Neue geistliche Impulse

23.10.2019   -   Thema: Die Zeichen der Zeit deuten – Joachim Hübel

Jesus Christus rügte seine Zeitgenossen: „Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu beurteilen. Wie aber kommt es, dass ihr diese Zeit nicht zu beurteilen wisst?!“ (Lk 12,56)

Durch die von Jesus Christus und seinen Aposteln beschriebenen „Zeichen der Zeit“ (Mt 16,3) wissen wir, dass wir in den „letzten Tagen“ leben (2.Tim 3,1). Doch wir lassen uns von diesen Signalen nicht beirren, hypnotisieren und ängstigen. Denn „der, welcher in uns ist, ist größer als der, welcher in der Welt ist“ (1.Joh 4,4).


Wir nehmen die biblischen Zeichen ernst, aber das Thema „Endzeit“ ist nicht unser Lieblingsthema. Denn die Zeichen sind uns nicht gegeben zur Panikmache, sondern als „Achtungs-Schilder“.


Wir wissen, dass der „Widersacher“ dabei ist den Aufstieg des vorausgesagten „Antichristen“ und dessen Propheten vorzubereiten (1.Joh 2,18;  2.Thess 2,1-12;  Offb 13,1-18). Doch wir warten nicht auf den Antichristen, sondern wir blicken empor zu den Wolken des Himmels, von wo wir unseren Herrn erwarten zur „Entrückung“ der Gläubigen (1.Thess 4,15-18;  Joh 14,3;  Apg 1,11). Alle die Jesus Christus von Herzen nachfolgen und daher „der Heiligung nachjagen“ (Hebr 12,14) und danach trachten, in der Kraft des Heiligen Geistes „zu überwinden“ (Gal 5,15-21;  Röm 8,12.13), dürfen Unverzagt und mit Freude Seiner Ankunft entgegensehen. Denn dann wird er mit ihnen die himmlische Hochzeit feiern (Mt 25,10;  Offb 19,7-9).

[Insofern sind wir keine Verschwörungs-Theoretiker, sondern Glaubens- und Heiligungs-Praktiker, die sich auf ein großes himmlisches Fest vorbereiten!]

„Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist. (Offb 2,7)

„Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ (Offb 3,5)


„Weil
[o. Wenn] du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen. Ich komme bald [o. schnell]. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!“ (Offb 3,10.11)


„Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!“
(Lk 21,36)

„Glückselig, die ihre Kleider waschen, damit sie ein Anrecht am Baum des Lebens haben und durch die Tore in die Stadt [des himmlischen Jerusalems] hineingehen!“ (Offb 22,14)

„Und der Geist und die Braut sagen: Komm! - Und wer es hört, spreche: Komm! … Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. - Amen; komm, Herr Jesus! (Offb 22,17.20) 

Maranatha! Unser Herr kommt! (1.Kor 16,22)


12.10.2019   -   Thema: Hütet euch! – Joachim Hübel

Als ich heute beim Essen einen Bissen kaute, hatte ich mit einem mal einen seltsamen Geschmack im Mund. Das machte mich stutzig. Doch dann überging ich dieses warnende Signal und schluckte den Bissen einfach runter. Später stellte sich dann in meinem Bauch ein dauerhafter, ziehender Schmerz ein. Irgendetwas arbeitete da in meinem „Gedärm“. Für die Zubereitung der Speise hatte ich diverse Zutaten verwendete: gekochten Vollreis, Sojajoghurt, Pinien- und Kürbiskerne, getrocknete Blaubeeren und noch ein paar weitere Ingredienzien. (Du hast richtig vermutet, lieber Leser, ich ernähre mich überwiegend vegan.) Irgendwelche dieser Zutaten müssen wohl verdorben gewesen sein – vielleicht eine ranzige, schimmelige Nuss? – weiß man’s?! - Jedenfalls war mir dieses Erlebnis erneut eine eindringliche Warnung: Wenn du wieder mal bei einem Bissen oder einem Löffel mit Speise einen seltsamen, undefinierbaren Geschmack im Mund hast, dann scheue dich nicht, diesen Bissen in den Abfall zu spucken. Dadurch ersparst du dir möglicherweise unnötige Schmerzen und Beschwerden. Du musst dir das nicht antun! Du musst Verdorbenes nicht schlucken und verdauen – und dann leiden!

Auch Jesus warnte vor Speisen, die erhebliche Beschwerden verursachen können. Nicht vor natürlichen Nahrungsmitteln für den Leib, sondern vor unreinen geistlichen Speisen: „Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! … Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sich zu hüten vor dem Sauerteig der Brote, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.“ (Mt 16,6.12)

Sauerteig ist an und für sich ein gutes Backferment, um den Brotteig „aufgehen“ zu lassen und die Inhaltsstoffe aufzuschließen. Beim Backen werden die Hefe- und Milchsäurebakterien dann abgetötet, so dass sie keine Verdauungsbeschwerden hervorrufen. In rohem Zustand genossen, bläht Sauerteig auf und bereitet „Bauchgrimmen“ und Durchfall.

„Unausgegorene“ theologische Lehren, die nicht die richtigen biblischen Zutaten aufweisen, sondern mit fremden Zusatzstoffen oder Bakterien verunreinigt sind - und die auch nicht im Feuer des Heiligen Geistes „gekocht“ und „gebacken“ wurden -, beeinträchtigen unsere geistliche Verdauung und Gesundheit. Sie bescheren uns nicht geistliche Belebung, sondern Belastung – und manchmal ist dann sogar „der (geistliche) Tod im Topf“ (vgl. 2.Kö 4,40). Da sollten wir, sobald wir „einen schlechten Geschmack“ verspüren, uns nicht scheuen, das Ganze auszuspucken. Wir müssen nicht alles schlucken und verdauen! – und dann schmerzhafte Folgeschäden erdulden. Gott gibt die Anweisung: „Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.“ (Spr 4,23) An anderer Stelle fordert uns Gott in seinem Wort auf: „Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab!, spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen. und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.“ (2.Kor 6,17.18;  7,1) Das betrifft einerseits den Sauerteig gravierender Sünde (1.Kor 5,6-13;  Mt 18,15-18) und andererseits den der verkehrten Lehre (2.Tim 2,17.18;  1.Tim 6,3-5;  Tit 1,9;  2.Joh 8-11).

Der „Sauerteig der Pharisäer“: Das Problem der Pharisäer und Schriftgelehrten bestand nicht - wie manche meinen - in der „Gesetzlichkeit“, dass sie die Gebote des Gesetzes Moses gelehrt hätten. Es bestand vielmehr darin, dass sie einerseits die weniger wichtigen Gebote des Gesetzes hervorhoben, während sie die wichtigeren Gebote außen vor ließen: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr verzehntet die Minze und den Dill und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Recht (o. Gericht) und die Barmherzigkeit und den Glauben; diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen.“ (Mt 23,23). Andererseits bestand das Problem der Pharisäer und Schriftgelehrten darin, dass sie „die Schrift auflösten“, indem sie die biblischen Gebote Gottes durch Menschengebote und Überlieferungen ersetzten: „Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? … und ihr habt so das Wort Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen. Heuchler! Treffend hat Jesaja über euch geweissagt, indem er spricht: »Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren (Mt 15,3-9;  Jes 29,13) Heute finden wir diese Haltung bei den Vertretern einer Populär-Theologie, die die konkreten Gebote und Ansprüche Gottes im Namen der Gnade, der Liebe und der Toleranz auflöst. Leider ist dieser Sauerteig auch in die evangelikalen Kreise eingedrungen. Nebenbei bemerkt: Jesus hat in seiner Verkündigung (z.B. in der Bergpredigt/Feldrede) keineswegs die ethischen Gebote des Mosaischen Gesetzte aufgehoben, sondern radikal verschärft (Mt 5,17-20). Und er war sogar der Ansicht, dass man/frau in der Lage ist, diese radikalisierten Gebote auch zu erfüllen! – siehe Mt 7,24.25. Denn die wahre agape-Liebe Gottes besteht nicht in der Auflösung seiner Gebote (des „Gesetzes“), sondern in deren Erfüllung (Röm 13,8-10;  Mt 22,36-40). „Denn dies ist die Liebe Gottes: dass wir seine Gebote halten“ (1.Joh 5,3) – Jesus erklärte: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich [wirklich] liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden … Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten … Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.“ (Joh 14,21.23.24) Jeder, der aus Gnade durch Glauben (also ohne Werke) gerechtfertigt und errettet wird (Eph 2,8.9;  Röm 3,22-27), der wird geistlich „wiedergeboren“ (Tit 3,4-7). Nach seiner Bekehrung und „Erweckung“ (Eph 2,4-6) soll er beginnen, in der Kraft des Heiligen Geistes ein erlöstes Leben zu führen, indem er die Sünde überwindet und die Gebote Gottes erfüllt - statt sie aufzulösen (Röm 8,12.13;  6,1-13;  Gal 5,16-21;  1.Kor 6,9-11;  Kol 3,5-10;  Hebr 12,14).

Der „Sauerteig der Sadduzäer“: Die Sadduzäer waren die „Vernünftigen“ und Intellektuellen ihrer Zeit, die nicht auf die inspirierte, biblische Offenbarung setzten, sondern auf den reinen Verstand und auf Vernunftschlüsse (vgl. Spr 3,5-7;  2.Kor 10,3-5;  Mk 12,18ff). In ihrer Theologie leugneten sie kategorisch alles Übernatürliche – die Existenz des Heiligen Geistes, der Engeln und der Auferstehung (Mt 22,23;  Apg 23,8). Eine ähnliche Haltung finden wir heute vor allem in der bibelkritischen akademischen Theologie der Volkskirchen.

Aber auch vor anderem „Sauerteig der Lehre“ müssen wir uns hüten. Wenn zentrale, heilsentscheidende Positionen der Bibel angetastet werden, müssen wir klare Stellung dagegen beziehen und diese verdorbene Speise in hohem Bogen „ausspucken“. Wenn aber eine Gemeinde-Versammlung und ihre Leiter nicht korrekturfähig sind und in zentralen Dingen an verkehrten Positionen festhalten, dann müssen wir „aus ihrer Mitte hinausgehen“ – zu unserem eigenen Schutz – und zum mahnenden Zeugnis für die Gemeinde und ihre Angehörigen. Andernfalls werden wir mitschuldig (2.Joh 8-11;  Eph 5,11;  Offb 18,4). Wer da den Hintern nicht hoch und den Gang nicht rein kriegt, der muss die Folgen tragen. Denn Jesus warnte nicht umsonst: Hütet euch!

 

Es ist kein Ausdruck wahrer Liebe, wenn Eltern ihren Kindern „alles ersparen“ und alles Unangenehme von ihnen fern halten. Dadurch werden sie nicht lebenstauglich. Ebenso wenig ist es ein Ausdruck wahrer Lieben, wenn man den Glaubensgenossen „alles erspart“. Dadurch werden sie nicht „entrückungstauglich“.