort wurde Fleisch“ 24