Norbert Homuth ist tot

Ein kritischer Nachruf auf den Straßenprediger und

Herausgeber der Glaubens-Nachrichten Norbert Homuth

Joachim Hübel

 

 (2026)

Vorbemerkung:

Norbert Homuth hat im Laufe von fünfzig Jahren Millionen seiner GLAUBENS-Nachrichten und Zehntausende seiner Bücher verbreitet. Durch diese Schriften sowie durch seine Predigten und Gespräche in Gemeinden und auf der Straße hat er massiven Einfluss auf viele Menschen ausgeübt. Er ist mit übergroßer Autorität als Gottes Botschafter aufgetreten. Er hat viele Personen kritisiert, streng ermahnt, sie beschimpft und ihnen gedroht. Daher ist es notwendig, diesen Mann und seine Darstellungen anhand des biblischen Wortes geistlich zu prüfen und zu beurteilen. Dabei muss in allem Ernst die Frage gestellt werden, ob Homuth den von ihm erhobenen Anspruch, ein von Gott Berufener und Gesandter zu sein, tatsächlich erfüllt.

Als Autor des hier vorgelegten Buches möchte ich Norbert Homuth weder richten noch verurteilen, sondern nüchtern prüfen. Damit erfülle ich Gottes Aufforderung: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.“ (1.Joh 4,1 – vgl. Offb 2,2;  Lk 21,8;  2.Kor 11,3.4.13-15) Außerdem folge ich hiermit der Aufforderung: „… prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist. Und habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß!“ (Eph 5,10.11) - Norbert Homuth hat 50 Jahre lang andere geprüft, beurteilt, sie öffentlich geschmäht und bloßgestellt – jetzt steht er selbst auf dem Prüfstand. – Freilich könnten wir es uns ganz einfach machen, indem wir diesen Mann kurzerhand als Fanatiker abtun und seine Schriften mit einem Handstreich vom Tisch fegen. Doch mit einigen seiner Kritikpunkte knüpfte Homuth an tatsächlich bestehende Missstände der Christenheit an. Das fordert zu einer eingehenden Untersuchung und Stellungnahme heraus. Das gilt aber nicht nur für die Missstände, sondern auch für Homuths fragwürdige alternativen Angebote in Lehre und Praxis.

Bei der Bibel-Interpretation (Exegese) hat Homuth nämlich vielfach die wesentlichsten Grundregeln missachtet. Da wären vor allem zu nennen: n das Prinzip der Selbstauslegung der Heiligen Schrift (die Schriftstellen interpretieren sich gegenseitig); n das Puzzle-Prinzip (bei der Formulierung von Lehrpositionen zu den einzelnen Themen müssen jeweils alle relevanten Primärstellen der Bibel beachtet und wie bei einem Puzzle zusammengesetzt werden, damit wahrheits- und schriftgemäße Lehrentscheidungen getroffen werden, die dem guten Willen Gottes entsprechen); n den Kontext-Zusammenhang beachten; n eine Lehre darf nicht auf einzelne, tendenziös ausgewählte Schriftstellen aufgebaut werden; n schwierige Schriftstellen müssen im Licht klarer Schriftaussagen interpretiert werden; n die präzise Zuordnung der Texte in die unterschiedlichen Heilsordnungen und Bündnisse der progressiv fortschreitenden Heilsgeschichte Gottes; n in die biblischen Texte darf bei der Auslegung (Exegese) kein konfessionelles Vorverständnis (Paradigma) hineininterpretiert werden (= Eïsegese); und andere Prinzipien.

Aufgrund der Missachtung dieser Grundregeln ist Homuth in so ziemlich allen wesentlichen Punkten der Glaubenslehre zu Fehlinterpretationen gelangt: Vor allem zu einer einseitig verzerrten, falschen Gotteserkenntnis (Gerichtsgott). Daraus hat sich dann die Vielzahl weiterer Irrtümer ergeben: falsche Darstellungen über die Heilsübermittlung, über Buße und Umkehr, über Erlösung, über Heiligung, über Jüngerschaft, über die „Welt“, über das Wesen des Menschen, über Ehe, über Vergebung, über Evangelisation (Mission), über geistlichen Dienst, über die Entrückung, über die Auferstehung, über die Gemeinde Jesu und über Israel (Juden).

Das Buch „Norbert Homuth ist tot - Der etwas andere Nachruf - mit Aufarbeitung seiner Betreibungen“ fordert heraus – vor allem jene, die bisher den Darstellungen Homuths gutgläubig gefolgt sind und meinten, in seinen Erklärungen klare Orientierung anhand biblisch fundierter Lehre und tiefgründiger Recherchen zu finden. Ja, es ist ein erschütterndes Buch! Denn es lässt den Leser anhand zahlreicher Beispiele und Zitate aus dem Schriftgut Homuths tief hineinblicken in die extreme, bedrohliche Vorstellungswelt, die dieser Mann den Gläubigen als biblische Wirklichkeit „verkauft“ hat - oder besser: frei Haus geliefert und aufgezwungen hat. Es erschüttert mitzuerleben, wie sich im Licht gut fundierter, schriftgemäßer Lehrzusammenhänge eine homuthsche Position nach der anderen als pseudo-geistlicher Irrtum oder gar als super-frommer Betrug entpuppt. Homuth dient als ein weiteres abschreckendes Beispiel für christlichen Etikettenschwindel im Namen Jesu Christi. Dennoch lohnt sich die Lektüre. Denn auf dem dunklen Hintergrund der Homuth-Lehren leuchtet umso heller das Licht gesunder, biblischer Lehre und befreiender, heilsamer Wahrheit hervor. Darin folge ich als Autor dem Vorbild der neutestamentlichen Methode des Lehrens (Didaktik): Auf dem Hintergrund bestehender Missstände, Probleme und Lehrverirrungen zeigten die Apostel – meist war es Paulus – in ihren inspirierten Briefen umso eindrücklicher die „gesunde Lehre“ und die guten Gedanken Gottes auf. In gleicher Weise bleibt das vorliegende Buch nicht bei bloßer Kritik stehen, sondern präsentiert dem aufgeschlossenen Leser wunderbare Einblicke in die höheren Wege, Absichten und Gedanken Gottes über Erlösung, Evangelisation, wahre Umkehr („Buße“), geistliche Wiedergeburt, schriftgemäße Heiligung, Jüngerschaft, Gemeindebau, Ehebund, Gottes Plan mit Israel und vieles mehr.

Darüber hinaus wird in diesem Buch aufgezeigt, dass Homuth nicht nur wegen seinen Irrlehren, sondern auch aufgrund seines streitsüchtigen Charakters, seines unflätigen Sprachstils und seiner desolaten Ehesituation in keiner Weise den neutestamentlichen Qualifikationsansprüchen für den geistlichen Dienst entsprochen hat, weder als Pastor oder Diakon, geschweige denn als Evangelist, Lehrer, Apostel oder gottgesandter Wächter der deutschsprachigen Christenheit.

Das vorliegend Buch stellt ein Gegenmittel gegen die Vergiftung der homuthschen Lehre dar und ist (nicht nur, aber zuallererst) an alle Homuth-Geschädigten adressiert.

 

                                     Joachim Hübel, Bamberg 2026


Inhaltsverzeichnis:

Vorbemerkung und Inhaltsverzeichnis

1. Einführung zu dem etwas anderen Nachruf auf Norbert Homuth

2. Ein Streifzug durch die Biographie von Norbert Homuth (mit lehrmäßigen Aspekten)

2.1 Bücher und Schriften von Norbert Homuth

2.2 Ist bzw. war Norbert Homuth ein echter oder ein falscher Apostel?

3. Rückkehr zur ganzheitlichen Gotteserkenntnis – die zwei Seiten Gottes

4. Homuth und seine Arbeitsmethoden: die hohe Kunst des Weglassens und Verdrehens

5. Homuth und sein „anderes Evangelium“, aufgebaut auf seiner unbiblischen Vorstellung von Buße und Bekehrung und Heiligung

6. Homuth und das Mosaische Gesetz und die Zehn Gebote (Dekalog) und die neutestamentliche Gesetzlichkeit

7. Homuth und die Sünde und die gnostisch-dualistisch geprägte Leibfeindlichkeit

8. Homuths unbiblische Perspektive von der Welt und von der Politik

9. Homuth und der Antichrist und die Weltverschwörung der Freimaurer und deren Unterwanderung der christlichen Kirchen und Freikirchen sowie der Weltpolitik und des Staates Israel (Zionismus)

9.1 Homuth und das institutionalisierte Christentum der Volkskirchen, die Freikirchen und die Ökumene (Ökumenischer Rat der Kirchen)

9.2 Homuths Stellung zu den Juden und zum Staat Israel (Zionismus)

10. Homuth und das TV, das Internet und das World Wide Web (www)

11. Homuth und der Befreiungsdienst (Exorzismus)

12. Homuth und die Ehe-Ordnung, die Sexualität und die Kindererziehung

13. Beurteilung – Stellungnahme – Schlussbemerkungen

 

14. Zu meiner Person (Joachim Hübel) – Copyright und Verbreitung


Die Texte und Zitate von Norbert Homuth werden in blauer Schrift wiedergegeben.

 

Die verwendeten Bibelstellen sind der rev. Elberfelder Bibel-Übersetzung entnommen.

Ganz unten (am Ende des Buchauszugs) befindet sich ein Downloadbutton für das Herunterladen des kostenlosen pdf-Dokuments „Norbert Homuth ist tot“ (131 S.; 13,7 MB).

Norbert Homuth ist tot

Der etwas andere Nachruf - mit Aufarbeitung seiner Betreibungen

von Joachim Hübel (2026)

1. Einführung zum etwas anderen Nachruf auf Norbert Homuth

Norbert Homuth ist im Oktober 2023 im Alter von 78 Jahren verstorben. Er wurde in einem kleinen Kreis von Trauergästen auf dem Nürnberger West-Friedhof beigesetzt.

 

Norbert Homuth war christlicher Straßenprediger, Kirchenkritiker, Enthüllungs-Journalist, Herausgeber der umstrittenen „GLAUBENS-Nachrichten“ (GN) und Autor diverser Bücher (erschienen im Selbstverlag). 

Logo-Zeichen der berüchtigten 4-seitigen Monatsschrift von Norbert Homuth

Über ein halbes Jahrhundert (seit Anfang der 1970’iger Jahre) verkörperte Homuth für viele kompromissloses, entschiedenes Christsein. Er erhob den Anspruch, in Predigt, Lehre und Praxis ohne Abstriche dem biblischen Wort Gottes zu folgen. Doch Homuth predigte in erster Linie nicht den erbarmungsvollen, gnädigen Retter-Gott, sondern den dreimal heiligen Gott der unbeugsamen Gerechtigkeit, des Gerichts, des Zorns, der erbarmungslosen Rache und der Vergeltung.  

 

Von daher muss Norbert Homuth vor allem als Gerichtsbotschafter, Verschwörungstheoretiker, Hetz- und Wutprediger gesehen werden. Nicht nur den „gottlosen“ Ungläubigen, sondern auch der „verweltlichten“ Christenheit hat er „die Hölle heiß gemacht“ und sie zu einer radikalen Umkehr zu Gott, zur entschiedenen Abkehr von der Sünde und zur strikten Befolgung der biblischen Gebote aufgefordert. Andernfalls drohe ihnen ein furchtbares Strafgericht – und letztendlich die Hölle. – Von der Liebe, Barmherzigkeit und Gnade Gottes und von der Erlösung durch den Glauben an das Evangelium sprach Homuth recht wenig, denn das täte ja bereits das Prediger- und Pfaffengesindel der verkommenen Christenheit zur Genüge“. (Homuth-Zitate werden immer in dunkelblauer Schrift dargestellt)

Natürlich war der asketische Lebensstil und der kompromisslose Rigorismus dieses Mannes beeindruckend und übt(e) auf viele entschiedene Christen eine Faszination aus: Endlich mal einer der sich traut, die Missstände offen anzusprechen. Leider kippte seine Schonungslosigkeit letztendlich in verbissene Sturheit und Härte ab. Dennoch war er selbst der festen Überzeugung, mit seinem Auftreten und seinen Ansagen Gott und Jesus Christus zu dienen. Doch: „Alle Wege eines Mannes sind lauter in seinen Augen, aber der die Geister prüft, ist der HERR.“ (Spr 16,2)

Norbert Homuth meinte direkt von Gott den Auftrag für ein „biblisches Wächteramt“ und für seine prophetisch-apostolische Mission erhalten zu haben. Dementsprechend trat er in unbeirrbarem Sendungsbewusstsein und mit unnachgiebiger Autorität und Schärfe auf. Er scheute sich nicht, hochrangigen Kirchenführern und den Vorstehern christlicher Werke, evangelikaler Freikirchen und Ortsgemeinden, ja sogar führenden Politikern schonungslos „die Leviten zu lesen“ und ihre Verirrungen öffentlich in seinen GLAUBENS-Nachrichten anzuprangern. [Die Auflage der vierseitigen, monatlichen GN im DIN A5-Format überstieg die Zehntausender-Marke; sie wurden von Norbert Homuth auf Anfrage kostenlos zugesandt. Sie erschienen seit Anfang der 1970’er Jahre regelmäßig bis zum Jahr 2023 – also ein halbes Jahrhundert.]

Der Sprachstil seiner Predigten, Bücher und „GLAUBENS-Nachrichten“ (GN) war überwiegend harsch-polemisch, zynisch-verächtlich, sarkastisch, unbarmherzig, drohend-manipulativ und überautoritär. Nicht selten verwendete er unflätige Schimpfworte. Homuth berief sich dabei vor allem auf die Scheltworte von Johannes dem Täufer und Jesus Christus in den Evangelien (z.B. Mt 3,7;  12,39;  23,33;  Lk 3,7-9;  Joh 8,44). Doch in einer einzigen Ausgabe seiner GN waren oftmals mehr Schimpfworte enthalten als in allen vier Evangelien zusammen. (Bedenkt man, dass in den synoptischen Evangelien viele Reden Jesu mehrfach zitiert werden, dann lassen sich die dort verwendeten Schimpfworte Christi insgesamt an einer Hand abzählen.) - Darin sind sich wohl die meisten Kritiker einig: Die Sprache Homuths war nicht die Sprache Jesu Christi, Gott-Vaters oder des Heiligen Geistes. Und es sollte auch nicht die Sprache eines geistlich wiedergeborenen Gläubigen sein (siehe dazu die nachfolgenden Mahnungen des Wortes Gottes).

Gottes Botschaft an den alttestamentlichen Propheten Jeremia: „Darum, so spricht der HERR: Wenn du umkehrst, will ich dich umkehren lassen, dass du vor mir stehst. Und wenn du Edles vorbringst und nicht Gemeines absonderst, sollst du wie mein Mund sein.   (Jer 15,19)

Jesus Christus warnte: „Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts; denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.“ (Mt 12,36.37)

Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt [nicht mit Pfeffer und Schwefel!]; ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt!“ (Kol 4,6)

Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. … Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe! Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes [durch nichtiges, unreines Gerede] Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit! … Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt; auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen, stattdessen aber Danksagung. … Niemand verführe euch mit leeren, nichtigen [und trügerischen] Worten!“ (Eph 4,15.29.30.31;  5,3.4.6)

Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam, und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit und sie wieder aus dem Fallstrick des Teufels heraus nüchtern werden …“ (2.Tim 2,24-26)

Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist vergeblich. (Jak 1,26)

Lässt man die Reden, Predigten und geschriebenen Texte von Norbert Homuth durch den oben beschriebenen Filter des biblischen Anspruchs Gottes laufen, dann erhalten sie überwiegend das Prädikat „ungenügend“ und „durchgefallen“.

 

Bevor ich fortfahre, hier ein paar Beispiele aus dem Schriftgut von Norbert Homuth:

Natürlich gibt es viele Missstände in der Welt und auch in der Christenheit. Da ist offene Kritik durchaus berechtigt und nötig. Doch sie muss sachlich und nüchtern bleiben – und sie muss „geistlich“ sein, nicht „fleischlich“. Das „gefallene“ Wesen der Welt und die „Verweltlichung“ in christlichen Kreisen – auch in freikirchlich-evangelikalen! – tritt heute immer offensichtlicher zutage. Das ist auch gar nichts Neues. Aber es ist niemandem damit geholfen, in „fleischlicher“, lästerlicher und gehässiger Weise darüber herzuziehen und Personen in unflätiger Weise zu beschimpfen. Denn wer händeweise mit Schmutz wirft, der verunreinigt als Erster sich selbst. Und wer seine Zunge für so etwas hergibt, der findet am Ende auch kein Gehör mehr, wenn er gute, erbauliche Dinge sagt. „Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe!“ (Eph 4,29)

Ich will es einmal ganz deutlich sagen: Wer die Schriften von Norbert Homuth konsumiert und dessen verqueren Darstellungen folgt, der verunreinigt sich und erleidet geistlichen Schaden: „Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle   des Lebens.“ (Spr 4,23 – vgl. 2.Tim 2,16-18) Die Betreffenden verlieren die geistliche Kompatibilität (Anschlussfähigkeit) zu anderen ernsthaften Gläubigen. Sie mutieren oftmals zu Querulanten, die in den Gemeinde-Versammlungen Unfrieden und Verwirrung stiften. Dadurch werden sie sowohl vor Glaubensgeschwistern als auch vor Jesus Christus, dem „Haupt und Herrn der Gemeinde“, schuldig (Röm 14,4.10; Mt 7,1). Der Apostel Paulus warnt: „Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Ich habe Vertrauen zu euch im Herrn, dass ihr nicht anders gesinnt sein werdet. Wer euch aber verwirrt, wird das Urteil tragen, wer er auch sei. (Gal 5.9-10)

 

Norbert Homuth setzte in seinen Schriften und Predigten ganz bewusst die Mittel der Drohung, Bedrückung, Angsterzeugung und Einschüchterung ein. Denn er war der Auffassung, dass sich aus Liebe zu Gott niemand bekehrt. Der verdorbene natürliche Mensch sei gar nicht dazu in der Lage, Gottesliebe zu verspüren und verstehe als Sünder nur die Sprache massiver Bedrohung. Man müsse ihm tüchtig „die Hölle heiß machen“, dann würde ihn die Angst zur Bekehrung drängen und in das Reich Gottes katapultieren, gleich einem Kirschkern, den man zwischen zwei Fingern zusammenpresst; wenn der Druck genügend groß sei, dann flutsche er automatisch in die richtige Richtung. Für Homuth war nur die Angstbekehrung eine rechte Bekehrung. Erst wenn der Sünder in großer Not und Seelenpein zu Gott um Hilfe schriee, sei das Herz in der richtigen Verfassung, erlöst zu werden. Doch im Neuen Testament finden wir für den Gebrauch derartiger seelischer (psychischer) Druckmittel zum Zwecke der Evangelisation keine Legitimation. Dort wird die Predigt der biblischen Wahrheit und die Überführung des Heiligen Geistes hervorge-hoben (Joh 16,7-14;  44,45.67;  Lk 18,24-27;  Eph 1,13;  1.Tim 2,3-7;  Kol 1,5.6;  1.Kor 1,17-24). „Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, <nämlich> dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnete und in uns das Wort von der Versöhnung gelegt hat. So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! (2.Kor 5,18-20) Sünder werden in erster Linie durch die Predigt des schriftgemäßen(!) Evangeliums zum Glauben erweckt und durch den lebendigen Samen des Wortes Gottes erlöst und geistlich wiedergeboren (1.Kor 15,1-3;  Joh 6,63;  Hebr 4,12;  1.Petr 1,23;  Röm 10,8-17). Denn die Angst vor der Hölle kann niemanden vor der Hölle retten! Nicht die Angst, sondern das authentische Evangeliumswort ist die „Kraft Gottes zur Errettung“ (Röm 1,16.17 – siehe auch Mk 16,15.16;  Apg 10,42). Siehe dazu die Links: Fünf Schritte in ein neues Leben  –  Erlösung erfahren  –  Das Evangelium  –  Bedingungslos von Gott geliebt und angenommen?.

Bevor ich auf weitere fragwürdige Lehr-Positionen von Norbert Homuth eingehe, möchte ich erst einmal den biographischen Verlauf seines Lebens umreißen. Die aufgeführten Informationen sind weitgehend seinen eigenen Schriften entnommen. – Auf diesen Mann trifft das Sprichwort zu: Wer kein gutes Vorbild sein kann, der kann immer noch als abschreckendes Beispiel dienen. Deshalb kann für Gläubige eine Auseinandersetzung mit Homuth und seinen Lehren sehr lehrreich sein. Denn es zeigt uns, wie der ungeistliche Gebrauch des Wortes Gottes zu religiöser Knechtschaft führt; und dass Eifer (Fanatismus?) ohne rechte geistliche Erkenntnis eine destruktive Dynamik entfaltet, die dem Reich Gottes Schaden zufügt und die den Menschen die Tür zur Erlösung verschließt. Gott warnt uns durch sein Wort eindringlich: „Ohne Erkenntnis ist selbst Eifer nicht gut“ (Spr 19,2;  Röm 10,2). „Wehe euch Gesetzesgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen; … die [Menschen, die] hineingehen wollten [in das Reich Gottes], habt ihr [durch falsche Lehren und schwere Lasten] gehindert.“ (Lk 11,52)

2. Ein Streifzug durch die Biographie von Norbert Homuth

Norbert Homuth wurde zur Zeit des Zusammenbruchs von Nazi-Deutschland 1944 geboren. Er wuchs in seiner Familie zusammen mit einer Schwester auf und erlebte die schweren, entbehrungsreichen Jahre der Nachkriegszeit. Bereits in jungen Jahren bekehrte er sich in der von dem Evangelisten Friedrich Stanger gegründeten „Rettungsarche Möttlingen“, einem christlichen Freizeitheim. Er betrachtete den „Hausvater Stanger“ als großes Vorbild und geistlichen Vater, obwohl er ihn nie persönlich kennen lernte, da dieser bereits 1934 verstorben war. Später nahm er zu diesem Mann eine kritische Perspektive ein, weil dieser Adolf Hitler bejubelt hatte und außerdem die institutionell-kirchliche Säuglingstaufe anerkannte.

 

Nach Abschluss seiner Gymnasialzeit beschloss N. Homuth – auf Anraten eines Pastors – evangelische Theologie zu studieren. Er wurde an der evangelischen Augustana-Hochschule in Neuendettelsau immatrikuliert und studierte dort 13 Semester Theologie. In diesem Rahmen erwarb er u.a. das große Latinum, das Graecum und das Hebraicum – also Kenntnisse der lateinischen, altgriechischen und hebräischen Sprache. Doch zu einem theologischen Staatsexamen sollte es nie kommen (siehe weiter unten auf S. 13).

Während seiner Studienzeit lernte er den Kommilitonen Joachim Krauß kennen, mit dem er in lebenslanger Freundschaft und Bruderschaft verbunden blieb. Joachim Krauß war damals bereits ein Anhänger des „Apostels Indiens“ Sadhu Sundar Singh (1888-1929) und dessen christlicher Allversöhnungslehre – das ist die Irrlehre von der „Apokatastasis“, die bereits Origenes und Clemens v. Alexandria vertreten haben. – Obwohl Norbert Homuth allen Verirrungen stets mit scharfer Kritik begegnete, übte er gegenüber der Überzeugung seines Mitstreiters und Kompagnons Joachim Krauß zeitlebens eine merkwürdige Haltung der Duldsamkeit und Toleranz. Die beiden lebten lange Zeit in Wohngemeinschaft zusammen, hatten aber auch längere Phasen der Trennung.

Während ihres Studiums wurde das Gespann Homuth/Krauß knallhart mit der Realität der akademischen Hochschul-Theologie konfrontiert. Die Bibelkritik hatte damals in den 60’ern und 70’ern des zwanzigsten Jahrhunderts bereits Hochkonjunktur. Die Dogmatik, Exegese und Homilethik war durchdrungen und geprägt von der „historisch-kritischen Methode“ (siehe dazu den Link zu WORTHAUS). Nahezu alle biblischen Grundpositionen wurden rigoros der vernunftmäßigen Kritik unterzogen und kategorisch angezweifelt. Die biblisch-christliche Ethik war in Auflösung begriffen. Unter dem Ansturm des Rationalismus, des wissenschaftlichen Materialismus und Naturalismus (Darwinismus, Evolutionslehre etc.) sowie eines naiv-optimistischen Fortschrittglaubens begannen die Fundamente orthodoxer Theologie zu wanken und sich schrittweise aufzulösen (z.B. Inkarnation u. Historizität Jesu Christi, Jungfrauengeburt, Wunderwirkungen, Sühneopfertod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi, Auferstehung aller Toten, Endgericht, Himmel und Hölle etc.).

Die eingehende Beschäftigung mit der Kirchengeschichte im Rahmen des Hochschulstudiums offenbarte biblisch orientierten Gläubigen wie Homuth und Krauß in aller Deutlichkeit den erschreckenden Degenerations- und Institutionalisierungs-Prozess, den das Christentum und die Kirche(n) im Laufe von zweitausend Jahren durchlaufen haben. Infolgedessen gerieten die beiden mit ihren Überzeugungen zusehends auf Kollisionskurs mit der akademischen Ausrichtung der Augustana-Hochschule.

Desillusioniert begaben sich Homuth und Krauß auf die Suche nach bibelgemäßer, gesunder Lehre (Theologie) und authentischer Gemeinschaft. Sie erforschten unermüdlich das reichhaltige christliche Literaturangebot und besuchten viele Gesprächskreise und Gemeinschaften. Dabei stießen sie auch auf evangelikale Gemeinden und Freikirchen (Baptisten, Pietisten, Brüdergemeinden, Darbysten, Methodisten etc.). Außerdem besuchten sie Hauskreise und erweckliche Stuben-Versammlungen und führten mit Gläubigen unterschiedlichster Prägung hitzige Debatten. In besonderer Weise waren sie von pfingstlerischen Kreisen beeindruckt, in denen das Wirken des Heiligen Geistes betont sowie die Geistestaufe, die Geistesgaben (Charismen nach 1.Kor 12,1-13;  Röm 12,4-8), die neutestamentlichen Dienstämter (nach Eph 4,11-15) sowie die „Heiligung“ (Hebr 12,14;  2.Kor 6,14-18;  7,1;  1.Thess 4,3;  Kol 3,1-10) gelehrt und praktiziert werden.

 

Norbert Homuth berichtet aus dieser Zeit: 

 

»Als Theologiestudent war ich in einem Bibelkreis gläubiger Studenten des Gnadauer Verbandes. Sie hetzten gegen die Geistesgaben, ich hielt dagegen. So wurden wir dort immer unbeliebter, weil wir gewissensmäßig nicht die Freiheit und Frechheit aufbrachten, den Rotstift ans Neue Testament anzulegen und die Geistesgaben zu streichen. Schließlich forderte ich den Leiter heraus. Ich fragte ihn: Glaubst du, dass das Neue Testament unfehlbares Wort Gottes ist? - Ja, war die Antwort. - Glaubst du auch, dass die Paulusbriefe unfehlbares Wort Gottes sind? - Ja, war die Antwort. - Glaubst du dann auch, dass 1.Kor 14,1 „eifert nach den Geistesgaben“ unfehlbares Wort Gottes ist? - Jetzt zögerte er. - Dann fragte ich weiter: Bist du bereit, dieses unfehlbare Wort Gottes zu befolgen? - Er schwieg verärgert und rief schließlich laut und voller Wut: Nein! - Damit hatte ich ihn zwar überführt, dennoch war er zu stolz, sich zu korrigieren. Stattdessen wurden wir ausgeschlossen. Die Folge war: er landete in einer Sekte, den sog. Ortsgemeinden des Witness Lee (u. Watchman Nee). So erfüllt sich immer wieder Gottes Wort: „weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, sendet Gott ihnen kräftige Irrtümer, dass sie glauben der Lüge“ (2.Thess 2,10.11).« ¢ (GLAUBENS-Nachrichten)

In ihrer Zeit des Suchens und Forschens gelangten Homuth und Krauß auch zu der Einsicht, dass die wahre „eine Taufe“ (Eph 4,5) nicht die volkskirchliche Säuglingstaufe (= Taufsakrament) ist, sondern die Taufe bekehrter und gläubig gewordener Erwachsener durch vollständiges Untertauchen in Wasser (Apg 8,12.36.37). Also ließen sie sich in entsprechender Weise taufen. 

Im pfingstlerischen Umfeld empfingen die beiden dann auch die Geistestaufe (Mk 3,11;  Lk 3,16;  Apg 1,5;  11,16;  Joh 1,13;  1.Kor 12,13) und die Zungenrede (Mk 16,17;  Apg 2,4;  10,44.45;  19,6;  1.Kor 12,10;  14,39). Homuth bezeugt in seinen Schriften, dass er die Zungenrede (das Sprachengebet) auch weiterhin zur geistlichen Auferbauung praktizierte (1.Kor 14,4.5.27.28), wenngleich er später die institutionalisierten Pfingstverbände (BFP, Gemeinde Gottes, Volksmission entschiedener Christen) aufgrund ihrer vermeintlichen „Fleischlichkeit“ und „Verweltlichung“ sowie ihrer Verbindung zur Ökumene (ÖRK) kritisch ablehnte.

Mit missionarischem Eifer versuchten sie nun andere von ihren neu gewonnenen Einsichten und Erfahrungen zu überzeugen. Sie begannen unter Handauflegung mit anderen zu beten. Von all diesen Geschehnissen erhielt natürlich auch die Hochschulleitung Kenntnis. Homuth berichtet darüber: „Als ich Theologie an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau studierte, schrie mich der Studentenpfarrer Karl Foitzik an: »Ich werde dafür sorgen, dass sie nie ein Pfarramt bekommen!« Dann wurde der Sektenjäger Pfr. Haak auf mich angesetzt und alle meine missionarischen Aktivitäten wurden überwacht. Als ich einmal für eine alte Frau im Altenheim unter Handauflegung betete, sprach sich das bis zum Studentenpfarrer herum. Der fuhr mich scharf an, dass mir solche Handlungen nicht zustehen, das sei eine Amtshandlung, die nur ein ordinierter Pfarrer ausüben dürfe. Dass an der kirchlichen Hochschule aber angehende Pfarrer als Homosexuelle, Alkoholiker und sexuelle Wüstlinge ihr Unwesen trieben, das störte keinen. Nur entschiedenes Christentum stört diese gottlosen Kirchenführer! Sie sind zerfressen von Bibelkritik und glauben nicht mehr, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde, sie glauben auch nicht, dass Er Tote auferweckt hat, geschweige denn selbst von den Toten auferstanden ist.“ (Zitat aus „Herausforderung an die verweltlichte Christenheit“ Band 4, S. 90/91)

Es kam, wie es kommen musste: Irgendwann ergriff die Hochschulleitung entsprechende Maßnahmen, um zu verhindern, dass auch andere Studenten in diesen Strudel gerieten. Schließlich stellte die Erwachsenentaufe von Personen, die bereits das Säuglings-Tauf-Sakrament empfangen haben, aus lutherischer Sicht das Kapitalverbrechen einer „Wiedertaufe“ (= Anabaptismus) dar. Die oberste Kirchenleitung von Bayern wurde eingeschaltet. Homuth und Krauß wurden zum bayerischen Landesbischof (Hermann Dietzfelbinger?) nach München zitiert. Als dieser sie zur Rede stellte, riefen sie ihn spontan zur Buße über seine Sünden auf. Bei der Vorsprache hatte dieser sie nämlich in seinem Amtszimmer in legerem Ambiente bei einer Zigarre und einem Glas Bier empfangen. Damit war für sie die Sache gelaufen. Sie wurden im 13. Semester – noch während des Examens – exmatrikuliert, verließen die Augustana-Hochschule und traten aus der evangelischen Kirche aus (ca. 1973).

 

Nach ihrem skandalösen Abgang zogen sie Anfang der 1970’iger Jahre nach Erlangen und gründeten dort das „Glaubenshaus“. Dieses war dann für die nächsten Jahre die Ausgangsbasis für ihr missionarisches Engagement. Sie gingen in den Reisedienst und begannen in den Fußgängerzonen verschiedener Städte zu missionieren, Flyer zu verteilen und dann auch Straßenpredigten zu halten. Aus dieser Zeit stammt der provokative Flyer „Wehe dir, du Gottloser Mensch!“. Auch die monatliche Schrift GLAUBENS-Nachrichten wurde von ihnen verbreiten und jetzt auch verschickt. Dieses vierseitige Blatt gab Norbert Homuth dann ein halbes Jahrhundert heraus – bis zu seinem Tod im Oktober 2023. Diese Schrift, die eigentlich gar nicht den Glauben geistlich erbaute, sondern vorwiegend verkürzte Lehraussagen sowie Schelte und Bloßstellungen im BILD-Zeitungsstil enthielt, wurde später regelmäßig an mehr als zehntausend Adressen versandt. 

Zu ihrer Gemeinschaft im „Glaubenshaus“ gesellten sich einige weitere entschiedene Christen gleicher Gesinnung und Mentalität. Etwa zu dieser Zeit begann Homuth mit intensiven Recherchen über die Freimaurerei. Möglicherweise war er auf diese Thematik gestoßen durch die Schriften von Jack T. Chick, dem US-amerikanischen Autor der christlichen Chick-Traktate und Crusader-Gospel-Comic (siehe dazu den Link zu Chick Publication). Denn solche Hefte, die einen scharfen Anti-Katholizismus sowie die Idee einer freimaurerischen Weltverschwörung kolportieren, wurden in diesem Kreis aufmerksam gelesen und auch weitergegeben. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der Tonfall, die inhaltlichen Aussagen und auch das theologische Niveau der Homuths-Schriften eine große Nähe und Ähnlichkeit zu den Chick-Traktaten und Gospel-Comic-Heften besitzen.

In den darauffolgenden fünf Jahrzehnten betrieb Norbert Homuth mit großer Leidenschaft und enormem Aufwand investigative Freimaurerforschung. In seinem Nachlass befindet sich ein umfangreiches Archiv mit entsprechendem Material. (Mehr zu diesem Thema im 9. Kapitel „Homuth und die Weltverschwörung der Freimaurer“ ab S. xx. – Dort behandle ich auch die Frage, ob eine Beschäftigung mit der Freimaurer-Thematik für einen Christen von Nutzen ist.) Seine fragwürdigen und sehr bedenklichen Forschungsergebnisse und Thesen publizierte Norbert Homuth in den GLAUBENS-Nachrichten und in seinen Büchern.

2.1 Bücher und Schriften von Norbert Homuth:

 

Die Bücher und Schriften von N. Homuth sind weitgehend vergriffen und nicht mehr lieferbar. Im Internet-Archiv werden jedoch 3 seiner Bücher digital zum Lesen angeboten. Und auf der Homepage https://hauszellengemeinde.de von Roland Odenwald sind unter der Rubrik Norbert Homuth 46 volle Seiten mit jeweils 7 Beiträgen hochgeladen. Es sind dort derzeit (2026) also insgesamt 322 Homuth-Artikel zur Ansicht verfügbar! Und es werden immer noch weitere Beiträge hochgeladen. Der Einfluss von Norbert Homuth wirkt sich also nach seinem Dahinscheiden weiterhin aus! Somit ist auch eine Stellungnahme, wie sie durch meinen hier vorgelegten kritischen Nachruf geschieht, dringend nötig.

·         Kleine Sektenkunde (ca. 1981)

·         Vorsicht Ökumene! – Christen im Strudel der Antichristlichen Endzeitkirche (1983)

·         Dokumente der Unterwanderung – Christen unter falscher Flagge (1985)

·         Herausforderung an die verweltlichte Christenheit – Bände I-IV (aus den GNs 1974-2021)

·         Die Verschwörung des Antichristus (ca. 1991)

·         Was lehrt die Bibel über den Heiligen Geist (ca. 1995)

·         Was lehrt die Bibel über Tod und Auferstehung (1997)

·         Was lehrt die Bibel über Scheidung und Wiederheirat (2003)

Youtube-Clips:

Norbert Homuth (bei Straßenpredigten):

https://altcensored.com/watch?v=D5we-RjqwnI

https://www.youtube.com/watch?v=Nqdgao4T_1U

Joachim Krauß (Bei einer Straßenpredigt):

https://www.youtube.com/watch?v=3A8moWCumYc

Die fünfzig Jahre des Auftretens und Wirkens von Norbert Homuth haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die deutschsprachige Christenheit ausgeübt. In dem Zeitraum eines halben Jahrhunderts hat dieser Mann von seinen GLAUBENS-Nachrichten insgesamt einige Millionen Exemplare verbreitet und mehrere Zehntausende seine Bücher. Auch heute noch stehen viele seiner Beiträge im Internet zur Verfügung. Deshalb ist eine Aufklärung auch nach seinem Tod dringend erforderlich, damit jene, die durch seine Lehren geistig gebunden und seelisch bedrückt wurden bzw. werden, eine Freisetzung erfahren können (Joh 8,31.32;  2.Kor 10,3-6). 

Das provokante Auftreten Homuths und die umstrittenen Thesen und Darstellungen seiner Schriften stießen vielfach auf Ablehnung. Doch je massiver sich der Widerspruch gegen ihn regte, desto polemischer wurde sein Tonfall und desto unflätiger wurden seine Beschimpfungen. Jenen, die ihm Anerkennung und Respekt erwiesen, begegnete er jedoch freundlich und nachsichtig. Diese extrem zweiseitig ausgeprägte Haltung ist ein charakteristisches Merkmal von „Macht-menschen“, die „geistlichen Missbrauch“ üben – siehe dazu meine Studie „Tastet den Gesalbten nicht an“ (über den Unterschied zwischen alttestamentlicher Führerschaft und neutestamtlicher Leiterschaft). Solche Menschen definieren ihren Selbstwert und den Wert ihrer Betreibung aus den Rückmeldungen. (Homuth muss eine umfangreiche Korrespondenz geführt haben. Das geht aus seinen Schriften hervor.) Es hat ihm sicherlich einige Befriedigung verschafft, wenn aus dem Lager der Anhängerschaft positive Rückmeldungen kamen, und wenn sich aus dem Lager der Gegner lautes Ach- und Wehgeschrei erhob. Überhaupt bestand seine Welt überwiegend aus sorgsam gepflegten Feindbildern in stark kontrastierter Schwarz-Weiß-Malerei. Leider bürdete er mit seinen düster-bedrohlichen Warnschriften das bedrückende Joch, unter dem er selbst lebte und litt, vielen anderen auf. Andererseits hat ihm das kostenlose Verschicken seiner GLAUBENS-Nachrichten und Bücher sicherlich auch einen nicht geringen Spendenzufluss beschert. Natürlich betrieb er keine plumpe Spendenbettelei, die er bei anderen in aller Schärfe als Geldgier verurteilte. Doch auf Anfrage ließ er durchblicken, dass Spenden zur Deckung der Unkosten angenommen werden. Ansonsten reichten dezente Andeutungen wie z.B. in späteren Jahren der ein-geflochtene Hinweis, dass er keinerlei Rente beziehe. (Auch Krankenkassen lehnte er ab, weil man durch die Beiträge die Abtreibungen mitfinanziere.) In der Fürther Zeit seit Ende der 1980’iger Jahre wohnte er in einem Haus in der Schäßburger Straße, das eine alte Anhängerin bei ihrem Umzug ins Altenheim seiner Gemeinschaft (oder ihm persönlich?) überschrieben hatte. Dort fanden auch die regelmäßigen Gottesdienst-Versammlungen der kleinen Homuth-Gemeinde statt.

Doch kehren wir jetzt zum biographischen Verlauf zurück: Anfang der 1970’iger Jahre waren Homuth und Krauß nach ihrem spektakulären Abgang von der Augustana-Hochschule nach Erlangen gezogen und hatten dort das „Glaubenshaus“ gründet. Zu ihrer Gemeinschaft hatten sich einige weitere entschiedene Christen gleicher Gesinnung zugesellt. Und Homuth hatte mit seinen Freimaurer-Recherchen begonnen und gab zusammen mit Joachim Krauß die GLAUBENS-Nachrichten heraus. Das nächste einschneidende Ereignis war, dass Norbert Homuth sich verlobte. Als er erfuhr, dass diese Glaubenschwester älter als er war, löste er sofort die Verlobung wieder auf. Dadurch wurde diese Frau schwer verletzt, so dass sie nicht nur die Glaubensgemeinschaft verließ, sondern auch noch den Glauben verlor. Einige Zeit später verlobte er sich mit einer anderen Glaubensschwester, mit Dorothea (der Name ist aus rechtlichen Gründen geändert), die er dann auch heiratete. Später behauptete er, er sei von den Glaubensbrüdern zur Heirat gedrängt worden. Die Ehe geriet schon bald nach der Heirat zu einem Desaster. Gemäß der Darstellung von Norbert Homuth wollte Dorothea ihn beherrschen und zeigte auch sonst keine Bereitschaft, den Weg der Entsagung und der Enthaltsamkeit zu gehen. Homuth vertrat die Auffassung, dass „der Mann das Haupt der Frau ist“ (Eph 5,23;  1.Kor 11,3) und die Frau sich dem Mann in allem unterzuordnen habe (1.Mo 3,16;  1.Kor 14,34;  Eph 5,24;  1.Petr 3,1). Interessanterweise wissen in den entschiedenen Kreisen die Ehepartner immer genau, wie sich der andere Partner gemäß der Bibel zu verhalten habe. Doch die Rückseite der Medaille der biblischen Geschlechterordnung wird dann oft hinten angestellt: bei den Männern bedeutet das, dass sie als Häupter der Familie die Frau in jener Weise lieben sollen, „wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat … [und dass sie] schuldig sind, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde“ (Eph 5,25.28.29). „Ihr Männer ebenso, wohnt ihnen bei mit Einsicht als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, und gebt ihnen Ehre als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden!“ (1.Pet 3,7) – Außerdem vertrat Homuth über das Eheleben die verquere Auffassung, dass die sexuelle Vereinigung nicht zur „fleischlichen“ Ergötzung und zur Lustbefriedigung niederster Triebe gedacht sei, sondern ausschließlich zur Zeugung von Kindern. Homuth vertrat in dieser Hinsicht eine harte, asketische Linie – gegen sich selbst und gegen andere. Man fragt sich nur, warum dieser Mann dann geheiratet und nicht gänzlich zölibatêr gelebt hat. Wer verheiratet ist, der ist als Christ aufgerufen, die damit verbundenen Pflichten zu erfüllen:

Der Mann leiste der Frau die <eheliche> Pflicht, ebenso aber auch die Frau dem Mann. Die Frau verfügt nicht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; ebenso aber verfügt auch der Mann nicht über seinen eigenen Leib, sondern die Frau. Entzieht euch einander nicht, es sei denn nach Übereinkunft eine Zeit lang, damit ihr euch dem Gebet widmet und dann wieder zusammen seid, damit der Satan euch nicht versuche, weil ihr euch nicht enthalten könnt. … Bist du an eine Frau gebunden, so suche nicht los zu werden; bist du frei von einer Frau, so suche keine Frau! Wenn du aber doch heiratest, so sündigst du nicht … Der Unverheiratete ist für die <Sache> des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefallen möge; der Verheiratete aber ist um die <Dinge> der Welt besorgt, wie er der Frau gefallen möge, und <so> ist er geteilt. Die unverheiratete Frau und die Jungfrau ist für die <Sache> des Herrn besorgt, damit sie heilig sei an Leib und Geist; die Verheiratete aber ist für die <Sache> der Welt besorgt, wie sie dem Mann gefallen möge. Dies aber sage ich zu eurem eigenen Nutzen, nicht, um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern damit ihr ehrbar und beständig ohne Ablenkung beim Herrn bleibt.“  (1.Kor 7,3-5.27.28 – die Worte in den <Spitzklammern> stehen nicht im Urtext)

 

Die Bibel erweckt nicht gerade den Eindruck, dass die „eheliche Pflicht“ eine traurige und lästige Angelegenheit wäre: „Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend! Die liebliche Hirschkuh und anmutige Gämse – ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar! (Spr 5,18.19 vgl. Pred 9,9) „Wach auf, Nordwind, und komm, Südwind! Lass duften meinen Garten, lass strömen seine Balsamöle! Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine köstlichen Früchte! … Die Liebesäpfel geben ihren Duft, und an unserer Tür sind allerlei köstliche Früchte, frische und alte, die ich, mein Geliebter, dir aufbewahrt habe.“ (Hohel 4,16; 7,14) Hier lesen wir nichts, was uns zur Haltung einer gnostisch-dualistisch geprägten Leibfeindlichkeit veranlassen könnte. Es verhält sich vielmehr so: Wer seinen Ehegarten vernachlässigt und veröden lässt, der wird auch in geistlicher Hinsicht unglaubwürdig und verliert sein Mandat für den geistlichen Dienst! (siehe dazu S. 33)

Dorothea war als entschiedene Gläubige durchaus bereit, sich in biblischer Weise ihrem Ehemann unterzuordnen (Eph 5,23; 1.Kor 11,3; Kol 3,18), doch nicht nach Norberts falscher Vorstellung. Wie dem auch sei, die Auseinandersetzungen im Hause Homuth müssen ziemlich deftig gewesen sein, so dass sich eine Verhärtung der Fronten und eine Erbitterung abzeichnete. Im weiteren Verlauf schafften sie es nicht, eine gütliche Einigung zu erzielen. Der Schaden war irreparabel. Das Ende vom Lied – oder besser des Schlachtgesangs: Dorothea trennte sich von Norbert. Etliche Jahre später (1995) ließ sie sich auch noch von ihm scheiden* und blieb unverheiratet. Da sie entschieden gläubig war, wäre unter den gegebenen Umständen eine Wiederheirat biblisch nicht zu rechtfertigen gewesen. (Vielleicht war ihr ja auch nach dem ganzen Drama gründlich die Lust auf Ehe vergangen.) Auf der Beerdigung ihres geschiedenen Mannes im Oktober 2023 ist sie nicht erschienen.** Kinder sind aus dieser Ehe nicht hervorgegangen. Man möchte fast sagen: Gott sei Dank! Denn Norbert Homuth vertrat die „biblische“ Auffassung, dass man „die Rute nicht schonen darf“ (Spr 13,24) und den Kindern beizeiten alles böse Wesen aus Leib und Seele züchtigen müsse.

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 * Durch die Scheidung wollte Dorothea sich sicherlich von Norbert distanzieren und auch in Haftungsfragen von ihm abgrenzen. Es war für sie sicherlich eine bedrohliche Vorstellung, für etwaige negative Folgen von Norberts Betreibungen haften zu müssen und noch dazu für seine Altersversorgung aufkommen zu müssen. Denn Norbert hatte keine Rentenversicherung und möglicherweise auch keine Krankenversicherung laufen. Er hielt es wahrscheinlich für eine besonders geistliche Haltung, in diesen Dingen „aus Glauben zu leben“. –  Ein weiterer Grund für die Scheidung bestand darin, dass Dorothea erkannte, dass Norbert mehr mit seinem „Dienst“ als mit ihr verheiratet war, und dass somit keine Hoffnung mehr auf eine Einigung bestand.

 

** Ich habe Dorothea Homuth (Vorname geändert) angeboten, sich an der Erstellung dieses Buches zu beteiligen. Das hat sie leider abgelehnt. Sie hat dem Norbert vergeben. Das ganze Kapitel ist für sie beendet. Dorothea hat dem Norbert bedingungslose Vergebung gewährt – ohne Reue und Schuldbekenntnis seinerseits. Denn das muss man/frau ja so machen, damit die von Gott empfangene eigene Vergebung nicht gefährdet wird – zumindest wird das so in der Christenheit unter Missachtung einschlägiger anders lautender Bibelstellen in irriger Weise gelehrt – auch von Homuth & Co. Siehe dazu die wahre biblische Lehre über Vergebung im neutestamentlichen Kontext: Müssen wir anderen bedingungslos vergeben?.

Eigentlich wollte Norbert Homuth – gemäß eigener Darstellung – gar nicht heiraten. Doch die Glaubensbrüder seiner Gemeinschaft hätten ihn dazu gedrängt. Später hat Norbert sogar behauptet, die Ehe mit Dorothea sei eigentlich „gar nicht recht vollzogen worden“. (Diese Darstellung wurde von Dorothea allerdings nicht bestätigt.)

Homuth wird sich (zusammen mit den von ihm vertretenen Irrlehren) auch einmal für seine Ehe mit Dorothea verantworten müssen. Er hatte mit ihr vor dem Angesicht Gottes einen Ehebund geschlossen und hätte für das Wohlergehen seiner Bündnispartnerin einstehen müssen. Bündnisse sind dem HERRN heilig, weil ER ein Bundes-Gott ist! (Die Heilsgeschichte Gottes ist markiert durch die verschiedenen Bündnisse, die er mit Menschen geschlossen hat – z.B. der Schöpfungsbund, der Bund Noahs, der Bund Abrahams, der Passah-Bund, der Mosaische Sinai-Bund, der Bund Davids und der finale Neue Bund in Jesus Christus.) Wenn es vor dem HERRN im Alten Bund bereits ein Gräuel war, wenn Frauen Männerkleidung trugen (wie Homuth ja ständig skandierte, bezugnehmend auf 5.Mo 22,5), dann ist es dem HERRN heute im Neuen Bund ein noch viel größerer Gräuel, wenn Bündnisse gebrochen bzw. nicht eingehalten und erfüllt werden!

Allem Anschein nach hatte Norbert durch seine knallharte Forderung nach strikter Unterordnung (und zu einem enthaltsamen Leben) Dorothea quasi zur Trennung getrieben (darüber hatte er sich ja sogar in seinen GN in aller Freimütigkeit ausgelassen – damit es auch jeder wusste, dass er an dieser Trennung und späteren Scheidung völlig unschuldig war). Fakt bleibt: er gewährte der Dorothea nicht die emotionale Versorgung, die sie nötig gehabt hätte. Doch der Herr kennt ihre Tränen, ihre unbefriedigte Sehnsucht nach Nähe und Zärtlichkeit, nach Schutz und Geborgenheit, ihren unerfüllten Wunsch nach Familie und Kindern. Natürlich hatte Norbert „gute“ Argumente parat wie Rebellion, Widerspenstigkeit, Ungehorsam … Auf diese Weise konnte er sich vor seinen entschiedenen Mitbrüdern rechtfertigen und Dorothea den schwarzen Peter zuschieben. Doch ob der Herr dieses inszenierte Spiel mitmacht, das wage ich sehr zu bezweifeln. Da kann er sich auch nicht herausreden – „ach ich wollte eigentlich gar nicht heiraten, die Brüder haben mich gedrängt, und eigentlich ist die Ehe ja auch gar nicht richtig vollzogen worden“ (was immer er damit auch meinte) … Es bleibt dabei: er hatte einen Bund vor Gott geschlossen, und wenn dieser nicht durch Ehebruch gebrochen wurde, dann war er daran gebunden, ihn zu erfüllen, ob ihm das gefiel oder nicht. Und deshalb wird er zur Rechenschaft gezogen werden, ob er die entsprechenden Bundesbedingungen erfüllt hat. Ehe und Familie ist das erste Bewährungsfeld! Wer dort schuldhaft versagt, der verliert auch in geistlichen Dingen – in Predigt und Lehre – sein Mandat!

Ein ehemaliger Weggefährte von Homuth verriet mir einmal, was man tun müsse, um seine Ehefrau auf die rechte Spur zu bringen: Der Mann müsse als Familienoberhaupt bei seiner Ehefrau gleich nach der Eheschließung laut im Namen Jesu gebieten, dass der Geist der Hurerei und der Rebellion aus ihr ausfahre. Dann sei die Frau zwar beleidigt, doch das würde sich bald wieder geben. – Bei Dorothea scheint dieses Rezept nicht geholfen zu haben. (Vielleicht hätte Dorothea einmal bei Norbert gebieten müssen, dass der Geist der Herrschsucht und Unterdrückung ausfährt.) – Jedenfalls währte das eheliche Zusammenleben von Norbert und Dorothea nur kurz.

 

Möglicherweise entzündete sich der Konflikt zwischen Norbert und Dorothea Homuth am Ehebett. Wie alle jungen Ehefrauen wird auch Dorothea von einem romantischen Ehebett und von erfüllter Liebe geträumt haben. Denn das ist ja für Gläubige auch von der Bibel her recht und billig (siehe oben). Doch mit diesen Illusionen war sie bei Norbert an die falsche Adresse geraten. 

Schauen wir uns einmal Norbert Homuths verschrobene und absonderliche Vorstellungen von Liebe, Ehe und Sexualität an:

Brauchen wahre, geistliche Christen wirklich kein Ehebett und kein gemeinsames Schlafzimmer? Sollten sie sich weitgehend aller „fleischlicher Wollust“ und „heidnischer Brunst“ und der „niedersten aller Erdenlüste“ (= Sexualität) enthalten? Stellt auch die eheliche Sexualität nur eine „gegenseitige Selbstbefriedigung“ dar, wie Homuth meinte? – Ob das so ist, das liegt nicht in der Natur der Sache. Das ist ganz von der Qualität der partnerschaftlichen Beziehung abhängig.

Wenn christliche Ehepartner kein Ehebett mehr haben und ihre Schlafzimmer getrennt sind, dann ist das allermeist kein Zeichen für besondere Geistlichkeit, sondern ein alarmierendes Warnsignal dafür, dass sich ihre eheliche Gemeinschaft in einer gefährlichen Schieflage befindet, oder aber, dass einer der beiden (oder beide) in den reißenden Strudel einer absonderlichen Irrlehre über Heiligung geraten ist mit einem rigorosen „Nichtverschonen des Leibes“ (Kol 2,8.20-23 vgl. 1.Tim 3,1-5).

 

Wenn die Heilige Schrift im Neuen Testament davon spricht, dass „die Ehe ehrbar in allem, und das Ehebett unbefleckt bleiben soll (Hebr 13,4), dann bedeutet das nicht, dass die Ehepartner auf Sexualität verzichten sollen (sofern nicht die Absicht besteht, ein Kind zu zeugen). Damit ist vielmehr gemeint, dass die Ehegemeinschaft von Treue, Rücksichtnahme und Reinheit bestimmt sein soll, nicht von Unzucht und Ehebruch, „denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten“. (Zu „Unzucht“ siehe die Begriffserklärungen auf S. 36.) Wenn sich die eheliche Liebe nicht auf alle Ebenen bezieht – auf Partnerschaft und Freundschaft (philia), umfassende Lebensgemeinschaft (koinonia/zoé), geistliche Liebesgemeinschaft (agape) und Sexualität (eros) – dann wird der wahre und tiefere Sinn von Ehe verfehlt. Ehe und Sexualität sind eine gesegnete Erfindung und Gabe Gottes wie alle Dinge seiner Schöpfung! (1.Mo 1,27.28.31) Geschlechtliche Liebe ist auch nach dem Sündenfall nicht generell eine „schmutzige Sache“ oder „niedere Fleischeslust, sondern immer noch ein Geschenk Gottes. Unter der segnenden Schirmherrschaft Gottes ist eheliche Intimität und Sexualität ein Wunderwerk innigster Liebesgemeinschaft von Mann und Frau. Gott verwendet dieses Mysterium sogar als gleichnishaftes Bild für seinen Alten und Neuen Bund mit den Menschen (siehe Eph 5,31-33;  Joh 17,3;  Mt 25,10-12;  7,23  – vgl. Jes 54,5;  Jer 9,22. 23;  31,34). Es besteht also keinerlei Veranlassung, eine in der oben (auf S. 17) beschriebenen Weise gelebte Ehe und Gattenliebe als „gegenseitige Selbstbefriedigung“ und „fleischliche Begierde“ herabzuwürdigen, wie Homuth es tut! Der (legitime) geschlechtliche Liebesakt besitzt bei Gott einen derart hohen Stellenwert, dass der Schöpfer sogar die Neuerschaffung menschlicher Wesen an diesen geheimnisvollen Vorgang geknüpft hat. Über die Ehe schreibt der Apostel Paulus: „»Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.« (er zitiert hier aus 1.Mo 2,24 und fährt fort:) Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es (allegorisch) auf Christus und die Gemeinde.“ (Eph 5,31.32)

Homuths negative Einstellung zur Ehegemeinschaft und zur menschlichen Leiblichkeit – und insgesamt zur stofflichen Welt (Schöpfung) – wurzelte in einer verkehrten Sichtweise, die nicht dem Gesamtbild biblischer Lehre entspricht. Seine Verachtung der natürlichen menschlichen Bedürfnisse und der kreatürlichen Lebens- und Sinnesfreude entsprang einer gnostisch-dualistischen Leibfeindlichkeit, die Homuth in bestimmte Aussagen der Paulus-Briefe hineininterpretierte.   Doch die Bibel vermittelt uns ein ganzheitliches Menschenbild über eine organische Einheit von Geist-Seele-Leib. In dieser von Gott geschaffenen Personalität ist auch Raum für die leiblichen Bedürfnisse und natürlichen Freuden, die gar nicht von der wahren „Freude am HERRN“   zu trennen sind (Neh 8,10;  Pred 2,25;  8,15;  Jes 65,13;  Spr 13,25;  Apg 14,17;  1.Tim 6,17). Was aber sind dann die „fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten“? (1.Petr 2,11 – vgl. Röm 5,12;  7,7.8;  8,12.13;  Gal 5,16-21.24;  Eph 2,3;  4,22;  Kol 3,5;  1.Tim 6,9;  Tit 3,3;  Jak 1,14.15;  2.Petr 1,4;  1.Joh 2,16.17) – Es sind die sündigen Regungen und Verhaltensweisen, die seit dem Sündenfall durch die sündige Wesensnatur (die „Sünde“ singular) im Menschen sind (Röm 5,12;  3,23;  Pred 7,20;  Ps 14,3). Im geistlich wiedergeborenen Gläubigen bildet die sündige Wesensnatur – die auch nach seiner Bekehrung noch da ist - einen Gegensatz zu dessen lebendigem, auferweckten „Geist“ (Röm 8,5-17). Dadurch spielt sich in jedem Gläubigen ein Kampf zwischen „Fleisch und Geist“ ab (Gal 5,16.17;  Röm 6,1-13,  7,18-27).

Dieser Kampf wird erst enden, wenn wir Gläubigen bei der „Entrückung“ diese Erde verlassen und wenn bei diesem besonderen „Exodus“ (Auszug) unsere Leiber in einen geistlichen „Leib der Herrlichkeit“ verwandelt werden (Röm 8,23-25;  Phil 3,20-21;  1.Kor 15,35-55). (Mehr dazu im 7. Kapitel: „Homuth und die Sünde und die gnostisch-dualistisch geprägte Leibfeindlichkeit.)

Halten wir fest: Der Mensch in seiner Gesamtheit (als „Individuum“ = „Unteilbares“) – bestehend aus Geist, Seele und Leib (1.Thess 5,21) – ist auch nach dem Sündenfall ein Abbild Gottes (1.Mo 1,27;  9,6;  Jak 3,9). Die angemessene Befriedigung der natürlichen leiblichen Bedürfnisse sowie die damit verbundenen Freuden, sind nicht als sündige „Begierden des Fleisches“ anzusehen. Eine asketische Vernachlässigung der körperlichen Bedürfnisse führt nicht zu besonderer Heiligkeit, sondern regelmäßig zu Fanatismus und/oder zu einem verhängnisvollen Schiffbruch im Glauben.

Homuth begründete seine leibfeindlichen, extrem-asketischen Weltentsagungs-Tiraden stets mit einseitig ausgewählten Bibelaussagen wie etwa: „Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes.“ (Jak 4,4) Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Begierde; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“ (1.Joh 2,15-17) Tötet die Glieder, die auf der Erde sind (Kol 3,5). „… die ganze Welt liegt in dem Bösen.“ (1.Joh 5,19) – Was Homuth dabei jedoch meistens verschwieg, das war die biblische(!) Definition, woraus diese abzutötenden „Glieder“ bestehen. Die vollständige Aussage der Heiligen Schrift lautet nämlich:

„Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist! Um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. Unter denen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet. Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund. Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und (durch die Bekehrung und geistliche Wiedergeburt) den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat!“ (Kol 3,5-10 – siehe dazu auch die „Werke des Fleisches“ in Gal 5,19-21 und 1.Kor 6,9.10)

In diesen Aufzählungen der bösen, sündigen „Begierden des Fleisches“ suchen wir vergeblich nach den natürlichen-menschlichen Regungen wie Essen, Trinken, Singen, Tanzen, Feiern, Sport, Wandern, Haustierhaltung, Naturerkundung, Gärtnerei, Kunsthandwerk, Unterhaltung oder eheliche sexuelle Freude. Allerdings müssen wir uns die Frage stellen, ob nicht vielmehr die verdrehten Darstellungen und der unreine Sprachstil Homuths als „fleischliche“ und sündige Regungen von „Wut, Bosheit, Lästerung und schändlichem Reden“ anzusehen sind! Wenn Homuth nun aber einfach per definitionem (also durch reine Definition) alle irdisch-natürlichen Regungen zur Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft und bösen Lust erklärte, dann war ihm selbst durch gute Argumente nicht mehr beizukommen. Dann waren alle Debatten mit diesem Irreführer vergeblich und überflüssig (Mt 7,6; Tit 3,10.11). (Siehe 7. Kapitel: „Homuth und die Sünde und die gnostisch-dualistisch geprägte Leibfeindlichkeit.)

Natürlich liegt der Fokus eines entschiedenen Christen nicht mehr in den irdischen Dingen. Sein Herz schlägt für Jesus, für die Gemeinde Jesu und für die geistlichen Dinge: „Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes! Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist! Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.“ (Kol 3,1-3) Doch bei jeder allzu übertriebenen Weltverachtung und bei hyper-asketischen Allüren müssen wir hellhörig werden. Denn eine solche Haltung deuten in der Regel auf eine irregeleitete falsche Weltsicht.

In den Lieblingsschriftstellen Homuths wie „Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist!“ (1.Joh 2,15-17), „wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist?“ (Jak 4,4) und „… die ganze Welt liegt in dem Bösen.“ (1.Joh 5,19) werden im griechischen Grundtext für den Begriff „Welt“ die Vokabeln „aion“ (Zeitalter) und „kosmos“ (Weltordnung) verwendet. Bei solcher negativ gefärbten Bedeutung von „Welt“ geht es also nicht um die „Erde“ () als Gottes „Schöpfung“ (ktisis), sondern um das gefallene, gottentfremdete System der Welt-Zeit-Ordnung, in der die sündigen „Begierden“ herrschen. (Dieses System ist besonders deutlich sichtbar in den Großstädten und Welt-Metropolen.) In entsprechender Weise ist der Teufel in diesem System der „Gott dieser Welt bzw. der „Fürst dieser Welt (Joh 12,31;  16,11.31;  Eph 2,2;  2.Kor 4,4). Auch da werden für „Welt“ die Begriffe aion“ (Zeitalter) und „kosmos“ (Weltordnung) verwendet. Denn Satan übt im gefallenen System der Welt-Zeit-Ordnung eine gewisse Verführungsmacht aus – nämlich die „Macht der Finsternis“ (Lk 22,53;  Apg 26,18;  Kol 1,13). Dort sind die heidnischen Menschen und die Ungläubigen „geistlich tot in Vergehungen und Sünden“ und „ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt (Eph 2,1.2.12). Trotzdem gehört dem Teufel nicht das geringste Stäubchen auf der ganzen Erde () oder in der universellen Schöpfung (ktisis) Gottes: „Des HERRN ist die Erde und ihre Fülle, die Welt und die darauf wohnen.“ (Ps 24,1 – siehe auch 1.Kor 10,26 u. Ps 50,12) „Der Himmel ist der Himmel des HERRN, die Erde   aber hat er den Menschenkindern gegeben.“ (Ps 115,16) Auch nach dem Sündenfall ist der Teufel nicht der Eigentümer oder Besitzer der Erde! Sie ist und bleibt das Eigentum Gottes! Es ist immer noch der Allmächtige, der auch nach dem Sündenfall souverän über die ganze Erde und das ganze Universum herrscht: Alles, was dem HERRN wohlgefällt, tut er in den Himmeln und auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen.“ (Ps 135,6) – Nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt sitzt Jesus Christus auf dem Thron zur Rechten Gottes und ist für ewig als souveräner Pantokrator (Allesbeherrscher) eingesetzt worden (Mk 16,19;  Hebr 10,12;  12,2;  Phil 2,5-11). Deshalb kann Jesus mit Fug und Recht erklären: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.“ (Mt 28,18) Er herrscht, bis Gott ihm alle Feinde unterworfen und unter seine Füße gelegt hat (1.Kor 15,25-28;  Hebr 1,13;  2,5-15). Bis dahin gewährt Gott dem Teufel einen gewissen Wirkungsraum, um die Menschen zu prüfen, welchem Herrn sie dienen wollen (Mt 6,24). (Siehe 8. Kapitel: „Homuths unbiblische Perspektive von der Welt und von der Politik.)

Es stimmt zwar, dass für Gläubige das „Bürgerrecht im Himmel ist“ (Phil 3,20) und sie somit „Fremde und ohne (bleibendes) Bürgerrecht auf der Erde sind“ (Hebr 11,13-16), das bedeute aber nicht automatisch, dass sie hier im „Feindesland“ sind. Die gegenwärtige Schöpfung und Erde ist für Gläubige (ja für alle Menschen!) nur ein vorübergehender Wohnort. Doch die ganze Erde und Schöpfung ist das Eigentum des HERRN! Als Gläubige befinden wir uns im Eigentum Gottes! Wir sind das „Licht und das Salz der Erde“ (Mt 5,13-16). Und wir sind ein „königliches Priestertum“ (1.Petr 2,9;  Offb 1,5.6). Wir sind in der Welt, aber nicht von der Welt (Joh 17,11.14-18). Unsere Bestimmung liegt nicht darin, uns von der ganzen („feindlichen“) Welt zu isolieren, sondern uns zu heiligen (Hebr 12,14) und vom Unreinen in der Welt abzusondern (2.Kor 6,14-18;  7,1;  Eph 5,11). Darüber hinaus hat die Gemeinde Jesu (als Ganzes!) den Auftrag, das Evangelium zu verkünden und die Verlorenen in allem Anstand(!) zur Umkehr, zum Glauben und zur Versöhnung mit Gott zu rufen (Apg 3,19;  16,31;  26,18;  2.Kor 5,18-21).

 

Es besteht für Gläubige keine Veranlassung, die Schöpfung Gottes als böse „Welt“ zu verachten, oder die von Gott dargebotenen Freuden der Welt zu verschmähen. Die legitimen, reinen Freuden des Lebens sind keine „niedrigen Begierden des Fleisches“, wie Homuth es immer darzustellen suchte. Die wahre „Heiligung“ besteht nicht in einem freudlosen, asketischen Lebensstil. Denn es ist ja Gott selbst, „der uns alles reichlich zum Genuss darreicht“ (1.Tim 6,17). Nicht die strenge Askese, sondern „die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn“ (1.Tim 6,6).

Für derartig präzise, lehrmäßige Ausführungen hätte Norbert Homuth sicherlich wenig Verständnis gehabt. (Wie ja überhaupt seine ganze Theologie von sträflichen Vereinfachungen geprägt war.) Er hätte vermutlich mit einem Artikel wie dem folgenden darauf geantwortet:

Der Bileamsweg – wenn falsche Propheten Wahres predigen

Quelle: Norbert Homuth - GLAUBENS-Nachrichten Okt 2021 (Hervorhebungen nachträglich von J.H.:

„Bibeltreue Irrlehrer“

Wenn falsche Propheten Wahres predigen, dann wird es richtig gefährlich. Es gibt laut 5.Mose 18,22 und 5.Mose 13,2 zweierlei Sorten von Falschpropheten. Einmal diejenigen, deren Prophetien nicht eintreffen. Das sind noch die harmloseren, weil sie sich ja vor aller Welt selbst disqualifizieren. Die gefährlichen Falschpropheten sind diejenigen, deren Predigt zwar zutrifft, eintrifft und wahr ist, doch die Wahrheit auf eine Weise vermitteln, dass sie damit Abfall vom „schmalen Weg“ erreichen. Aktuell für heute sind es die Prediger, die viel von Liebe und Gnade GOTTES predigen, doch die die Liebe und Gnade GOTTES als Freibrief zum Sündigen erscheinen lassen und die Menschen in trügerischer Sicherheit wiegen.

Das beste Beispiel dafür war der Prophet Bileam. Öffentlich trat er als Prophet GOTTES und Freund Israels auf, keiner konnte ihm nachsagen, dass seine Prophetien nicht eingetroffen wären, dennoch war er einer der größten Falschpropheten, weil er die Wahrheit nur als Tarnung benutzte, um hintenherum dafür zu sorgen, dass Israel dem Götzendienst verfiel (4.Mose 31,16).

Der Bileamsweg gehört deswegen zu den raffiniertesten Methoden, das Volk GOTTES zu Fall zu bringen. Darum wird er auch unter den Verführungen der Endzeit aufgelistet (Offenbarung 2,14; Judas 11;  2.Petrus 2,15).

Im alten Volk Israel zur Zeit ihres Niedergangs wimmelte es nur so von Propheten, die meisten kamen aus den zahlreichen Prophetenschulen (Prophetenjünger). Sie weissagten ihres Herzens Trug und was die Menschen hören wollten. Die echten Propheten distanzierten sich von diesem Berufsprophetentum. Dementsprechend schreibt der Prophet Micha:

„So spricht der HERR über die Propheten, die MEIN Volk irreführen, die „Friede“ rufen, wenn ihre Zähne etwas zu beißen haben, aber dem einen heiligen Krieg erklären, der ihnen nichts ins Maul gibt: Darum wird Nacht über euch kommen, ohne Gesichte, und Finsternis, dass ihr nicht wahrsagen könnt; und die Sonne wird über den Propheten untergehen und der Tag über ihnen dunkel werden; und die Seher sollen zuschanden werden und die Wahrsager schamrot dastehen; sie werden alle ihren Bart verhüllen, weil es keine Antwort von GOTT mehr gibt. Ich aber bin erfüllt mit Kraft, mit dem GEIST des HERRN, mit Recht und Stärke, um Jakob seine Übertretung zu verkünden und Israel seine Sünde.“ (Micha 3,5-8)

Und Jesaja wird von GOTT angewiesen

Rufe aus voller Kehle, schone nicht! Erhebe deine Stimme wie ein Schopharhorn und verkündige MEINEM Volk seine Übertretungen und dem Haus Jakob seine Sünde!“ (Jesaja 58,1)

Diesen prophetischen Auftrag, dem Volke GOTTES ihre Sünden vorzuhalten, hat im Neuen Bund jeder Wortverkündiger. Jeder Prediger, der das Zeugnis JESU hat, ist Priester und Prophet zugleich; denn: „… das Zeugnis JESU ist der GEIST der Weissagung“ (Offenbarung 18,10)

Auch ich selbst habe von Anfang an diesen Auftrag von GOTT empfangen, der zwischenzeitlich immer wieder erneuert wurde. Ich kann mich noch genau erinnern an den 05. April 2016, als ich unterwegs war nach Pforzheim zu einer Straßenpredigt, wo andere Gläubige mich erwarteten, die mir gegenüber immer sehr kritisch und ablehnend sind gerade wegen meines Anprangerns der Sünde, und mir war das Herz schwer, dorthin zu fahren; ich war so elend dran, als ich in der Bahn saß, dass ich am liebsten an der nächsten Bahnstation ausgestiegen und umgekehrt wäre. Da bekam ich eine Vision vom HERRN. Ich sah mich auf einer massiven Wehrmauer oder Brücke über einen breiten Fluss gehen. Unten schlugen die Wellen heftig an der Mauer hoch. Da sprach der HERR zu mir: „Fürchte dich nicht vor ihrem Geplätscher, solange du die Sünde hasst, die auch ICH hasse, und sie anprangerst und geißelst, stehst du immer auf der richtigen Seite. ¢ Quelle: GLAUBENS-Nachrichten Okt 2021

Heute ist die gesamte Verkündigung der Kirchen und Freikirchen falschprophetisch ausgerichtet, weil ihre Prediger und Pfarrer aus den Prophetenschulen [Bileams] kommen (Universität, Bibelschule usw.) und das predigen, was der Zeitgeist gebietet und ihr Dachverband vorschreibt. Es sind Berufspropheten, die gegen Entgelt predigen, d. h. zu gut Deutsch: Denen man genügend zu Fressen ins Maul geben muss, dass sie überhaupt predigen, und dann nur das, was ihre Brötchengeber von ihnen hören wollen.

Echte Gottesmänner kommen von keiner Bibelschule oder Universität, und wenn, dann haben sie das angehäufte Kopfwissen und den ganzen Dreck nachträglich über Bord geworfen, so wie der Apostel Paulus es tat (Philipper 3,8). Sie sind von GOTT gelehrt und predigen inspiriert von dem Wort, das durch den Munde GOTTES geht und durch ihre Herzen fließt. Die Ausbildungsstätten zum Predigen sind letztlich nur für alle, die keine Berufung von GOTT haben und sich trotzdem anmaßen, von GOTT gesandt zu sein. Sie predigen nicht des HERRN Wort, das durch den Munde GOTTES geht, sondern angelerntes Bibelwissen und toten Kopfglauben:

„ICH habe diese Propheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen; ICH habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt.“ (Jeremia 23,21)

Wer einen Auftrag von GOTT hat zum Predigen, soll seinen Mund weit auftun, dass ER ihn fülle (Psalm 81,11), wer keinen Auftrag hat, soll gefälligst seinen Mund halten.“ ¢ (GLAUBENS-Nachr. 10/2021)

Homuths Darstellung über Bibelschulen und Ausbildungsstätten für Prediger (und Pastoren) ist ein fataler Trugschluss. Er meinte, „echte Gottesmänner“ benötigen keine Ausbildung, weil sie „von Gott gelehrt“ und in der Lage seien, „inspiriert das Wort zu predigen, das durch den Mund Gottes geht und durch ihre Herzen fließt“. Er meinte, „die Ausbildungsstätten zum Predigen sind letztlich nur für jene, die keine Berufung von GOTT haben und sich trotzdem anmaßen, von GOTT gesandt zu sein“. Deshalb würden sie auch nur angelerntes Bibelwissen und toten Kopfglauben predigen. – Folgt man dieser irrigen Schlussfolgerung, dann gelangt man zu der ebenso irrigen Auffassung, dass echte Gottesmänner und von Gott berufene wahre Prediger ihre Gottes- und Heilserkenntnis allein durch unmittelbare Inspiration des Heiligen Geistes empfingen. Sie brauchten also keinerlei Anleitung und Belehrung durch andere Menschen. Doch warum sollten solche „echten Gottesmänner“ dann überhaupt anderen predigen und lehren!? Warum empfangen die anderen nicht ebenso unmittelbar – d.h. durch direkte Inspiration – echte Gottes- und Heilserkenntnis!? Dann würde es doch reichen, wenn alle Gläubigen ohne Predigt und Lehre allein für sich die Bibel lesen. Dann würde es doch genügen, einfach für sie zu beten, „dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, ihnen gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst. Und dass er die Augen ihres Herzens er-leuchte, damit sie wissen, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an ihnen, den Glauben-den, ist“ (Eph 1,17.18). Denn Jesus erklärte doch: „Es steht in den Propheten geschrieben: »Und sie werden alle von Gott gelehrt sein.« (Joh 6,45) Er hatte seinen Jüngern doch den „Geist der Wahrheit“ verheißen, der sie „in alle Wahrheit führen“ werde (Joh 16,13). Der Text im 1. Johannes-Brief würde das voll bestätigen: „Die Salbung (des Heiligen Geistes), die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehre (1.Joh 2,27). Wenn man diese Bibelaussagen aus dem Gesamtzusammenhang neutestamentlicher Lehre herausreißen würde und wörtlich nähme, dann könnte alle Predigt und Lehre in den Gemeinden abgeschafft werden. Dann wären tatsächlich keine „Lehrer“ und „Lehrstätten“ (Bibelschulen) erforderlich. Dann wären aber - abgesehen von der Bibel - auch keine von „Männern Gottes“ verfassten Bücher und Schriften mehr nötig – und schon gar nicht jene von Norbert Homuth! Im Neuen Testament ist aber ausdrücklich bezeugt, dass es von Gott eingesetzte „Lehrer“ gibt (1.Kor 12,28;  Eph 4,11), und dass es ein „Charisma“ (die Geistesgabe) des „Lehrens“ gibt (Röm 12,6.7). Gemeindehirten (Älteste) sollen „lehrfähig“ sein (1.Tim 3,2;  Tit 1,9). Und wie werden zum Lehren berufene Personen zu lehrfähigen Lehrern? Durch unmittelbare Inspiration und übernatürliche Befähigung? - Nur in den seltensten Fällen! In der Regel werden sie als Schüler durch andere Lehrer unterwiesen, trainiert und im Bedarfsfall korrigiert. In diesem Sinne schrieb der Apostel Paulus seinem Schüler Timotheus: „Du nun, mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist; und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren! (2.Tim 2,1.2) Wenn nun ein oder mehrere von Gott berufene Lehrer in einer Lehrstätte Jünger Jesu unterweisen (vgl. Apg 19,9), dann ist das eine akzeptable „Ausbildungsstätte“ bzw. „Bibelschule“. Doch Homuth schloss von vornherein kategorisch aus, dass es auch gute, gesegnete Bibelschulen geben kann, an denen von Gott gesetzte Bibellehrer wirken, die neue Mitarbeiter und Leiter für den geistlichen Dienst zurüsten. Hätte Homuth selbst eine solche besucht, anstatt sich auf einer bibelkritischen Hochschule akademisch verbiegen zu lassen, „um den ganzen Dreck dann über Bord zu werfen“, dann wäre er vielleicht in der Lage gewesen, anderen „gesunde Lehre“ und den „ganzen Ratschluss Gottes“ mitzuteilen (Apg 20,20.27;  Tit 2,1), anstatt ihnen in seinen „GLAUBENS-Nachrichten“ und Büchern jenen haarsträubenden Unsinn aufzutischen, den wir dort zumeist finden. Homuth macht hinsichtlich der Bibelschulausbildung die Not zur Tugend, und die Tugend zur Not!

 

Auch wenn jemand – wie Homuth – mit noch so großem Eifer vor falschen Propheten und trügerischen Aposteln warnt, dann weist sich der Betreffende dadurch noch lange nicht als rechter Prophet und von Gott gesandter Apostel aus! Auch falsche Propheten/Apostel warnen vor falschen Propheten/Aposteln! Und oftmals warnen sie sogar noch eindringlicher vor falschen Propheten/Aposteln als andere. Dadurch wollen sie ihre Echtheit und ihre Einzigartigkeit unterstreichen. Sie sind fest davon überzeugt, sie hätten eine echte Berufung von Gott. Und der große Widerstand, den sie erfahren, wird von ihnen als klares Zeichen ihrer Authentizität angesehen. Sie meinen, sie seien die letzten wahren Propheten/Apostel, und ihr Zirkel sei so ziemlich das letzte Bollwerk gegen den Unglauben und gegen alle Verirrung. Sie sind meist vom „Elia-Syndrom“ befallen und wähnen: »Herr, sie haben deine Propheten getötet, deine Altäre niedergerissen, und ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten (jetzt auch noch) nach meinem Leben (Röm 11,3 – siehe auch 1.Kö 19,18.14). Die wenigsten falschen Propheten/Apostel sind echte Betrüger, die anderen bewusst etwas vormachen! Die meisten sind in einem frommen Selbstbetrug gefangen und betrügen zuallererst sich selbst. Das macht sie so gefährlich (Mt 24,24). Denn wer unerschütterlich von etwas überzeugt ist, der kann auch andere davon überzeugen! – „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles!“ (Jer 17,9)

Gott hasst zwar die Sünde (wie Homuth unermüdlich betonte); aber mindestens ebenso sehr hasst er die Anmaßung und den Hochmut (Ps 31,19.24;  59,13;  Spr 16,18;  21,24;  Hi 33,14-18;  Mk 7,22). Am allermeisten jedoch hasst er Selbstgerechtigkeit (Lk 18,11.12;  Röm 3,22-28;  4,2-5;  5,1.2;  10,13) und Unglauben (Hebr 11,6;  Röm 4,20;  11,20;  Joh 16,8.9;  3,16-19.36). Unglaube beschränkt sich nicht allein auf eine Leugnung der Existenz Gottes oder Jesu Christi. Mindestens ebenso schwer wiegt der Unglaube gegenüber den klaren Verheißungen Gottes in der Heiligen Schrift über die Wirkungen des Erlösungswerkes. Wer nicht anerkennt, dass allein der persönliche Glaube an Jesus Christus und sein vollbrachtes Erlösungswerk – ohne jedes eigene Werk zu einer vollständigen Sündenvergebung, Erlösung, Rechtfertigung, Heiligung, Versöhnung mit Gott, Befreiung, Wohlgefälligkeit, Erfüllung mit Heiligem Geist und geistlichen Wiedergeburt (Erweckung / Neuschöpfung) führt, der ist ungläubig und widersteht der Wahrheit Gottes!

Homuth verschob die Wirksamkeit des Glaubens auf eine (fehlinterpretierte) Buße inform von Sündenbekenntnis und radikaler Abkehr (d.h. Ablegen) von der Sünde, damit man würdig genug werde, um Jesus und den Heiligen Geist zu empfangen (vgl. S. 5 unterer Textkasten). Er meinte, ein Gläubiger habe erst dann die geistliche Wiedergeburt erfahren, wenn er völlig mit der Sünde gebrochen und Sieg über das „Fleisch“ errungen habe (siehe S. 7, GN 12/1982). (Das wäre vergleichbar mit der absurden Aussage, ein Säugling sei erst dann als vollwertiger, neugeborener Mensch zu betrachten, wenn er nicht mehr in die Windeln macht und das Laufen gelernt habe.) Das aber ist eine fatale Verkehrung von Ursache und Wirkung. Homuth beruft sich bei seinen rigorosen Ansichten einseitig auf das Schriftwort „jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde“ (1.Joh 3,9). Dadurch missachtet er die Gesamtlehre des Neuen Testaments und viele komplementär ergänzende Schriftaussagen wie Jak 3,2;  Pred 7,20;  1.Joh 1,8-10; 2,1.2;  Mt 18,15-18;  Lk 17,3.4;  Hebr 4,15.16;  1.Kor 5,9-11;  2.Kor 7,1. Doch wer Gläubigen die Erlösung, die Gotteskindschaft und die geistliche Neugeburt abspricht, weil sie noch keinen völligen Sieg über die Sünde haben (vgl. 1.Joh 1,8-10; 2,1.2), der ist ein Werkzeug des „Verklägers der Brüder“ (Offb 12,19;  2.Kor 11,13-15). „Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen.“ (2.Kor 11,13 – vgl. Mt 24,4.11) Mit seinen verkehrten Darstellungen leugnet Homuth in verhängnisvoller Weise die erlösende, befreiende und heiligende Wirksamkeit sowohl des Blutes Jesu als auch der Gnade Gottes und des Glaubens!

„… und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde (1.Joh 1,7 – vgl. Hebr 9,14;  Offb 1,5).

Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben.  Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist. … Dem aber, der Werke tut wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit. Dem dagegen, der nicht Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet (Röm 3,22-26;  4,4.5).

In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich gegeben hat in aller Weisheit und Einsicht. … In ihm seid auch ihr, als ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“ (Eph 1,7.13)

„Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen [= bekehrte Menschen aus den Nationen] Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab wie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. Nun denn, was versucht ihr Gott, [durch die Forderung der gesetzlichen Einhaltung von Geboten und Verboten] ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise gerettet zu werden wie auch jene.“ (Apg 15,8-11)

Jesus Christus: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem [Heiligen] Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten (Joh 7,38.39).

Jesus Christus zu Paulus: „Ich werde dich … (zu) den Nationen … senden, ihre Augen zu öffnen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott, damit sie Vergebung der Sünden empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind.“ (Apg 26,17.18)

„Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns aufgrund der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.“ (Röm 5,1.2)

„Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Retter-Gottes erschien, rettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes. Den hat er durch Jesus Christus, unseren Retter, reichlich über uns ausgegossen, damit wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben nach der Hoffnung des ewigen Lebens wurden.“ (Tit 3,4-7)

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen [= Heiden]. Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin offenbart aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.« [Zitat aus Hab 3,4 – vgl. Röm 1,17;  Gal 3,11;  Hebr 10,38]“ (Röm 1,16.17)

„Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an; so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ (Joh 1,11-13)

Jesus Christus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, wird er euch geben. Bis jetzt habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei! An jenem Tag werdet ihr bitten in meinem Namen, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. (Joh 16,23.24.26.27)

Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“ (1.Joh 5,4.5)

 

„Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz [d.h. aus der Werkgerechtigkeit] ist: »Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.« [Zitat aus 3.Mo 18,5] Die Gerechtigkeit aus Glauben aber sagt so: …»Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.« [Zitat aus 5.Mo 30,12-14] Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du gerettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: »Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.« [Zitat aus Jes 28,16] … »denn jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden« [Zitat aus Joel 3,5]. … Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.“ (Röm 10,8-11.13.17).

Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus.“ (Apg 16,31)

„Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. … Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Joh 3,14-18.36)

„Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. … Und er sprach zu ihnen: … Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.“ (Joh 11,25-27;  8,24)

„Dem aber, der euch zu stärken vermag nach meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, nach der Offenbarung des Geheimnisses, das ewige Zeiten hindurch verschwiegen war, jetzt aber offenbart und durch prophetische Schriften nach Befehl des ewigen Gottes zum Glaubensgehorsam an alle Nationen bekannt gemacht worden ist“ (Röm 15,25.26).

 

„Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet! Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus. Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus (neu) geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“ (Eph 2,4-10 – siehe dazu auch 2.Kor 5,17: der Gläubige ist „in Christus eine neue Kreatur/Schöpfung“)

Apostel Paulus: „der Gerechtigkeit nach, die im Gesetz ist, [war ich] untadelig geworden. Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten; ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde – indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens (Phil 3,6-9)

Der Apostel Paulus am Ende seines Lebens: „Denn ich werde schon als Trankopfer gesprengt, und die Zeit meines Abscheidens steht bevor. Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag; nicht allein aber mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben.“ (2.Tim 4,6-8)

„[Es gefiel Gott] durch ihn [Jesus] alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist. Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen, sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums“ (Kol 1,20-23).

Die kleine Auswahl einschlägiger Basis-Schriftworte macht deutlich, dass Homuth mit seinen Darstellungen einem falschen Ansatz folgte und Ungläubige wie Gläubige in die Irre führt/e. Dadurch widersprach er den Verheißungen Gottes und verharrte in einer Haltung des Unglaubens. Außerdem verführt/e er durch seine pseudo-biblischen Argumentation auch andere zu einem ungläubigen Zweifeln an der Gültigkeit der festen Zusagen Gottes (vgl. Röm 4,20-25). Das ist verhängnisvoll! Denn Ungläubige gelangen niemals durch die „enge Pforte“ in die große „Sabbatruhe“ der Erlösung. Sie können auch keine Heilsgewissheit erlangen. Jesus erklärte: „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen; denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können.“ (Lk 13,24) Nur der schriftgemäße Glaube ist der Passierschein bzw. die Eintrittskarte in das Reich Gottes und zum ewigen Leben (Joh 6,40;  11,25.26). Deshalb heißt es: „Prüft euch, ob ihr im Glauben seid, untersucht euch!“ (2.Kor 13,5 - siehe auch Lk 18,8)

 

In der Heilige Schrift warnt uns Gott eindringlich: „Fürchten wir uns nun, dass nicht etwa – da die Verheißung, in seine Ruhe (der Erlösung) einzugehen, noch aussteht – jemand von euch als zurückgeblieben erscheint. Denn auch uns ist eine gute Botschaft (Evangelium) verkündigt worden, wie auch jenen; aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband. Wir gehen nämlich in die Ruhe ein als die, die geglaubt haben, wie er gesagt hat: »So schwor ich in meinem Zorn: Sie sollen nimmermehr in meine Ruhe eingehen!«, obwohl die Werke von Grundlegung der Welt an geschaffen waren. ... Weil es nun dabei bleibt, dass einige in sie eingehen und die, denen zuerst die gute Botschaft verkündigt worden ist, des Ungehorsams wegen nicht hineingegangen sind, bestimmt er wieder einen Tag, ein »Heute«, und sagt durch David nach so langer Zeit, wie vorhin gesagt worden ist: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!« …  Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volk Gottes übrig. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken wie Gott von seinen eigenen. Lasst uns nun eifrig sein, (durch Glauben) in jene Ruhe (der Erlösung) einzugehen, damit nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams falle! … Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.“ (Hebr 4,1-11).

Das Evangelium von Norbert Homuth ist nicht das neutestamentlich-biblische Evangelium Jesu Christi (1.Kor 15,1.2), sondern ein „anderes Evangelium“ (Gal 1,6-9;  2.Kor 11,3.4) – nämlich ein „Evangelium der Buße“. Doch bei ihm geht es nicht um eine „Buße“ im neutestamentlichen Sinne einer glaubensmäßigen Umkehr und Herzens-Bekehrung (metanoia/epistrepho) zu Jesus Christus als Erlöser und Herr, sondern um eine Buße in der modifizierten Bedeutung von Sündenbekenntnis und strikter Abkehr von (d.h. Ablegung) aller Sünde. Der Begriff „Buße“ wurde im Laufe der Kirchengeschichte theologisch pervertiert (d.h. verfälscht und umgedeutet). Das sehen wir vor allem am „Buß-Sakrament“ der römisch-katholischen Kirche und an der dort praktizierten Pflicht- und Ohrenbeichte vor einem ordinierten Priester im Beichtstuhl mit anschließend erteilter Absolution. Homuth war zwar nicht gegen den Glauben, aber er rief in allererster Linie zur Buße auf – wohlgemerkt zur Buße in seinem Sinne. Denn für ihn war nicht der Glaube, sondern die Buße der wahre Schlüssel zum Heil und zum Wohlgefallen Gottes. Doch damit stellte er sich klar gegen das Wort Gottes im Neuen Testament. (Siehe dazu auch das Kapitel 5: Homuth und seine unbiblische Vorstellung von Buße und Bekehrung und Heiligung“.)

Beim Lesen der Schriften Homuths gewinnt man den Eindruck, als würde jemand eigentlich gar nicht durch die Erkenntnis Jesu Christi und den Glauben an ihn gerettet werden, sondern …

… durch die rechte Erkenntnis und Ablehnung des Antichristus (= UNO)

… durch die genaue Identifikation des Tieres aus dem Abgrund

… sowie durch die Verwerfung dessen Bildes und seines Malzeichens (= TV, Internet, Massenmedien etc.)

… durch asketische Entsagung aller körperlichen Freuden, die ja primitive „Fleischeslust“ sind

… durch die entschiedene Absonderung (Isolation?) von der kompletten bösen Welt

… durch die entschiedene Absage an jede Form der Ökumene (= „Hure Babylon“)

… durch die entschiedene Trennung von allen ökumenisierten, verdorbenen Christen

… durch die radikale Ablehnung der Freimaurerei und ihrer (vermeintlichen) Weltverschwörung

… und – last but not least – durch die Ablehnung des zionistischen Staates Israels

vor allem aber durch radikale Buße und Reue über alle seine Sünden und sofortiges Ablegen derselbigen.

Dem rechten Glauben an Jesus Christus und an das Evangelium hat Homuth offensichtlich nicht die erlösende Kraft zugemessen, die ihm das Wort Gottes zuspricht – siehe Joh 3,14-18;  7,38.38;  11,25.26;  20,31;  Röm 1,16.17;  3,22-26;  5,1.2;  10,8-17; Kol 1,22.23;  Hebr 10,19-23;  Apg 15,7-9;  26,17.18;  Gal 2,16; 3,14;  Phil 3,8.9;  2.Tim 3,15. – Wenn selbst die Recht-gläubigkeit (siehe nachfolgender Homuth-Artikel) zu nichts nütze sei, weil sie bei den meisten Gläubigen – gemäß Homuth – einer „satanischen Inspiration aus der Hölle“ entspringe, die sie zu „christlichem Gesindel“ degradiere, dann muss man sich fragen, welcher Inspiration derartig unflätige Lästerungen Homuths entspringen. Die Sprache und die Aussagen des nachfolgenden Textes machen eines deutlich: die Inspiration, aus der Homuth seine Erkenntnisse und Offenbarungen schöpfte, war nicht die des Heiligen Geistes! „An ihren Früchten werdet ihr sie (die falschen Propheten) erkennen …“ (Mt 7,15-16)

Norbert Homuth schrieb in seinem Buch „Herausforderung an die verweltlichte Christenheit“ (Band 1):

Heute hat sich das nicht geändert. Oder meinst du, die Men­schen sind inzwischen besser geworden? O nein! Die Prediger schlagen ihre Zelte auf oder sprechen in Hallen und schenken den Leuten ein von Süßwein der Hurerei, bis sie alle aus der Versammlung herausgetorkelt kommen und nicht mehr unter­scheiden können zwischen Welt und HI. Geist. Lasst euch nicht bezaubern! Wo keine Reue ist über die Sünde und Weltlust, gibt es keine echte Bekehrung.

Tue Buße, du methodistische, baptistische und pfingstlerische Otternbrut! Bereut eure Sünden, eure Verweltlichung in Kino, Tanzen, Theater, Fernsehen usw. Bereut eure Hurerei mit Ver­hütungsmitteln und Pillen, ihr Hurer und Ehebrecher. Bereut eure Verkommenheit, damit eure ungewollten Kinder, eure Hurensöhne und Bastarde keine Verbrecher werden! Bekehrt seid ihr? Ein hartgesottenes und unbußfertiges Gesindel seid ihr!

Wenn du keine Reue hast über all deine Sünden, deine Welt­lichkeit, Geldgier und Genusssucht, was willst du denn bei JESUS? Er ist nur gekommen, um Sünder selig zu machen, die ihre Sünden be-reuen. Er ist nicht gekommen, um vergam­melten Schlurchern oder sonstigen Interessenten ein reli-giöses Gefühl zu geben. Genauso gut könntest du dich dem ewig grinsenden Buddha oder einem Guru aus Indien anschließen, oder einfach Hanf rauchen. Das wäre in etwa dasselbe. [ … ]

Dieser verlogene Geist, der die Wahrheit in Lüge verkehrt, herrscht heute in fast allen Gemeinden. Sie haben zwar die richtige Lehre: Christus in der Mitte, doch sie haben die fal­sche Inspiration: aus der Hölle.

In der Praxis sieht das etwa so aus: Wenn wir die verkommenen Christen warnen, sagen sie: „Rich­tet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet!“ Sie kommen mit einer biblischen Wahrheit nach der anderen. Aber weil sie von der Hölle entzündet sind, erreichen sie auch mit der reinsten Lehre nur das, was Satan will: keine Aufregung, keiner soll gewarnt werden, alle sollen möglichst schlafend zur Hölle fah­ren. [ … ]

Mit der Gnade machen sie es genauso. Die Lehre ist richtig. Doch weil sie unter satanischer Inspi-ration stehen, machen sie mit der GnadenIehre die Menschen zum christlichen Gesindel. So suhlt man sich im Schmutz der Welt wie ein Schwein in der Jauchegrube, in Gnaden, aus Gnaden, sola gratia, sola fide. Wenn man diese Leute warnt, sagen sie: „Sei nicht so gesetzlich, verkündige uns die Gnade!“ Merkst du, welche In­spiration hinter dem reinen Dogma stecken kann? Satan er­reicht heute durch die Rechtgläubigkeit des christlichen Gesindels mehr als durch die Gottlosigkeit der Kommunisten. Du kannst bis in die Haarspitzen rechtgläubig sein, kannst die Autorität der Bibel bis aufs Blut verteidigen, kannst In der Be­kenntnisbewegung „Kein anderes Evan-gelium“ sein, und doch ein auserwähltes Rüstzeug der Hölle sein. ¢ [H. Homuth: „Herausforderung an die verweltlichte Christenheit“ Band 1, S. 26-28, 36 u. 37]

Obwohl Homuth sich stets mit großer Leidenschaft gegen falsche Propheten und Apostel ereiferte, disqualifizierte er sich selbst als Prediger, Lehrer und apostolischer Wächter über Deutschland nicht allein durch seine verdrehten, falschen Lehren, sein „anderes Evangelium“ und seinen unflätigen Sprachstil, sondern obendrein auch durch seine desolaten Ehe- und Familienverhältnisse:

Gemäß der neutestamentlichen Lehre über die Voraussetzungen (Qualifikationen) für den geistlichen Dienst hätte Norbert Homuth aufgrund seiner desolaten Ehe- und Familiensituation noch nicht einmal das Pastorenamt oder die Funktion eines Diakons ausüben dürfen, geschweige denn das Amt eines Evangelisten, Lehrers oder Apostels. Denn solches setzt geordnete Familienverhältnisse voraus:

„Der Aufseher (= Pastor/Ältester/Hirte) nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfrei, lehrfähig, kein Trinker, kein Schläger, sondern milde, nicht streitsüchtig, nicht geldliebend, der dem eigenen Haus gut vorsteht und die Kinder mit aller Ehrbarkeit in Unterordnung hält – wenn aber jemand dem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen? – Er muss aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen, die draußen sind, damit er nicht in übles Gerede und in den Fallstrick des Teufels gerät.“ (1.Tim 3,2-5.7). (Siehe dazu weiter unten das 11. Kapitel „Homuth und die Eheordnung, die Sexualität und die Kindererziehung ab Seite xx.)

Möglicherweise war es Homuths Ehe-Konflikt (siehe S. 16-20), der dazu führte, dass bei Norbert immer mehr Wesenszüge hervortraten, die einige Personen aus seiner Glaubensgemeinschaft sehr befremdet haben. Auch andere Gründe wie kontroverse, gegenläufige Lehrauffassungen waren dafür verantwortlich, dass eine Parteiung auftrat. Jedenfalls dauerte es nicht lange, bis es unter den gut zwei Dutzend Gläubigen dieser Gemeinschaft zu einer Gemeindespaltung kam. Etwa die Hälfte trennte sich von Homuth und seinem exklusiven Kreis. Dieser Teil versammelte sich etwa ab 1986 unter der Führung von Klaus Schallwig als Hausgemeinden in der Stadt Erlangen (Stadtteil Sieglitzhof) und in Auerbach (Oberpfalz). Das war der Zeitpunkt an dem ich (Joachim Hübel) zu ihnen stieß. Ich gehörte dem Erlanger Kreis etwa zweieinhalb Jahre an. Ich brachte mich engagiert in der Straßenmission und in den Gottesdienstversammlungen ein und sammelte dadurch wichtige Erfahrungen. Dort empfing ich 1987 auch die Erwachsenen-Glaubens-Taufe. Doch dann bewirkte ein lehrmäßiger Konflikt, dass es zu einem Bruch kam und ich mich dort abrupt verabschiedete (siehe dazu die nachfolgenden drei Absätze). 

Zu dieser Zeit beschäftigte ich mich aufgrund meiner Familiensituation lehrmäßig intensiv mit der brisanten Frage, was Gottes Wille bezüglich Ehe, Ehescheidung und Wiederheirat ist. Ich erforschte unermüdlich die Heilige Schrift und trug sorgfältig alle biblischen Puzzleteile zu dieser Thematik zusammen. Ich studierte auch eine ganze Reihe von Büchern und stellte fest, dass es in dieser Frage die unterschiedlichsten Lehrmeinungen gab. Natürlich beriefen sich alle mit voller Überzeugung auf die Bibel. Nach wochenlangem Forschen unter Gebet erfuhr ich einen erkenntnismäßigen Durchbruch. Die Bibelstellen fügten sich mit einem Mal nahtlos zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Ich erlebte, wie mich der „Geist der Wahrheit“ durch das Wort Gottes in seiner Gesamtaussage „in alle befreiende Wahrheit führte“ (Joh 16,13;  8,31.32;  Ps 119,160;  Pred 7,27;  1.Kor 2,12.13). Ich erkannte, dass die lebenslange Ehe zwar Gottes Ideal ist, dass es aber Umstände geben kann, die zur Zerstörung des Ehebundes – zum „Ehebruch“ – führen. In diesen Fällen ist nicht nur eine Ehescheidung gestattet, sondern auch eine Wiederheirat möglich.

Das Ledigbleiben beider Partner nach einer Trennung mit Scheidung ist nur dann verordnet, wenn beide Ehepartner gläubig sind und der Ehebund nicht gebrochen wurde (durch Ehebruch). In einem solchen Fall darf die Möglichkeit einer Versöhnung nicht durch Wiederheirat verbaut werden (siehe Mt 5,32;  19,3-19;  1.Kor 7,10-16). Denn die beiden sind ja weiterhin innerlich verbunden und vor Gott „ein Fleisch“ (Mt 19,5.6). Erst die Sünde des Ehebruchs bzw. der Unzucht (Homosexualität, Inzucht, Zoophilie (Tiersex), sexuelle Perversion (Sadismus etc.) zerstören diese Verbundenheit und legitimieren eine juristische Scheidung. (Siehe dazu das den Link  „Jesu Ausnahme-Klausel für Ehescheidung und Wiederheirat“.) 

 

Die meisten Fehlinterpretationen bei dem Verbot der Wiederheirat beruhen darauf, dass nicht beachtet wird, dass die Erklärung Jesu Christi zur Frage der Pharisäer nach dem Scheidebrief (gemäß dem Mosaischen Gesetz) nicht den Fall einer Scheidung aufgrund von Unzucht bzw. Ehebruch behandelt, sondern aufgrund einer beliebigen Ursache (5.Mo 24,1-4;  Mt 19,7-9). Denn bei Ehebruch/Unzucht war gemäß der Thora nicht Scheidung angesagt, sondern Steinigung der Schuldi-gen (5.Mo 22,22-24;  3.Mo 20,10-18 – vgl. Joh 8,4.5). Durch den Tod der Ehebrecher bzw. Unzüchtigen war im Alten Testament der ganze Konflikt ein für allemal geklärt. Für den Fall von „Unzucht“ (zu der neben Homosexualität, Inzucht, Sodomie und Zoophilie auch der klassische Ehebruch zählt) führte Jesus für die Zeit des Neuen Bundes statt der Steinigung (Joh 8,2-11) die Ausnahmeklausel ein (Mt 5,32; 19,9), in welcher er bei dem Scheidungs- und Wiederheiratsverbot eine klare Ausnahme erlaubte: nämlich im Falle von Unzucht (incl. Ehebruch). Das ausdrückliche Gebot in 1.Kor 7,10.11, dass eine Frau (bzw. ein Mann) nach einer aktiv betriebenen Scheidung ledig bleiben soll, bezieht sich im Kontext neutestamentlicher Lehre auf den Fall, dass a) beide Ehepartner Gläubige sind und b) kein Ehebruch stattgefunden hat. Denn nur dann besteht die Ehe innerlich noch weiter fort; und in diesem Fall soll einer Versöhnung nichts im Weg stehen.

Ich verfasste zu diesem wichtigen Thema eine Broschüre und legte es unserem Gemeindeleiter Klaus Schallwig zur Prüfung vor. [Dreißig Jahre später habe ich dazu sogar ein aufwendiges Buch mit anschaulichen Graphiken verfasst – siehe dazu die Links "Ehe, Scheidung und Wiederheirat" und "Jesu Ausnahmeklausel bei Scheidung und Wiederheirat".] 

Nachdem der Gemeindeleiter meine Lehrschrift gelesen hatte, erklärte er kategorisch, dass das eine Irrlehre sei, zu der mich der Teufel inspiriert habe. Darüber müsse ich Buße tun. Andernfalls drohe mir der Gemeindeausschluss. (Dieser Mann vertritt noch heute nach 40 Jahren die generelle „Unauflösbarkeit der Ehe“ mit striktem Scheidungs- und Wiederheiratsverbot.) – Damit war für mich die Angelegenheit entschieden und ich verließ diesen Kreis. Das war einerseits ein sehr schmerzvoller Schritt, denn ich wurde dadurch für die ganze Gemeinschaft quasi zum Geächteten. Doch andererseits öffnete sich für mich eine neue Tür zur glaubensmäßigen Weiterentwicklung. Zwei Jahre später begann meine Bibelschuzeit (siehe dazu mein Persönlichkeits-Profil). Die Jahre auf der Bibelschule Bad Gandersheim 1989-91 gehören für mich mit zur besten Zeit meines Lebens. Dort weitete sich mein Blick für den geistlichen Reichtum, der den Gläubigen „in Christus“ durch Glauben geschenkt ist.

Doch zurück zu Norbert Homuth. Auch er vertrat in den ersten Jahrzehnten seines Auftretens das kategorische Verbot von Wiederheirat nach einer Scheidung. Erst im Jahr 2003 schwenkte er um, da er zu einer anderen Erkenntnis gelangt war. Er verfasste über seine neue Sicht sogar eine 12-seitige Broschüre (siehe oben bei Medien auf S. 14). - So wie er zuvor all jenen (buchstäblich) „die Hölle heiß gemacht“ hatte, die in bestimmten Fällen einer Scheidung die Wiederheirat gestatten, so heizte er dann jenen ein, die „unschuldig Geschiedenen“ die Wiederheirat verboten (z.B. im Falle des Ehebruchs und der initiativen Scheidung durch den schuldigen Partner). Dadurch würden die Betroffenen ja indirekt der Unzucht preisgegeben werden (siehe 1.Kor 7,2-5). Unfassbar!

Als ich im Jahr 1989 Homuths Gemeinde zu einem Gottesdienst besuchte, vertrat er noch die alte Position. Es war mein zweiter Besuch. Der Gottesdienst fand in ihren neuen Gemeinderäumen in der Schäßburger Straße in Fürth statt. (Der Versammlungsraum war ein schmuckloses, einfach möbliertes Zimmer. Vorn ein schlichtes Rednerpult. Die Bestuhlung bestand aus mehreren Reihen alter Kino-Klappsessel, die ihnen von Nürnberg aus der Rothenburger Straße gefolgt waren.) Die versammelten Brüder und Schwestern zählten kaum mehr als ein gutes Duzend. Damals war Alfred Homuth - der Vater von Norbert - als Gemeindeleiter eingesetzt. Joachim Krauß begleitete den Gesang auf dem Harmonium. Nach der Hauptverkündigung durch Norbert Homuth und Joachim Krauß wurde gefragt, ob jemand ein Glaubenszeugnis oder „ein Wort vom Herrn“ habe. Woraufhin ich mich meldete und eine Kurzpredigt von etwa 12 Minuten hielt. Mit klaren Worten versuchte ich ein Verständnis zu wecken für den Unterschied, der zwischen dem „Dienst im Heiligen Geist“ und dem „Dienst im (religiösen) Fleisch“ besteht, und zwischen dem „Dienst im lebendigen Wort“ und dem „Dienst im tötenden Buchstaben“ (2.Kor 3,5.6). Nach dem Gottesdienst führte ich mit der Gemeindeleitung (bestehend aus Alfred u. Norbert Homuth, Joachim Krauß, Michael Lange und Jörg Großelümern) noch ein Gespräch, in welchem ich auf das Thema Scheidung und Wiederheirat einging. (Nach meiner Erinnerung überreichte ich ihnen dabei auch die besagte Ehe-Broschüre.) – Wenige Tage später erhielt ich von Alfred Homuth ein Schreiben, in dem er mir mitteilte, dass weitere Besuche von mir in ihrer Gemeinschaft nicht erwünscht seien. Und einige Zeit später erschien in einer Ausgabe der GLAUBENS-Nachrichten eine Widmung, in welcher Norbert Homuth unter anderem auch auf meinen Besuch einging. (Siehe dazu den nachfolgenden Artikel; der Textkommentar zu meinem besagten Besuch ist rot markiert.):

Langer Rede kurzer Sinn

Für einen Christen gilt es, keusch zu sein auch im Reden und Schreiben, d.h. ein geistlicher Mensch wird weder lange schwafeln noch 20 Seiten lange Briefe schreiben, was ein Zeichen von geistlicher Disziplinlosigkeit wäre. “Was gut ist und nötig, das redet“ (Eph.4,29)!

Ich übernachte deswegen, wenn Ich unterwegs bin, auch nur selten bei den Gläubigen, weil mir das viele Gerede zuwider ist. Ich habe vom HERRN einen Dienst bekommen, den ich mir beileibe nicht ausgesucht habe und dem ich von meinem Naturell her gar nicht gewach­sen bin. Darum muss ich mit meinen Kräften haushalten und brauche die Zurückgezogenheit wie Luft zum Atmen.

Als Student diskutierte ich mit den Kommilitonen oft Nächte hindurch in einem Studenten-lokal bei Bier, Spezi, Bratwürsten und Sauerkraut. Doch längst ist mir klar: “Wo viele Worte sind, geht es ohne Sünde nicht ab“ (Spr. 10,19)

Luther hatte neben seinen vielen Irrlehren zumindest 1 Wahrheit gebracht, als Ratschlag für Prediger: Sieh schnell auf, tu‘s Maul auf, hör bald auf!

Die Schwafler verteidigen ihr Endlos-­Gelaber oft mit dem Hinweis auf die Gemeinden im Osten, wo eine Versamm­lung oft 4 Stunden lang dauere. Gut, wenn der Geist weht, kann sie von mir aus 10 Stunden lang dauern (Apg. 20,9). Wenn er aber nicht weht, sollte man als Prediger doch so viel Gefühl haben und rechtzeitig wieder aufhören; denn schla­fen können die Leute zu Hause im Bett viel besser. Ich gebe keinem Schuld, der in der Versammlung schläft. Wenn ich sehe, dass während meiner Predigt einer schläft, was öfters mal vorkommt, so empfinde Ich das immer als meine ei­gene Schuld; denn wo der Geist weht, da vergeht den Leuten das Schlafen und sie erschrecken zutiefst über ihre Sünden.

Schon öfters bekam ich Briefe, an die 20 Seiten lang. Solche wandern bei mir immer um die Ecke, da steht ein Pa­pierkontainer in der Herderstraße.

Die Schreiber solcher Romane sind meist sehr von sich eingenommen und tun so, als kämen ihre “apostolischen“ Briefe an Wichtigkeit gleich hinter den Paulusbriefen.

Für die Predigt gilt das gleiche. Einmal war einer da oder besser gesagt zweimal. Er gehört zu den Leuten, die sich offenbar gerne reden hören, und des­wegen immer möglichst weit ausholen. Als er aufstand und zum Predigtpult ging, machte ich mir bereits Vorwürfe, solche Leute zu Wort kommen zu las­sen, zumal er die Wiederheirat von Ge­schiedenen lehrt. Er schmatzte erst ein paar Mal und dann ging es los: bla, bla, schwafel, schwafel. Am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte Ihn am Schlips gepackt und über das Red­nerpult gezogen. Aber ich ging dann lieber mit mir selbst ins Gericht; denn schließlich war meine Menschengefälligkeit schuld.

Durch den beschränkten Platz in den GN bin ich geschult, auf kleinstem Raum alles zu sagen, was ich zu sagen habe. Ich bin dankbar für diese Er­ziehung zu “kurzer Rede langem Sinn“. Und ich darf zur Ehre Gottes sagen, dass ich mit diesem unscheinbaren Monats-Din A4 in der geistlichen Land­schaft schon mehr bewegen und ver­ändern konnte als so manches dicke Magazin. ¢ [GLAUBENS-Nachrichten 3/1990]

 

Für Norbert Homuth galt der Grundsatz „in der Kürze liegt die Würze“ – nämlich die Würze von verbalem Pfefferspray. Damit heizte er anderen tüchtig ein und reizte sie in der Versammlung oder als Straßenprediger in den Fußgängerzonen vieler Städte zu lautem Ach- und Wehgeschrei. (Da musste manchmal sogar die Polizei einschreiten.) – Nebenbei bemerkt: Wie schade, wenn in einer Versammlung die Gläubigen nur deshalb nicht einschlafen, weil sie durch eine feurige Bußpredigt zutiefst über ihre Sünden erschrecken“.

Natürlich wird bei langem Palaver oftmals viel leeres Stroh gedroschen. Doch man kann auch durch kurzes Palaver leeres Stroh dreschen. - Meine Kurzpredigt währte damals kaum länger als 12 Minuten. Homuth selbst war vorher in seiner Hauptpredigt keineswegs „schnell aufgestanden, hatte das Maul schnell aufgemacht, und sich dann schnell wieder hingesetzt“. Meine herausfordernde Botschaft hatte ihm einfach nicht gepasst. Denn ich hatte damit an wunde Punkte gerührt. Recht deutlich hatte ich davor gewarnt, einen „geistlichen“ Dienst in seelischer Kraft oder in einem religiösen „anderen Geist“ (2.Kor 11,4) auszuüben.

Jedenfalls haben der Artikel Homuths und die Ausladung aus der Gemeinde damals klar gezeigt, dass unser beider Anliegen und unsere Wesensart nicht kompatibel waren. Insofern war die Schmähung Homuths für mich sogar ein indirektes Lob. – Und sie war ein deutliches Zeichen dafür, dass meine Warnung als solche angekommen war. Doch wie es häufig ist: jene, die andere harsch und heftig kritisieren, vertragen selbst keine Kritik und reagieren darauf höchst allergisch.

Was die biblische Lehre und Theologie Homuths angeht, so muss jedem unvoreingenommenen Hörer und Leser aufgefallen sein, dass da kaum mehr geboten war als eine Aneinanderreihung simpler Schlagworte. Doch diese Theologie der verkürzten, saloppen Phrasen und Parolen wird der neutestamentlichen Erlösungslehre und der Weisheit Gottes in keiner Weise gerecht. Der Apostel Paulus wünschte den Gläubigen, dass sie die große Fülle der Erlösung zu erfassen vermögen:

„Er (Gott) gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen; dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid, damit ihr imstande seid, mit allen Heiligen völlig zu erfassen, was die Breite und Länge und Höhe und Tiefe ist, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, damit ihr erfüllt werdet zur ganzen Fülle Gottes.“ (Eph 3,16-19)

Zur Erfüllung dieses Wunsches hat Homuth mit seiner Phrasen-Theologie, mit seiner Freimaurer-Forschung, seinen verschwörungstheoretischen „Enthüllungen“ und seiner Ökumene-Kritik wenig beigetragen. Die Apostel Paulus und Apollos waren mit ihren ausführlichen Darstellungen des Evangeliums und der lehrmäßigen Zusammenhänge nicht gerade seine Vorbilder. Wenn Homuth sich beim Lesen der Paulus-Briefe nicht darüber bewusst gewesen wäre, dass diese inspiriertes Gotteswort sind und im Neuen Testament stehen, so wären sie aufgrund ihrer Länge und ihres Stils (siehe 2.Petr 3,15- 18) „im Papierkontainer um die Ecke in der Herderstraße“ gelandet (siehe oben). Und wäre der Apostel Apollus unter dem Namen Alex Müller in der Homuth-Gemeinde aufgetaucht und hätte sich zu Wort gemeldet, dann wäre in der nächsten Ausgabe der GN bestimmt ein übler Nachruf auf ihn veröffentlicht worden. Denn Apollos pflegte, sich nicht gerade kurz zu fassen, wenn er über Glaubensdinge sprach: „Ein Jude aber mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften, kam nach Ephesus. Dieser war im Weg des Herrn unterwiesen, und, brennend im Geist, redete und lehrte er sorgfältig die Dinge von Jesus (Apg 18,24.25).

 

Manchen lehrmäßigen Fragen muss genügend Raum gegeben werden, um die Zusammenhänge sorgfältig, tiefgründig und differenziert auszuloten. Eine Verkürzung würde zu Fehlinterpretationen und falschen Lehren führen, durch die die Gläubigen in die Irre geführt werden. Der Lehrdienst ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, zu der – wie auch zum Apostel-, Evangelisten und Hirtenamt – eine ausdrückliche Berufung erforderlich ist (Eph 4,11-14). Deshalb wird gewarnt: „Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein schwereres Urteil empfangen werden!“ (Jak 3,1) Nicht nur in den Großkirchen, auch in den kleineren entschiedenen, freien Gemeinden wird oftmals viel „listig ersonnener Irrtum“ verbreitet (Eph 4,14). Jahrzehntelang hat Homuth eine falsche Lehre über Ehe, Ehescheidung und über das Wiederheirats-Verbot verbreitet. Und ein halbes Jahrhundert lang hat er ein einseitig überzeichnetes, bedrohliches Gottesbild vermittelt.

Im gleichen Maße wie volks- und freikirchliche Christen über Homuths Gerichts-Gott entsetzt waren (bzw. beim Lesen seiner Schriften heute immer noch sind), so war Norbert Homuth über den populär-theologisch weichgespülten „lieben Gott“ entsetzt, der heute in den Volks-kirchen und Freikirchen vermittelt wird. Die Frage lautet nun: Wer vertritt das falsche Gottesbild?  – Wie gelangen wir von verkehrten Gottesvorstellungen, die von Wunschbildern bzw. Angst- und Horrorvorstellungen geprägt sind, zur wahren Gotteserkenntnis?

 

(Auf diese Frage gehe ich im 3. Kapitel ein: „Rückkehr zur ganzheitlichen Gotteserkenntnis – die zwei Seiten Gottes“ ab Seite xx.)

Natürlich war der Einwand von Norbert Homuth berechtigt, wenn er betonte, dass Gott nicht nur ein liebender und rettender Gott ist, sondern auch ein richtender, strafender, vergeltender und zornig werdender Gott. Darüber lässt auch die Heilige Schrift (Bibel) als Dokument der Selbstoffenbarung Gottes keine Zweifel. Deshalb besteht bei der Gewinnung und Durchsetzung unbiblischer schön- und weichgezeichneter Gottesbilder das effektivste Mittel darin, fundamentale Bibelkritik zu üben. Wem es gelingt, die Autorität des inspirierten Gotteswortes in der Bibel grundsätzlich in Frage zu stellen, der hat freie Bahn beim fantasievollen Entwerfen bedürfnisorientierter, gefälliger Gottesvorstellungen. Und genau darauf sind die institutionalisierten Kirchen im heutigen Konsumzeitalter mehr denn je angewiesen. Die kirchensteuerzahlenden Christen lassen sich heute von ihren Kirchen nicht mehr in autoritärer Weise bedrohliche Gottesvorstellugen vorsetzen. Die Zeiten, dass eine alleinseligmachende Kirche ihre Angehörigen durch Angst und Schrecken an der Kandare hält, sind vorbei. Heute müssen sie sich anstrengen und den Leuten etwas bieten – nämlich einen lieben, toleranten, wohlwollenden und beglückenden Gott, der alle Sünder via rituellem Sakraments-Konsum in den Himmel holt und selig macht.

 

Bei aller Kritik an den einseitigen, populär-theologisch weichgezeichneten Gottesvorstellungen der Kirchen und Freikirchen war Homuth selbst leider ebenso wenig in der Lage, eine ausgewogene, ganzheitlich-schriftgemäße Darstellung Gottes zu präsentieren. Auch die Gottesvorstellung Norbert Homuths war im Wesentlichen von einer einseitig-tendenziösen Verzerrung der Wesensnatur Gottes geprägt. Damit hat er sein eigenes Glaubensleben und seinen Dienst verdorben. Mit diesem düsteren, bedrohlichen Gottesbild hat er andere geängstigt, erschreckt, abgestoßen und verdammt. Er hat es geradezu als Kampfmittel eingesetzt gegen die Gottesdarstellungen der Vertreter des institutionalisierten Christentums und der Evangelikalen. Das Problem besteht jedoch nicht darin, einer einseitigen Gottesvorstellung anzuhängen. Denn wir alle beginnen bei unserem Suchen und Ringen um die rechte Gotteserkenntnis bei einer begrenzten, verzerrten Ansicht über Gott. Das Problem besteht jedoch darin, bei einer solchen ungenügenden, einseitigen Vorstellung stehen zu bleiben. Hiob musste da eine harte und schmerzhafte Schule durchlaufen. Doch am Ende hatte er die Lektion begriffen. Da konnte er bekennen: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich mein Geschwätz und bereue in Staub und Asche.“ (Hi 42,5.6) Leider ist Homuth in seiner einseitigen Gottesvorstellung stecken geblieben. Sie war die Grundlage für viele Feindbilder, mit denen er sich umgeben und eingemauert hat. Er lebte bis zum Schluss in einer realitätsfremden Welt voller Anfeindung und Paranoia. Dabei erntete er oftmals genau das, was er selbst in reichem Maße aussäte (Gal 6,7.8; Spr 22,8). 

Etwa im Jahr 1987 ließ sich Norbert Homuth als Privatdetektiv registrieren. Da in Deutschland für Detektive keine Lizenzpflicht besteht, war das kein Problem. In diesem Zusammenhang beschäftigte er sich bestimmt auch mit einschlägigen Techniken und Methoden der Kriminologie. Dadurch eröffneten sich für ihn neue Möglichkeiten zur Beschaffung von brisanten Informationen für seine Recherchen über die Freimaurerei und die Enthüllung von Verbindungen von Gemeinden und Verbänden zur Ökumene. Andererseits stellte das für ihn sicherlich auch eine Einkunftsquelle dar zur Beschaffung von Mitteln, um die Druckkosten für seine Schriften (die er kostenlos verbreitete) und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Denn er folgte der biblischen Anweisung: „Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen.“ (2.Thess 3,10) Manchmal arbeitete er sogar als Ermittler für die Sozialhilfebehörden, um Fälle von Sozialhilfebetrug aufzudecken.

Bei den Methoden der Ermittlung und der Informationsbeschaffung war er nicht wählerisch. Denn der Zweck heiligt ja die Mittel. Einmal wurde er dabei erwischt, wie er im Papiermüll einer Freikirche wühlte, auf der Suche nach belastendem Material – ganz nach dem Motto: zeig mir deinen Müll, und ich sage dir, wer du bistund ob du Verbindungen zur Ökumene pflegst. Er scheute sich auch nicht, Privatgrund zu betreten und durch die Fenster zu spähen. Denn er wollte herausfinden, welche Prediger und geistlichen Leiter das „Bild des Tieres“ (Offb 13,15;  16,2;  19,20) – das TV – im Wohnzimmer oder (heimlich) im Schlafzimmer stehen hatten. Später nutzte Homuth für seine brisanten Recherchen das Internet sogar selbst. Er war zwar der Auffassung, dass ein TV-Kabel- und Internet-Anschluss gleichbedeutend sei mit dem Empfangen des Malzeichens des Antichristen, aber er stellte es besonders schlau an: er ging einfach ins Internet-Cafe!

Viele Personen suchte er persönlich auf, um sie mit Anschuldigungen, beißender Kritik und Zurechtweisungen zu konfrontieren. Ein häufig von ihm dabei verwendeter Satz lautete: „Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust.“ (Offb 2,5) Außerdem schrieb er viele Briefe an Leiter christlicher Gemeindeverbände und Werke, aber auch an Politiker. So wies er beispielsweise den früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck scharf zurecht und forderte ihn auf, Buße zu tun wegen seinem Konkubinat (Ehe ohne Trauschein) – also ganz im Stil von Johannes dem Täufer (Mk 6,17.18). Manche Ermahnungsbriefe endeten mit dem Gruß: „Gott strafe Sie!“ – Es wundert daher nicht, dass er in der Regel keine Antworten erhielt. Immer wieder verteilte er zusammen mit einigen Anhängern vor Gemeinden oder Konferenzhallen Warnschriften. Manchmal waren die Ordnungskräfte mit einem Foto von Homuth ausgestattet und hatten die Anweisung, diesem Mann den Zutritt zu verweigern. Wo es ihm gelang, sich dem Zugriff der Ordner zu entziehen und Zutritt zu Gottesdiensten oder Veranstaltungen zu erhalten, schrie er den Versammelten seine leidenschaftlichen Bußrufe direkt zu. Schauen wir uns einmal derartige Auftritte an, wie Homuth sie in seinen Schriften darstellte:

Letzten Sonntag (im Jan 1990) war Prediger Kopfer­mann in der Nürnberger Meistersinger­halle. Zur Schlussveranstaltung kam ich auch hin mit meinen Brüdern Michael Lange, Jan Pfeil und Jörg Große-lümmer n, um Warnschriften zu verteilen. [Anmerkung: Wolfram Kopfermann war der ehemalige Leiter der „Geistlichen Gemeinde-Erneuerung“ in der Evangelischen Kirche; enttäuscht darüber, dass sich in er Ev. Kirche keine echte Veränderungen und Verbesserungen abzeichneten, trat er 1988 als Pfarrer der EKD zusammen mit seiner Gemeinde in Hamburg aus der Kirche aus. Später gründete er den freikirchlichen Verband der Anskar-Kirchen, in denen konsequent neutestamentlich-biblisches Christentum verwirklicht werden soll. Zu diesen Vorgängen hat er das Buch „Abschied von einer Illusion“ geschrieben. - Der bekann-te christliche Musiker, Lobpreis-Songwriter und Produzent Arne Kopfermann ist sein Sohn. – Anm. v. J.H.]

Mit aufgesetzter Fröhlichkeit, viel Ulk und aalglatter Schönpredigt wollte sich der Charismatikus in die Herzen der Zuhörer predigen. Jedesmal wenn er einen Witz losgelassen hatte, konnte sich der verweltlichte Kirchenpöbel vor Lachen kaum noch einkriegen. Sie honorierten Kopfermanns Albernhei-ten jeweils mit frenetischem Beifall, so als hätte Karl Valentin auf der Bühne einen Schwank erzählt. Ich dachte mir, warte Bursche, das kannst du bei dir in deiner Ansgar-Sekte in Hamburg machen, aber hier in Nürnberg kommst du nicht ungestraft davon!

Nachdem Kopfermann genug geflachst hatte, ordnete er ein paar Schweigeminuten an. Die ganze Meistersinger­halle lag in tiefer Stille. Aber nur kurz; denn ich benutzte diese gute Gelegen­heit und rief von der Empore aus so laut ich konnte in die große Halle hinein: “Wehe dir, Kopfermann, du lauer und verweltlichter Prediger, du pre­digst nicht den Christus der Bibel, sondern ein anderes Evangelium. Der Christus der Bibel fordert Abkehr von der Sünde, Abkehr von der Sünde, Abkehr von der Sünde!“

Die Halle sah unter mir aus wie ein wogendes Ährenfeld, in das der Sturm bläst, weil die Menschen sich auf ihren Sitzen hin und her drehten.

Nachher vor der Halle war dann das finale furioso. Ich erinnere mich an den “Major“ Müller von der Heilsarmee (nicht zu verwechseln mit der Wach- und Schließgesellschaft), der es trotz gerade über-standenem Infarkt nicht lassen konnte, uns mit wüsten Schimpfworten zu beharken. In seiner Uniform erinnert mich dieser Möchtegern-Major immer an die Hochstapeleien des Hauptmanns von Köpenick.

Andere Charismatiker umringten mich und schrieen wüst durcheinander, bis ich mitbekam, worum es geht: sie wollten Teufel aus mir austreiben. Der Lautstärkste unter ihnen griff mir plötzlich an die Gurgel und wollte mich würgen. Da wusste ich wieder einmal, mit wel­chem Geist ich es hier zu tun hatte. Ein anderer rief auf einmal dazwischen: „Auf diesem Mann ruht Gottes Geist!“ Da waren sich auch die anderen nicht mehr schlüssig und ließen von mir ab, ja wurden sogar freundlich, und der „Würger“ gab mir sogar freundlich die Hand. – Welch ein Irr- und Wirrgeist herrscht doch in der Charis-matischen Bewegung! ¢  [N.Homuth „GLAUBENS-Nachrichten” 2/1990]

Rückblick auf 50 Jahre Dienst für den HERRN

[Anm. v. J.H.: Markus Baum ein ehemaliger Redakteur des Evangeliumrundfunks ERF behauptete, der ERF und zahlreiche andere christliche Einrichtungen hätten über viele Jahre hinweg das Gespräch mit Norbert Homuth gesucht, seien dabei aber bei diesem stets nur auf Ablehnung gestoßen. Homuth widersprach dieser Darstellung folgendermaßen:] In Wirklichkeit war es gerade umgekehrt: ich war derjenige, der das Gespräch sowohl mit dem ERF und mit ldea und anderen Allianz-Werken suchte. Und sie waren es, die jedes Ge­spräch ablehnten. Ich war des Öfteren beim Evangeliumsrundfunk ERF in Wetzlar, um Horst Marquardt zu sprechen, doch man ließ mich nicht mal durch die Pforte.

Einmal meldete ich mich wieder an der Pforte bei Marquardt an; diesmal wurde ich bis zu seiner Sekretärin durchgelassen. Die ließ mich in einem Zimmer warten mit der Vertröstung: Herr Marquardt kommt gleich. Doch er kam nie, hatte sich aus dem Staub gemacht. Seine Sekretärin ließ mir nach langer Wartezeit ausrichten, er musste zu einer Konferenz. Doch ich war skeptisch und suchte sofort seine Privatwohnung in Rechtenbach auf. Von wegen Konferenz! Er saß in Hausschuhen im trauten Heim. Seine Tochter hatte mich schon ins Haus eingelassen, so wuss­te er zunächst nicht, wie er sich verhalten solle und starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an. Schließlich sagte er: “Mit Ihnen spreche ich nicht!“ Umso mehr sprach ich mit ihm [nämlich über die Verweltlichung des ERF, und dass dort ein „anderes Evangelium“ verbreitet wird – Anm. v. J.H.]. Er konnte ja nicht aus seinem eigenen Haus fliehen, und das noch in Hausschuhen, und so muss­te er wohl oder übel mit mir vorlieb nehmen. Am Ende wollte ich noch beten. Als ich die Hände emporhob zum Gebet, eilte er auf mich zu und drückte mir die Arme mit Gewalt nach unten. Er konnte das spontane, freudige Gebet nicht ertragen, dachte wohl, ich sei ein Pfingst­ler, was damals in der Allianz noch verpönt war.

Die gleiche Ablehnung bei Idea (Evangelische Allianz). Als ich einmal bei ihnen läutete - damals waren sie in Wetz­lar noch in der Altenberger Straße -, mich mit meinem Namen vorstellte und sie sprechen wollte, schlugen sie mir die Tür mit lautem Krachen vor der Nase zu. Wie sagte der HERR zu seinen Jüngern? „Wer euch verachtet, der verachtet mich“ (Lk.10,16). Ich wünsche nur, dass es nicht auch für sie einst mal heißen wird: „und die Tür ward verschlossen“ (Mt. 25,10). ¢ [N.Homuth: „GLAUBENS-Nachrichten”, Nov. 2022]

Welchen Auftrag Gott ihm auch immer (gemäß seiner Empfindung) erteilte, dem wollte Homuth ohne Wenn und Aber gehorchen. In dieser Hinsicht verstand er sich ganz als berufener Prophet und Gottesbote. Unermüdlich war er damit beschäftigt, üble Machenschaften ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Homuth berief sich dabei auf die biblische Anweisung: „Und habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß! Denn   was heimlich von ihnen geschieht, ist selbst zu sagen schändlich. Alles aber, was bloßgestellt wird, das wird durchs Licht offenbar“ (Eph 5,11.13) und „was ihr ins Ohr gesprochen haben werdet in den Kammern, wird auf den Dächern ausgerufen werden“ (Lk 12,3). Doch diese Aussagen des Wortes Gottes sind ein zweischneidiges Schwert (Hebr 4,12). Denn mit dem Maß, mit dem wir andere messen, werden wir selbst gemessen werden (Mt 7,2). (Das schonungslos bloßstellende Vorgehen von Norbert Homuth ermutigt mich, in diesem Buch hier seine fragwürdigen Betreibungen in ebenso freimütiger Weise aufzudecken wie er, damit Gläubige von dem Joch seiner strengen und oftmals unbiblischen Forderungen freigesetzt werden.) Nicht nur bei der Informationsbeschaffung schlug Homuth unlautere Praktiken ein. Auch bei der Auswertung der Fakten drehte und wendete dieser Enthüllungsautor die Dinge so, dass sie in seine Sichtweise passten (siehe dazu das 4. Kapitel: „Homuth und seine Arbeitsmethoden: die hohe Kunst des Weg-lassens und Verdrehens ab S. xx).

 

Im Jahr 1994 beschloss ich, nicht länger zu den sehr verdrehten Ansichten Homuths zu schweigen. Denn durch seine unerträglich tendenziösen und verzerrten Darstellungen wurden viele Glaubensgeschwister irritiert, glaubensmäßig deformiert und bisweilen auch verängstigt. Da war es ein Gebot der Liebe, zu warnen und in sachlicher Weise Aufklärungsarbeit zu leisten. Anhand zahlreicher Beispiele aus seinen Schriften zeigte ich in meinem Büchlein durch gesunde biblische Lehre auf, in welchen Positionen Homuth in die Irre ging. Außerdem kritisierte ich seinen unreinen Sprachstil. Meine Warnschrift mit dem Titel „Die GLAUBENS-Nachrichten – Deutschlands christliche BILD-Zeitung“ umfasste 47 Seiten und erschien in kleiner Auflage im Selbstverlag.

Die Warnschrift war nicht nur an betroffene Gläubige gerichtet, sondern sollt auch gleichzeitig eine Warnung an Homuth, Krauß & Co. sein. Nach einiger Zeit erhielt ich zwei für mich besonders interessante Nachrichten: eine Homuth-Anhängerin teilte mir mit, dass sie alle von mir erhaltenen Exemplare, die ich ihr zum Weitergeben zugesandt hatte, ungelesen in ihrem Ofen verbrannt hatte (was ein Licht darauf wirft, wie Homuth-Anhänger mit Kritik umgehen) – und Joachim Krauß wies mich in einem längeren Brief scharf zurecht und forderte mich zur Buße auf, weil ich durch meine Schrift schwere Schuld auf mich lade. Er drohte mir sogar mit der Strafe Gottes. – Die hier vorliegende Schrift „Norbert Homuth ist tot“ enthält einige Auszüge aus meiner früheren Warnschrift in aktualisierter Form. – Jedenfalls macht meine frühere Warnschrift deutlich, dass ich nicht erst jetzt angefangen habe, vor Homuth zu warnen, wo er sich nicht mehr wehren kann, sondern dass es bereits zu seinen Lebzeiten vor 30 Jahren geschah. – Homuth hat sich mir gegenüber nie zu meiner Warnschrift geäußert. Er stand ja als erwählter und gesalbter Gottesbote und Wächter der deutschen Christenheit hoch erhaben über solcher Kritik. Wahrscheinlich ist sie bei ihm im Müll gelandet oder im „Papier-Container Ecke Herderstraße“. Er hat mich dann einfach kommentarlos von seiner GN-Adresslieste gestrichen. (Ich bin froh, dass die Homuth-Adressliste nicht das „Buch des Lebens und des Lammes“ ist! – siehe Offb 13,8; 20,12; 21,27.)

Bei seinen Recherchen über das Freimaurertum und über die Ökumene war Homuth geradezu besessen von dem Drang, alle üblen Machenschaften und Verbindungen aufzudecken, ans Licht zu bringen und zu strafen (gemäß Eph 5,11.12). Daher scheute er keine Mühe, um an brisante Informationen und belastendes Material zu gelangen. Bevor es das Internet gab, reiste er zu diesem Zweck durch ganz Deutschland und suchte öffentliche Bibliotheken und Archive auf. (Dabei war er stets mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, da er aus Prinzip kein Auto besaß.) Seine Ermittlungen verband er dann oftmals mit Straßenpredigten in den Fußgängerzonen vieler Städte. Dort predigte er jedoch nicht das schriftgemäße „Evangelium Jesu Christi“ (Röm 2,16, 15,19; 16,25;  2.Kor 10,14; 1.Thess 2,3;  2.Thess 1,8) – das „Evangelium der Gnade“ (Apg 20,24) –, sondern ein „Evangelium der Buße“ ganz in Sinne von: „Sünde hassen - Sünde bekennen - Sünde lassen“, denn alle Unbußfertigen werden aufgrund ihrer Sündenschuld ins Höllenfeuer geworfen. Seinen abartigen Missionsstil rechtfertigte Homuth folgendermaßen:

„Wäre ihnen (den Angehörigen der Kirchen und Freikirchen) bewusst, dass die meisten Menschen sich auf dem Weg zur Hölle befinden, sie würden nicht immer gleich mit der Liebe Gottes anfangen (wie in den sog. „Vier geistlichen Gesetzen“ von Bill Bright), weil das den Menschen immun macht gegen Bekehrung. Der sagt sich dann nämlich: wenn Gott mich liebt, ist ja alles in Ordnung, wozu noch bekehren?

Es ist ein falschprophetischer Missionsansatz, die Menschen auf solche Weise in Sicherheit zu wiegen und von der Bekehrung abzuhalten. Wenn ich am Ufer stehe und einem Ertrinkenden, statt ihm zu helfen, zurufe: „Gott liebt dich!“ kann mir keiner nachsagen, ich hätte nicht die Wahrheit gesagt. Natürlich ist Gott Lie­be. Dennoch ist dieser Spruch in dieser Situation eher eine Verhöhnung des Ertrinkenden. Genauso verhöhnen die Evangelikalen mit ihrem ständigen Süßholzgeraspel die Menschen. Hätten sie nur ein Quäntchen echte Retterliebe, dann würden sie die den Betreffenden ihre Sünden vorhalten und sie zur radikalen Buße aufrufen. …

Der eigentliche Sinn der Missionspredigt ist es, bei den Zuhörern Sündenerkenntnis zu erwecken. Sündenerkenntnis erwecken kann man aber nicht durch anspruchsvolle Kanzelreden, sondern nur durch die „törichte Predigt“, d.h. indem ich den Menschen schlicht und einfach ihre Sünden vorhalte in Form von Sündenkatalogen wie wir es im Neuen Testament in den Apostelbriefen finden: Ehebruch, Hurerei, Augenlust, Stehlen, Lügen; heute: Fern­sehen, Rockmusik, Ladendiebstahl, Schwarzarbeit [nicht zu vergessen den Internetanschluss! – Anm. v. J.H.] usw.. - Auf diese Weise erregt man zwar zunächst den Ärger und Widerspruch der Menschen, aber gerade der Ärger zeigt, dass ihr Gewissen bereits empfindlich berührt wurde, und wo das Gewissen sich einmal rührt, ist das schon ein erster Pulsschlag geistlichen Lebens. Darum darf man den Menschen das Ärgernis der Wahrheit nicht ersparen. Wer sich noch nie an der Wahrheit geärgert hat, ist ihr noch nie begegnet.“ ¢ [N.Homuth „Herausforderung an eine verweltlichte Christenheit“ Band 4, S. xx]

Die Argumente klingen zwar für den Verstand logisch, doch sie entsprechen nicht der Wirkungs-weise des Heiligen Geistes. Der Geist Gottes klagt nicht an, sondern überführt die Menschen besonders von einer Sünde – nämlich von der Sünde des Unglaubens (Joh 16,8.9). Und dazu ge-braucht der keine Psycho-Techniken! Aber Homuth hat genau auf diese seelischen Mittel zurückgegriffen, weil er bei der Verkündigung seines „anderen Evangeliums“ gar nicht dazu befähigt war, dies „im Heiligen Geist“ zu tun (vgl. 1.Thess 1,4), sondern nur in der Kraft der Seele. Mit der Angst und Furcht, die er durch seine „Drohbotschaft“ schürte, provozierte er massiven Widerspruch und manchmal sogar gewalttätige Ausschreitungen. Diese wurden von ihm dann als „Leiden um Christi willen“ deklariert und als Bestätigung seiner göttlichen Sendung verbucht. Lesen wir dazu aus Homuths Schriften ein paar Auszüge aus den „Rückblicken aus 50 Jahren Dienst für den HERRN“:

Rückblick auf 50 Jahre Dienst für den HERRN

Am Beginn unserer Straßenpredigt kam es oft zu großen Tumulten und Polizeiein­sätzen. Manchmal war die Menge der Zuhörer so aufgebracht über die Bußpredigt, dass die Polizei uns aus der aufgebrachten Masse herausreißen musste, sonst wären wir gelyncht worden. Es kam damals nach den Straßenpredigten oft zu regelrechten Prozessionen, wenn die aufgebrachte Menge hinter uns herzog und schimpfte und tobte. Einmal kam die Meute hinter uns her bis zum Glaubenshaus, sie wollten das Haus anzünden und mit Gewalt eindringen. Einmal, es war in Gießen, zog die Meute hinter uns her auf dem Weg zum Bahnhof und bespuckte uns ausgiebig. Damals war noch Helmut Stücher aus Eiserfeld dabei. Als wir am Bahnhof angekommen waren, war mein Mantel hinten von oben bis unten völlig mit Spucke übersät. Öfters wurde wir auch von der Polizei inhaftiert wegen der Straßenpredigt, sie hielten uns so lange in der Zelle, bis der Fußgängerverkehr vorbei war, damals um etwa 18 Uhr, weil wir uns das Predigen nicht haben verbieten lassen. ¢ [N.Homuth: GLAUBENS-Nachrichten 10/2023]

 

Als wir einmal in Dortmund predigten, fanden wir keinen geeigneten Predigtplatz, so dass wir zu einer Stelle kamen, wo nur Penner und Alkoholiker herumsaßen. Ich stellte mich mitten unter sie auf eine Erhöhung und donnerte mit lauter Stimme: Rauschgift und Alkoholismus ist Sünde und bringt in die Hölle. Da waren sozusagen die Puppen am Tanzen. Es gab einen nicht geringen Auflauf mit Tumult. Schließlich kam einer wü­tend auf mich zu und schrie mich an: „mach‘ die Fliege, das ist unser Revier, da hast du nichts zu suchen“ usw.. Aber ich predigte weiter. Nun holte er noch seine Kumpel hinzu, weil er sich dann wohl stärker fühlte, dann schlug er mir ins Gesicht, dass ich zurücktaumelte. Aber auch die Polizei war gerade eingetroffen und hatten die Gewalt mit gesehen. Sie packten den Rowdy und stellten ihn mir gegenüber und forderten mich auf, ihn anzuzeigen. Sie sagten: wir können nichts tun, es ist ein Antragsdelikt, sie müssen als der Geschädigte den Strafantrag stellen. Als ich mich weigerte mit der Begründung, dass Jesus mich gelehrt hat, meine Feinde zu lieben, ließen sie mich voll Unwillen ste­hen und gingen zu ihren Dienstwagen. Der Junge aber stand betroffen da und starrte auf den Boden. Schließlich machte er kehrt und ging langsamen Schrittes davon. Er wird es lebenslang nicht vergessen; denn er hatte eine Begegnung mit dem Sohn Gottes gehabt, der sich ihm in einem Seiner geringsten Jünger gezeigt hatte (Mt. 25,40). ¢ [N.Homuth: GLAUBENS-Nachrichten 5/2021

Die angebliche „Retterliebe“ Homuths war offensichtlich nur eine leere Worthülse, mit der er seine Schimpftiraden rechtfertigen wollte. Denn seine Drohbotschaften bewirkten in der Regel bei den Hörern keine Einsicht, Reue und Umkehr, sondern meist nur eine Herzensverhärtung. Ohne sich dessen bewusst zu sein, spielte Homuth die Rolle eines Anklägers. Die größte Resonanz fand Homuth mit seinen Parolen und Verschwörungstheorien unter gleichgesinnten Hardliner-Christen.

Derartige Provokationen haben nicht mehr viel mit geistlicher Evangeliumsverkündigung zu tun. Wenn Gott Sünder retten will, dann „zieht“ er sie zu seinem geliebten Sohn Jesus Christus und erweckt sie durch sein ewiges Wort im Evangelium zum Glauben (Röm 10,17;  Eph 1,13;  1.Petr 1,25;  1.Thess 1.5): Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“ (Joh 6,44) Wenn Gott Menschen „zieht“, dann tut er das nicht mit eisernen Ketten der Drohung und Angst, sondern mit geistlichen „Seilen der Liebe“ (Hos 11,4) und durch „Erkenntnis der Wahrheit“ (1.Tim 2,4; Tit 1,1). Jesus erklärte im Hohepriesterlichen Gebet: „denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Joh 17,8) Deshalb können wahre Jünger Christi bekennen: „Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ (1.Joh 4,16) – Wenn der Herr seine Jünger wegen eines Fehlverhaltens ermahnen muss, dann tut er das zwar in allem Ernst, aber in Worten der Sanftmut (Lk 9,54.55;  Mk 16,14) Die harte Zurechtweisung Petrus’ in Mt 16,23 war eine Ausnahme. Jesu Beispiel soll auch für uns Gläubige als Muster und Vorbild im Umgang miteinander gelten: „Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, dass nicht auch du versucht wirst!“ (Gal 6,1) „Alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn »Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade«.“ (1.Petr 5,5) 

In den strengen Gemeinden weht in dieser Hinsicht meist ein anderer Wind. Da observiert einer den anderen, ob er auch entschieden genug ist und sich genau an die vorgeschriebenen Gebote hält. Es herrscht ein stetiges Kontrollieren, Beargwöhnen und misstrauisches Beobachten. Sobald jemand im Verhalten oder in Lehrfragen von der vorgegebenen Linie abweicht, wird in scharfer Tonlage ermahnt, zurechtgewiesen und gedroht. Bei Uneinsichtigkeit erfolgt ohne langes Zögern der Gemeindeauschluss. In der Folge davon kommt es nicht selten zur Parteiung oder gar zur Gemeindespaltung. Deshalb bestehen die strengen Gemeinden meist nur aus einem keinen Häuflein. Diese betrachten sich als die „kleine Herde“ (Lk 12,32) und als elitäre, verschworene Gemeinschaft der Auserwählten des Herrn. Es herrscht die dünne Luft des Weltentrücktseins wie auf dem Gipfel eines Achttausenders. Doch das ist keine wahre Heiligkeit und geistliche Absonderung, sondern fanatische Isolation und überhebliche Abkehr vom „Schmutz der Welt“. Ob jemand als Bruder oder Schwester anerkannt wird, das ist scheinbar nicht so sehr vom Glauben an Jesus abhängig, sondern vor allem davon, ob jemand den Fernseher (TV) aus seiner Wohnung entsorgt hat und seinen Internetanschluss gekappt hat, aber auch davon, ob man/frau sich strikt an die (vermeintlich) biblische Bekleidungsordnung und Haartracht hält. Diese Attribute werden als sichtbare Indikatoren für wahren, entschiedenen Glauben angesehen. Homuth schrieb dazu:

Prüfet die Geister, ob sie aus Gott sind!

Manche Leute ärgern sich furchtbar über die Wahr­heit. Den Schmutz der Massenmedien aber können sie kübelweise vertragen. Da sitzen sie vor dem Fernse­her, lachen, grölen, reden zotig und suhlen sich auf dem Sofa. Aber nur ein Körnchen Wahrheit reicht oft schon aus - das fährt ihnen wie roter Pfeffer die Nase hinauf - und sie schnauben wie ein wütender Stier.

Einmal predigte ich in Wuppertal-Barmen. Da sprach mich ein Neger an und gab sich als Pastor aus. Er trug ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Jesus liebt dich“ *. So weit, so gut. Er fragte mich, ob er beten dürfe. Natür­lich, wer bin ich, dass ich einem nicht gestatte zu be­ten? Doch er versuchte, mir zum Beten die Hände aufzulegen. Ich wich zurück und ließ es nicht zu. Da wurde er ärgerlich und sagte: „Du hast einen falschen Geist, weil du misstrauisch bist und keinen Glauben hast“. Ich entgegnete: „Der HERR hat uns selbst zu diesem Misstrauen aufgerufen, nicht jedem Geist zu glauben, sondern die Geister zu prüfen. Ich kann mir doch nicht von jedem die Hände auflegen lassen, den ich gar nicht kenne.“ Er meinte: „warum kennst du mich nicht, siehst du nicht, was auf meinem T-Shirt steht?“ Ich antwortete: „Da steht zwar Jesus drauf, aber nicht überall, wo Jesus drauf steht, ist auch Jesus drin. Gerade auf religiösem Sektor gibt es den meisten Etikettenschwindel. Der Papst hat auch sakra­le Gewänder an und ein Kreuz umhängen, aber von ihm würde ich mir auch nicht die Hände auflegen las­sen, zudem kommt so mancher Wolf in Schafsverklei­dung daher.“

Dann ergoss er sein ganzes Bibelwissen über mich, um mir zu beweisen, dass er ein echter Pastor sei, was ich ja gar nicht bezweifelte. Ich ließ ihn eine Zeitlang ge­währen. Schließlich stellte ich ihm die Stichfrage: hast du einen Fernseher zu Hause? „Ja, warum? „Dann hast du die Welt im Hause und hast nicht die Liebe des Vaters.“ Da ließ er mich einfach stehen und ging weg. Am Fernsehen scheiden sich die Geister. Wer einen Fernseher hat, kann noch so lange von der Liebe Got­tes reden, er hat sie mit Sicherheit nicht; denn Gottes Wort lehrt uns: „Wer die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters“ (1.Joh. 2,15). Man muss den Wölfen mit Gottes Wort den Schafspelz abziehen. Dann ziehen sie die Oberlippe hoch und zeigen ihr Raubtiergebiss. ¢ [H.Homuth: „Herausforderung an eine verweltlichte Christenheit“ Band 4, S. 70/71] (Siehe dazu auch das Phantombild unten auf S. 49)

* Weiter unten gehe ich im Kapitel 4 „Homuth und seine Arbeitsmethoden: die hohe Kunst des Weg-lassens und Verdrehens“ näher auf den Gebrauch von Bekenntniskleidung (wittneswear) ein.

Straßenmission ist Kampf an vorderster Front

 

Ich will nicht, dass bei unserer Straßenpredigt Christen mitmachen, die selbst noch mit Welt und Sünde paktieren; ich will keine Frauen dabeihaben, die Traktate verteilen mit geschminkten Gesicht und gefärbten Haaren. Die sollen sich erste einmal selbst bekehren, bevor sie versuchen, vor ander-en Türen zu kehren. [Anm. v. J.H.: Ja, Herr Homuth, und was war mit ihrer desolaten, zerrütteten Ehe!?]

Einmal verteilte bei unserem Missionseinsatz eine Frau in engen Jeans Traktate. Ich wies sie darauf hin, dass mir das nicht recht sei. [Anmerkung: bei Homuth ist ein „Hinweis“ in der Regel eine scharfe Zurechtweisung!] Da war dann was los. Ich war dann natürlich der Gesetzliche, der keine Liebe hat. […]

Einmal war ich in Lüdenscheid, da kam der ganze Ge­meindechor zu meiner Straßenpredigt. Sie meinten es gut, wollten mich unterstützen. Doch sie waren verweltlicht, etliche Frauen aufgetakelt und in engen Ho­sen. Ich predigte, dass eine Frau sich keusch anziehen soll, nicht ordinär und aufreizend. Da lief der ganze Chor davon wie ein desolater Hühnerhaufen und ward nicht mehr gesehen, und ich konnte ungestört den Weltmenschen predigen, nur Walter Heidenreich von der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft Lüden­scheid stand unter meinen Zuhörern und schüttelte im­merzu den Kopf.

Bedenke: mit jedem Missionseinsatz werfen wir dem Teufel den Fehdehandschuh ins Gesicht. Meinst du, der lässt sich das so einfach gefallen? Wer da nicht ungeteilten Herzens ist, auf den stürzen sich die Dämonen und können ihn furchtbar herrichten (siehe die 7 Söhne des Skevas, Apg 19, 14). In weltlichen Kriegen lässt man auch nur gut ausgerüstete Männer mit Stahlheim und Sturmgewehr an die Front, keine hemdsär­meligen Flaneure im Tirolerhut oder sonstige Kompa­nietrottel, die überhaupt nicht wissen, worum es geht. Wer Menschen bekehren will, obwohl er selbst noch mit der Welt paktiert, der wird schnell eine Beute des Teufels. Kurz und gut: wer nicht ungeteilten Herzens Jesus nachfolgt, hat an vorderster Front nichts zu su­chen, der soll zurück in die Etappe und erst ein-mal das Einmaleins entschiedener Nachfolge Christi lernen. ¢ [H.Homuth: „Herausforderung an die verweltlichte Christenheit“ Band 4, S. 140/141

 

Natürlich zeigt sich die geistliche Gesinnung eines Christen auch an seinem Äußeren. Es gibt da in der Kleidungsordnung und beim äußeren Schmuck Grenzen des Anstands, die nicht überschritten werden sollten (Jud 23;  1.Petr 3,3.4;  1.Tim 2,9.10 – vgl. Jes 3,16-24). Dennoch erlangt man geistliche Vollmacht nicht durch äußere Dinge. Der Teufel lässt sich nicht von anständiger Bekleidung beeindrucken. Gott ebenso wenig. Er schaut zuerst auf die Herzen: „Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz.“ (1.Sam 16,7 – vgl. 1.Kö 3,39). Dem Teufel gefällt es, wenn Christen uneinig sind und sich über Bekleidungsfragen, Ernährungsvorschriften oder andere Randfragen streiten (Röm 14,1-23;  Kol 2,8-23). Doch er fürchtet sich und weicht zurück, wenn Gläubige einig sind und ihm in der geistlichen Waffenrüstung entgegentreten (Eph 6,10-18;  2.Kor 19,3-8;  Röm 13,12;  1.Petr 5,8-9).

„Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut (d.h. Menschen), sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt!“ (Eph 6,12.13)

Gerade bei Missionseinsätzen kann es kontraproduktiv sein, wenn sich Gläubige in ihrem äußeren Erscheinungsbild demonstrativ antiquiert oder gar provokativ von der Menge abgrenzen. Sie sollten dynamisch sein und sich da in einer gewissen Kulturrelvanz bewegen. Sonst erhalten sie von ungläubigen Zeitgenossen etwa folgende Fragen gestellt: „Wo seid ihr denn her?! Seid ihr mit der Zeitmaschine angereist?“ oder „Wenn ich mich bekehre, muss ich mich dann genauso schrecklich herrichten wie ihr?“

Ich werde nicht den Eindruck los, dass Homuth mit seinen Missionseinsätzen gar nicht „dem Teufel den Fehdehandschuh ins Gesicht warf“, sondern diesen vielmehr der „verweltlichten Christenheit“ und der „gottlosen Gesellschaft“ in einer Haltung der Verachtung ins Gesicht schlug.

Nein, nicht am „am Fernsehen scheiden sich die Geister“, wie Homuth meinte, sondern an Jesus Christus (Lk 2,34.35;  Röm 9,32.33) und am lebendigen Wort Gottes! (Hebr 4,12.13;  2.Kor 3,6;  1.Petr 2,6-8)

Nicht bestimmte Bekleidung oder das TV oder das Internet sind die entscheidenden Indikatoren, an dem Glaubensbrüder und -schwestern zu erkennen sind. Jesus nennt uns den wahren Indikator: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh 13,34.35) Doch wohlgemerkt geht es dabei nicht um eine Liebe in schönen Worten, sondern um authentische „Liebe in Tat und Wahrheit“ (1.Joh 3,11-24).

 

Das wahre Evangelium ist eine wirksame Arznei zur Heilung und Erweckung geistlich toter Sünder. Homuth gebrauchte sein Buß-Evangelium – dem wesentliche Teile des wahren Evangeliums Jesu Christi fehlten (1.Kor 15,1.2) und das ein „anderes Evangelium“ war (Gal 1,6-10; 5,10) – als Zuchtrute. Das tragische daran war, dass er dazu das Wort Gottes missbrauchte. Das erinnert uns an das Wort: „Ein Dornzweig geriet in die Hand eines Betrunkenen und ein (biblischer) Weisheitsspruch in den Mund von Toren.“ (Spr 26,9) Homuth warb nicht als Botschafter Christi um die Herzen der Sünder, sondern er versuchte mit brachialer Gewalt in die Herzen einzubrechen. Das ist aber nicht die Art des Heiligen Geistes. „Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.“ (2.Kor 3,14) Der Heilige Geist vermittelt die Botschaft Gottes: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2.Kor 5,20) „Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und deine Augen lass an meinen Wegen Gefallen haben!“ (Spr 23,26) Gott lässt jedem die Freiheit, sich frei zu entscheiden!

Homuth übte mit hässlichem Jargon viel Kritik und hatte an allem etwas auszusetzen. Doch was er als Alternative anbot, war mindestens genauso einseitig und verzerrt. Seine zehn Bücher enthalten fast ausschließlich nur Kritik und sind von einem fatalen Mangel an systematischer Lehre über Jesus Christus, sein Erlösungswerk, die Bekehrung, die geistliche Wiedergeburt und die authentische Jüngerschaft geprägt. Die verkürzte, schmale biblische Lehre, die darin enthalten ist, besteht überwiegend aus saloppen Sprüchen und provozierende Parolen mit extremistischem Inhalt. Wie sehr unterscheidet sich doch davon der gesegnete Dienst des Apostel Paulus. In seiner Abschiedsrede an die Ältesten von Ephesus hielt er eine lehrreiche essenzielle Rückschau auf seinen dreijährigen Dienst bei ihnen:

 

„Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an, da ich nach Asien kam, die ganze Zeit bei euch gewesen bin und dem Herrn diente mit aller Demut und unter Tränen und Versuchungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren; wie ich nichts zurückgehalten habe von dem, was nützlich ist, dass ich es euch nicht verkündigt und euch gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern, da ich sowohl Juden als auch Griechen (= Heiden) die Buße (= Umkehr/ Hinwendung) zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugte. Und nun siehe, gebunden im Geist, gehe ich nach Jerusalem und weiß nicht, was mir dort begegnen wird, außer dass der Heilige Geist mir von Stadt zu Stadt bezeugt und sagt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten. Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe: das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugend. Und nun siehe, ich weiß, dass ihr alle, unter denen ich umhergegangen bin und das Reich (= die Königsherrschaft Christi) gepredigt habe, mein Angesicht nicht mehr sehen werdet. Deshalb bezeuge ich euch am heutigen Tag, dass ich rein bin vom Blut aller; denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen (o. vollständigen) Ratschluss Gottes zu verkündigen. – Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes! Ich weiß, dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her. Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen zu er-mahnen! Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben. Ich habe von niemandem Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Ihr selbst wisst, dass meinen Bedürfnissen und denen, die bei mir waren, diese Hände gedient haben. Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeitend sich der Schwachen annehmen und an die Worte des Herrn Jesus denken müsse, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als Nehmen. Und als er dies gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen. Es entstand aber lautes Weinen bei allen; und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn, am meisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Sie geleiteten ihn aber zu dem Schiff.“ (Apg 20,17-38)

Nein, Homuth hat nicht das „Evangelium der Gnade verkündigt, sondern vor allem das Evangelium des Ablassens von der Sünde und des akribischen Gehorsams gegen alle neutestamentlichen Gebote. Die „Buße (d.h. die Umkehr/Bekehrung) zu Gott“ bestand bei ihm nicht in erster Linie im Glauben an Jesus Christus, sondern in einer radikalen, asketischen Absonderung von der gottlosen, sündigen „Welt“. Außerdem hat Homuth in keiner Weise den „ganzen Ratschluss Gottes“ gelehrt und – anders als der Apostel Paulus – hat er sehr wohl eine Menge „zurückgehalten von dem, was nützlich ist, dass ich es euch nicht verkündigt und euch gelehrt hätte. Homuth gehörte genau zu jenen Männern, vor denen Paulus warnte: „Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her

Homuth definierte und verwirklichte sich vollständig über seinen „Dienst“ und seinen „Auftrag“, den er meinte vom HERRN erhalten zu haben. Das muss ihm große Befriedigung und enormen Selbstwert verschafft haben, zumal er bereits nach den ersten Jahren durch sein provokatives Auftreten viel Aufsehen erregt hatte. Landauf, landab wurden unter Christen seine radikalen Positionen diskutiert. In nicht wenigen Gemeinden bewirkte der Einfluss von Norbert Homuth Polarisierung, und bisweilen sogar Zerwürfnisse und Parteiungen. Er widmete seine ganze Kraft und Zeit der Straßenpredigt, der Herausgabe der GLAUBENS-Nachrichten und seiner Bücher sowie seinen umfangreichen Recherchen zur Ökumene und zur freimaurerischen Weltverschwörung. Er hatte praktisch kein persönliches Eigenleben, keine Hobbies (die seiner Ansicht nach ja Sünde sind) und kein Ehe- und Familienleben. Den „niederen Lüsten des Fleisches“ hatte er abgeschworen. Er hatte sich ganz dem HERRN geopfert. Doch er war allezeit mit vollem Einsatz damit beschäftigt, andere im Namen des HERRN zu prüfen, zu kritisieren, bloßzustellen, zu korrigieren, ihnen „die Leviten zu lesen“ und ihnen vorzuschreiben, wie sie als Christ zu leben haben. – Das erinnert sehr an die zölibatären römisch-katholischen Priester, die ja ebenfalls keine eigenen Familien haben, dafür aber die Kirchenmitglieder seelsorgerlich betreuen, ihnen die Beichte über ihre Verfehlungen abnehmen und ihnen den Weg weisen, wie sie ihr Ehe- und Familienleben zu gestalten haben. Hier wie dort ist das gleichermaßen eine jämmerliche Pervertierung (Entstellung/Verkehrung) des geistlichen Dienstes, wie Gott ihn verordnet hat – siehe dazu: 1.Tim 3,1-13;  Tit 1,5-9;  1.Petr 5,1-5;  1.Kor 7,1-9. – Aber der Apostel Paulus hatte doch auch keine Familie und ist ganz in seinem Dienst aufgegangen, so werden manche der Homuths-Anhänger einwenden. Doch zwischen Homuth und Paulus bestand ein ganz großer Unterschied: Paulus war kein Ehebündnis eingegangen und hatte seine Frau dann in die Wüste geschickt. Paulus vertrat keine exotischen Irrlehren, sondern verkündigte das authentische Evangelium und die „gesunde Lehre“. Und Paulus hatte keinen unflätigen Sprachstil und er hing auch keiner spektakulären Verschwörungstheorie an. Insofern ist es eine Vermessenheit, Homuth mit Paulus zu vergleichen.

Es gibt viele Christen, die behaupten: Der Herr hat mir gesagt …; der Herr hat mir gezeigt …; der Herr hat mich dazu berufen …; der Herr hat mir den und den Auftrag gegeben …; ich habe mit dem Herrn das und das wunderbare Erlebnis gehabt … etc.. Wenn wir das alles ernst nehmen würden, dann würde uns das ganz gewiss vom Ziel ablenken. Deshalb müssen wir wachsam, nüchtern und besonnen sein und alles prüfen (1.Joh 4,1 – vgl. Offb 2,2;  Lk 21,8;  2.Kor 11,3.4.13-15).

Was sich bereits seit der Exmatrikulation Homuths von der Augustana-Hochschule (ca. 1973) abgezeichnet hatte, wurde durch das Erscheinen der Büchlein „Kleine Sektenkunde“ (ca. 1981 erschienen) und „Vorsicht Ökumene! – Christen im Strudel der Antichristlichen Endzeitkirche“ (1983 erschienen) noch einmal klar bestätigt: dem superlativen Anspruch und Maßstab Homuths war keine Kirche, Gemeindebewegung, Freikirche oder sonstige Glaubensgemeinschaft gewachsen. Sie fielen bei ihm allesamt durch. An der homuthschen Messlatte wären selbst die neutestamentlichen Gemeinden, für die der Apostel Paulus seine Briefe verfasste, und die sieben Gemeinden der Offenbarung, an die Jesus Christus seine Sendschreiben richtete (Offb Kap. 2 u. 3) hoffnungslos gescheitert. In der fünfzigjährigen Gesamtausgabe der GLAUBENS-Nachrichten fanden sich kaum einmal irgendein Lob oder eine Anerkennung für eine Glaubensgemeinschaft oder für Gläubige. Wenn doch, dann waren diese an Personen adressiert, die ebenso extreme Außenseiter und Hardliner waren wie Homuth selbst. Im Übrigen strotzen seine Bücher und Schriften nur so von vernichtender Kritik. An allem und jeden hatte er etwas auszusetzen. Für ihn gehörten nicht nur die institutionalisierten Volkskirchen (ob römisch-katholisch, evangelisch-protestantisch, reformiert oder orthodox) zur gräulichen „Hure Babylon“ (Offb 17,1-18), sondern inzwischen auch alle evangelikalen Freikirchen, Glaubensgemeinschaften und Werke, die irgendwie mit der Ökumene (ÖRK – Ökumenische Rat der Kirchen), der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) und/oder der Evangelischen Allianz verbunden waren (sind).

Doch bereits in den Gemeinden der frühen Christenheit bestanden massive Mängel und Fehler (z.B. 1.Kor 1,10-13;  5,1-13;  6,1-11;  11,17-33;  2.Kor 11, Gal 3,1-14;  5,1-10). Ungeachtet dessen, beurteilte Homuth die heutigen Kirchen und Gemeinden an jenem Idealbild, das uns die Urapostel Paulus, Petrus, Johannes und Jakobus in den Briefen (Episteln) vor Augen führten. Und er gelangte zu dem niederschmetternden Ergebnis: alle verfehlen vollständig die Zielvorgabe. Sein vernichtendes Urteil lautete: die komplette Christenheit ist samt und sonders verweltlicht, fleischlich gesinnt und geistlich verludert. Sein Blick richtete sich nicht (oder kaum) auf den Zustand einzelner Gläubiger oder die individuelle Situation von örtlichen Gemeinden und Kleingruppen, sondern auf Gemeindeverbände und auf die christliche Allgemeinheit. In seinem Urteil scherte er alle Gläubigen pauschal über einen Kamm. Dabei missachtete er die Aussagen der Schrift: „Also wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.“ (Röm 14,12) Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er nur im Blick auf sich selbst Ruhm haben und nicht im Blick auf den anderen; denn jeder wird seine eigene Bürde tragen.“ (Gal 6, 4.5) Prüft euch (selbst), ob ihr im Glauben seid, untersucht euch! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?“ (2.Kor 13,5) „So verurteilt nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbaren wird! Und dann wird jedem (einzelnen!) sein Lob (oder sein Tadel) werden von Gott. (1.Kor 4,5) Hüten wir uns also vor verallgemeinernden Pauschalurteilen! Jesus Christus wird niemanden allein deshalb verurteilen und verdammen, weil er auf Erden einer unvollkommenen Gemeinschaft angehörte! Und er wird niemanden allein schon deshalb freien Einlass in sein himmlisches Königreich gewähren, weil er einer vortrefflichen Gemeinde angehörte (und dort seinen Stuhl wärmte). Er wird jeden Einzelnen individuell auf seinen Glauben prüfen (Lk 18,8). Die Einbindung des Gläubigen in eine Gemeinschaft hat nur insofern einen Wert, als dadurch die geistliche Erkenntnis vertieft und der Glaube erbaut wird (1.Thess 5,11;  Kol 3,16;  Jud 20).

 

Natürlich hatte Homuth mit seiner Kritik insofern Recht, als es ja tatsächlich Gemeinden und Kirchen gibt, bei denen die Grenze des Erträglichen weit überschritten ist. Dazu gehören zum Beispiel die sakramentalistisch geprägten Volkskirchen. Sie meinen, sie könnten den Menschen das Heil ohne eigene Bekehrung und ohne persönlichen Glauben einfach durch kirchliche Rituale und Sakraments-Magie übermitteln. Doch selbst in den Volkskirchen finden wir einige wahre, wiedergeborene Gläubige, die für sich quasi eine Bekehrung vollzogen haben und durch das Wort Gottes zum lebendigen Glauben erweckt wurden (Röm 10,17;  Eph 1,13). Bei diesen ist tatsächlich die Aufforderung angebracht, die tote Institution zu verlassen und sich einer geistlich vitalen Glaubensgemeinschaft anzuschließen. Denn „Gemeinde Jesu“ wird bereits dort verwirklicht, wo mindestens zwei Personen im Namen und im Geiste Christi zusammenkommen und geistliche Gemeinschaft (koinonia) mit einander pflegen, miteinander Beten, die Bibel lesen und sich gegenseitig ermutigen, ermuntern, trösten und ermahnen (Kol 3,16;  Röm 15,14).

Doch wenn Gläubige nur wegen einer bestehenden Ökumene-Verbindung eine evangelikale Freikirche verlassen und dann in einen Kreis „entschiedener Christen (im Sinne von eng, gesetzlich und lehrmäßig verpeilt) geraten, dann sind die Betreffende wahrlich „vom Regen in die Traufe gekommen“. Deshalb müssen wir uns fragen, ob alle Ökumene-Panikmache möglicherweise übertrieben ist oder sogar eine tückische Inszenierung des Teufels ist. Wenn Gläubige zu einem Austritt aus einer evangelikalen Gemeinde gedrängt werden, dann sollten wir aufhorchen und skeptisch sein, „… damit wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Gedanken (Absichten/ Methoden) sind uns nicht unbekannt.“ (2.Kor 2,11) Er tarnt sich als „Engel des Lichts“ – und seine Handlanger als „Diener der Gerechtigkeit“ (2.Kor 11,13.14). Der Teufel versucht als „grausamer Wolf“ (Apg 20,29.30) oder wie ein „brüllender Löwe“ gerade Frischbekehrte und ungefestigte Gläubige von der Gemeinde-Herde abzusondern, um sie reißen und verschlingen zu können: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht standhaft durch den Glauben …“ (1.Petr 5,8.9) „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.“ (1.Joh 4,1 – vgl. Offb 2,2;  Lk 21,8)

Der Teufel und seine Gesellen verrichten ihr grausames Werk vor allem durch trügerische Zeichen und Wunder (Mt 7,22.23;  24,24;  2.Thess 2,9), durch verkehrte Lehren (2.Tim 4,1;  1.Tim 4,1-3;  6,3-5) und durch listig ersonnenen Betrug (vgl. Eph 4,13;  Kol 2,8). Denn der Teufel ist ein „Lügner“ und der „Vater der Lüge“, und er ist der „Menschenmörder von Anfang an“ (Joh 8,44) – und er ist der „Verkläger der Brüder“ (Offb 12,10). Er legt falsche Spuren und scheut sich nicht, gegen bewährte geistliche Leiter und Verkündiger (wie J. Wesley oder Henry Dunant) üble Verleumdungen und böse Verdächtigungen auszustreuen z.B. indem er sie der Freimaurerei bezichtigt sowie der Beteiligung an deren unheilvollen Machenschaften (siehe dazu den Link: R. Möller: Wird das Christentum seit Jahrhunderten von Freimaurern unterwandert?) Natürlich ist der Widersacher dann auch in der Lage, mit hieb- und stichfesten „Beweisen“ für die Begründung seiner Anklagen aufzuwarten: Säuberliche Einträge in Freimaurer-Verzeichnissen und -Archiven über die Mitgliedschaft gewisser Personen. (Denn Freimaurer und ihre Verzeichnisse sind ja allemal glaubwürdiger als aller „frommer (Frei-)Kirchenpöpel“! Oder?)

Das Volk Israel und die Gemeinde Jesu

Es gibt zwei Völker auf Erden, die Satan als Widersacher Gottes in besonderer Weise hasst, sie mit Gift und Galle bespeit, und sie lästert und verfolgt: Das eine ist das von Gott im Alten Bund erwählte Volk Israel, die Juden (Offb 12,1-17 – bes. die Verse 13-17). Und das andere ist das Volk Gottes im Neuen Bund, die „Gemeinde Jesu“. Dieses Volk besteht aus den erweckten Gläubigen aller Nationen und ist im Heiligen Geist organisch zum „Leib Christi“ verbunden (1.Kor 12,12. 13;  1.Petr 2,10;  Röm 9,25). Diese beiden Völker werden am Ende zu einem Volk vereint sein (Eph 2,1-22;  Joh 10,16). – Israel wurde zwar aufgrund seines großen Ungehorsams vorübergehend von Gott auf die Seite gesetzt; doch am Ende des Aions wird der Allmächtige es wieder von allen Enden der Erde sammeln und in das Land ihrer Väter zurück-führen und geistlich erwecken (Hes 36,16-29). Jahwe, der HERR, hatte zwar angedroht, dass er sie bei Ungehorsam schmerzhaft züchtigen werde – so wie er es im „Fluch des Gesetzes“ angekündigt hatte (5.Mo 28,15-69) –, doch er hatte ebenso verheißen, dass er sie niemals endgültig verstoßen und ein Ende mit ihnen machen werde: „Aber selbst auch dann, wenn sie in dem Land ihrer Feinde sind, werde ich sie nicht verwerfen und sie nicht verabscheuen, ein Ende mit ihnen zu machen, meinen Bund mit ihnen ungültig zu machen; denn ich bin der HERR, ihr Gott. Und ich werde zum Guten für sie an meinen Bund mit den Vorfahren denken“ (3.Mo 26, 44.45 – siehe auch Neh 9,31;  Ps 94,14;  Jes 43,1-7;  44,21;  Jer 31,35-37). „Du aber, fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und sei nicht niedergeschlagen, Israel! Denn siehe, ich will dich retten aus der Ferne und deine Nachkommen aus dem Land ihrer Gefangenschaft. Und Jakob wird zurückkehren und ruhig und sicher sein, und niemand wird ihn aufschrecken. Du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht!, spricht der HERR. Denn ich bin mit dir. Denn allen Nationen, zu denen ich dich vertrieben habe, werde ich ein Ende machen, aber dir werde ich nicht ein Ende machen, sondern dich mit Maßen züchtigen und dich keineswegs ungestraft lassen.“ (Jer 46,27.28)

Die Israeliten (Juden) sind und bleiben für immer „Geliebte um der Väter willlen“. Deshalb wird Gott in der allerletzten Zeit „ganz Israel retten“ und zum Glauben an den einstmals verschmähten Joschua HaMaschiach (Jesus Christus) erwecken (Röm 11,24-29;  Sach 12,10). Dadurch wird das Volk Israel dann in den lange verheißenen Neuen Bund eintreten (Jer 31,31-34;  Hes 36,26. 27;  37,26-28;  Mt 26,28;  Hebr 8,6-13). Dann wird sich auch die Verheißung Jahwes für sein Volk Israel erfüllen, in der dieses als ein großes Heer aus Totengebeinen beschrieben wird, die zusammenrücken und dann mit Sehnen, Fleisch und Haut überzogen werden, um schließlich durch den Odem Gottes wieder zum Leben erweckt zu werden (Hes 37,1-14). „Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch aus euren Gräbern heraufkommen lasse als mein Volk. Und ich gebe meinen Geist in euch, dass ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet erkennen, dass ich, der HERR, geredet und es getan habe, spricht der HERR.“ (Hes 37,13.14) „Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anders sein als Leben aus den Toten?“ (Röm 11,15)

 

Genau den Anfang der Erfüllung dieser Verheißung haben wir seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 vor Augen. Gott führte seither Millionen von Juden zurück in genau jenes Land, das er ihren Vorvätern zugeschworen hatte (hebr.: Alija = „Aufstieg“). Das Volk Israel begann sich zu sammeln – wie Totengebeine, wie Todgeweihte, die der Verfolgung und der Vernichtung (Shoah) entronnen waren. Die Juden gründeten einen souveränen Staat. Das Land begann wieder zu blühen. Die tote Sprache Hebräisch erlebte im modernen Ivrit eine Wiedererweckung. Das Volk begann sich organisch zu verbinden und zu wachsen. Die Totengebeine wurden – in politischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht – „mit Sehnen, Fleisch und Haut überzogen“. Nun steht aber noch die geistliche Erweckung durch den Geist Gottes aus, zu der Zeit, wenn sie den erkennen werden, „den sie durchstochen haben“ (Sach 12,10;  Joh 19,37;   Lk 13,34.35;  Offb 1,7) – ihren wahren Erretter Joschua HaMaschiach (= „Jesus, den Ge-salbten“). Dann werden sie aufgrund dessen, was sie ihm angetan haben „wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den [Verlust des] Erstgeborenen weint“ (Sach 12,10-14). Doch der HERR wird ihnen dann durch die Erkenntnis Jesu Christi und seines Sühneopfers im Glauben „eine Quelle öffnen gegen Sünde und gegen Befleckung“ (Sach 3,1.2 – siehe auch: Röm 11,26.27;  Jes 12,3;  59,20.21;  Jer 31,34;  Hes 36,25;  Apg 13,39). Dann werden die Israeliten (Juden) wieder als Zweige in den edlen Ölbaum eingepfropft werden. Die Wurzel der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob wird zwei miteinander verbundene Baumkronen haben: einerseits die „Gemeinde Jesu“ und andererseits das erweckte Israel. „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart (= Nationen), durch das Blut des Christus nahe geworden. Denn er ist unser Friede. Er hat aus beiden eins gemacht … um die zwei – Frieden stiftend – in sich selbst zu einem neuen Menschen(leib) zu schaffen und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, durch das er die Feindschaft getötet hat. … Denn durch ihn haben wir beide durch einen Geist den Zugang zum Vater.“ (Eph 2,11-21;  Joh 10,16;  Gal 3,28;  Jes 60,21;  Jer 24,7;  Dan 7,27;  Hes 11,17-20). Jesus erklärte: „und es wird eine Herde, ein Hirte sein“ (Joh 10,16) – Denn Gott hat ja nicht zwei auserwählte Völker! (Siehe dazu den Link: Joachim Hübel: Israel und die Gemeinde Jesu)

Bezeichnenderweise waren es genau diese beiden Völker – das (zionistische) Israel und die evangelikale „Gemeinde Jesu“ (= christliche Freikirchen) –, die Homuth in besonderer Weise aufs Korn genommen hatte, und gegen die er ein halbes Jahrhundert in erbitterter Weise hetzte und lästerte. Doch Jesus warnte: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“ (Mt 7,16)

In punkto Israel vertrat Homut inhaltlich die klassische Substitutionslehre (= „Ersatz-Theologie), wenngleich er diese Bezeichnung ablehnte und als neue Killerphrase der Zionisten“ verspottete. Homuth behauptet:

Doch was die christlichen Zionisten als Substitutionslehre schlecht machen, ist in Wirklichkeit die bibeltreue Theologie wie sie seit zweitausend Jahren, von den Anfängen an bis ins 20. Jahrhundert gelehrt wurde. Und das soll jetzt alles falsch gewesen sein! Die bibeltreue Theologie besagt, dass der Alte Bund vom Neuen Bund abgelöst 1, d.h. substituiert (= ersetzt) wurde und dass mit dem Alten Bund auch das alttestamentli­che Bundesvolk vom wahren geistlichen lsrael abge­löst wurde 2. Zum wahren Israel gehören nur diejenigen, die Jesus als den König der Juden (INRI) anerkennen.

Das passt den Zionisten natürlich überhaupt nicht und sie entwickelten eine spezifische Zionisten-Theologie, um den Alten Bund und dessen Bundesvolk hochleben zu lassen.

So werden die Prophetien über die Rückkehr Israels aus der Babylonischen Gefangenschaft, die ja alle längst erfüllt sind, erneut hergenommen für die Gründung des heutigen Staates Israel.

Die Zionisten-Theologie ist vergleichbar mit der Nazi-Theologie der Deutschen Christen insofern, dass bei­de, wenn auch mit entgegengesetzten Interessen, Inst­rumente der Politik sind/waren: damals für den Hitlerstaat, heute für den Judenstaat. Theologie im Dienste der Politik, egal für welche, ist immer ein Irrweg, weil das wahre Volk Gottes kein Politikum mehr darstellt. Die Zionisten wollen die Gläubigen der bibeltreuen Israel-Lehre nicht nur verketzern, sondern kriminalisieren und in die Nähe von Antisemitismus rücken. [ … ] Mit Zuckerbrot und Peitsche (Stiftungen und Auschwitzkeule) hat der Jüdische Weltkongress die Kirchen ab dem zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) so­weit gebracht, dass sie den Zionismus als Kirchenlehre annahmen und die Gläubigen der bisherigen Theo­logie als „Vertreter der Substitutionslehre“ schlecht machen. [ … ] ¢

Quellennachweis: 1 = Lies dazu Jer. 31,31; Hebr. 8,7-13; 9,15; 10,9.16;  2 = Lies dazu Röm. 2,28;  9,8; GaI. 4,24-28

(N.Homuth: „Herausforderung an die verweltlichte Christenheit“ Band 4, S. 34-36

Wurde die „Ersatz-Theologie“ (Substitutionslehre) – die Auffassung, dass das Volk Israel von Gott für immer verworfen und durch die Gemeinde Jesu als „Gottesvolk des Neuen Bundes“ ersetzt wurde – wirklich „von Anfang an“ in den christlichen Gemeinden vertreten und gelehrt? – Nein! Diese Lehre entstand erst ab dem 2. Jhdt. durch frühkirchliche, antijudaistisch eingestellte Lehrer. Sie taucht zum ersten Mal im apokryphen Barnabas-Brief auf (ca. 131-132 entstanden), der von einem Heidenchristen verfasst wurde, der ausdrücklich der Darstellung des Apostel Paulus im Römerbrief Kap. 11 widersprach. Der Autor vertrat die Auffassung von der „Enterbung Israels“ aufgrund seines Ungehorsams und der Verwerfung des Messias. Deshalb wurde „ihr Bund zertrümmert, damit der Bund des gelieben Jesus fest in unseren Herzen versiegelt würde durch den Glauben an ihn“ (Barn. 4,6-8). Nur die Christen seien jetzt das „neue Volk“ (Barn. 5,7;  7,5) bzw. das „Erbvolk“ Gottes (Barn. 14,4). Durch die Lehre von der Enterbung und Ersetzung Israels durch die Gemeinde Jesu vollzog Barnabas die Trennung vom Judentum. Da Israel keine theologische Bedeutung mehr habe, sollten sich die Christen vollständig von den Juden trennen. Durch diese Darstellung beeinflusste Barnabas stark die christlichen Apologeten und Kirchenväter der Folgezeit. Seine Lehre wurde rasch zum Allgemeingut der Frühen Kirche. Dieser Leitlinie folgen dann Justin der Märtyrer, der die Thora (das Mosaische Gesetz/Pentateuch) als veraltet und aufgehoben betrachtete und der die Gemeinde Jesu als das neu erwählte Volk Gottes – als das „wahre, geistliche Israel“ – bezeichnete. Ebenso Tertullian (etwas 150-220), Origenes (185-253) und Augustinus (354-430). Die Enterbungslehre und die Lehre von der Bestrafung und Zerstreuung Israels aufgrund der Ermordung Jesu Christus (= „Christusmörder-Mythos“) wurde damit zum festen Bestandteil der kirchlichen Lehre. (Siehe dazu den Beitrag auf wikipedia zur Substitutionslehre.)

Seither folgten in der Kirchengeschichte viele Theologen und Lehrer dieser Leitlinie der Enterbungslehre. Auch Norbert Homuth folgte diesem falschen Weg, der nicht dem Gesamtbild neutestamentlicher Lehre entspricht. Immer wieder wurde der alte Mythos von den Juden als Christusmörder hervorgezogen, welche nun endgültig von Gott verflucht und verworfen seien, um damit kirchlich sanktionierte Juden-Pogrome zu rechtfertigen. Man berief sich dabei u.a. einseitig auf die Aussage von Paulus: „[die Juden] die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, indem sie – um ihr Sündenmaß stets voll zu machen – uns wehren, [das Evangelium Jesu Christi] zu den Nationen zu reden, damit die gerettet werden; aber der Zorn ist endgültig über sie gekommen.“ (1.Thess 2,15.16) Bei besagter Argumentation wird jedoch missachtet, dass das angeführte Paulus-Zitat nicht isoliert und absolut genommen werden darf, sondern im Kontext der paulinischen Gesamtlehre über Israel interpretiert werden muss. In der Metapher vom „edlen Ölbaum“ (Röm Kap. 11) bietet Paulus den Gläubigen aller Zeiten eine vom Heiligen Geist inspirierte umfassende Darstellung über den Zustand des Volkes Israel. Diese offenbart uns: Gott hat sein Volk nicht endgültig verworfen, sondern nur vorübergehend beiseitegesetzt.

Homuth stellte seine unbiblische, radikale Position über die Juden und über das zionistische Israel viele Male in seinen GLAUBENS-Nachrichten und Büchern mit leidenschaftlichem Eifer und drastischer Formulierung dar:

Lasst euch nicht verführen, Geschwister! Zum Volke Gottes gehört nur, wer am edlen Ölbaum dran ist (Röm. 11,17). Das heutige Israel ist nicht am Ölbaum, sondern wurde ausge­rissen. Es gleicht eher dem verfluchten Feigenbaum, auf dem keine Frucht hinfort wächst (Matth. 21,18)

Nur ein Überrest aus allen Stämmen Israels (Röm. 9,27;  Offb. 7,4) hat die Verheißung, wieder in den Ölbaum eingepfropft zu werden, wenn sie erkennen, in wen sie gestochen haben. Dann sind sie aber automatisch keine Juden mehr, sondern Christen. Solange die Juden keine Buße getan haben über ihren Mord am Messias JESUS, haben sie keinerlei Berechtigung, andere anzuklagen, z.B. wegen der KZs usw. Was die Juden heute tun ist dasselbe wie wenn ein Mörder einen anderen Mörder des Mordes bezichtigt

Ich fordere daher alle Juden auf: Steckt erst mal euren Mund in den Staub, tut erst mal Buße darüber, dass ihr euren eigenen König umgebracht habt, ermordet, nicht etwa durch einen sanften Tod der Vergasung, sondern indem ihr Ihn bei lebendigem Leibe annageln und die Nägel durch Seine Hand­wurzelknochen treiben ließet.

Sein Blut komme über uns und unsere Nachkommen, so habt ihr geschrieen und so habt ihr es auch bekommen, und wer­det es auch weiterhin bekommen, solange, bis ihr Buße tut! ¢ (N.Homuth: „Dokumente der Unterwanderung“, S. 51)

[ … ] Die Bibelstellen der alttestamentlichen Propheten Jesaja, Jeremia usw. über die Rückkehr Israels in ihr Land, die Malgo, May & Co in einer sträflichen Art, die Bibel auszulegen, ständig ins 20.Jahrhundert projizieren wollen, beziehen sich nachweislich alle auf die damalige Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft und sind unter Esra und Nehemia wunderbar in Erfüllung gegangen.

Der erneute Abfall Israels nach der Babylonischen Gefangenschaft gipfelte in der Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahre 70 n.Chr. Dieser katastrophale Untergang Israels wurde im Neuen Testament von unserem HERRN JESUS selbst vorausgesagt: „Siehe, euer Haus wird euch wüst gelassen werden“ (Matth. 23,38).

Die zionistische Staatsbildung durch den geschlechtskranken Freimaurer Theodor Herzl war ein trotziger Akt der Auflehnung zum einen gegen die Aufhebung des Alten Bundes, zum anderen gegen das göttliche Verwerfungsurteil des Judenstaates: „Das Reich wird von euch genommen werden“ (Matth. 21,43). Sie wollen ganz ohne Buße und Umkehr wieder das zurückgewinnen, was ihnen auf Grund von Ungehorsam von Gott selbst genommen ward. Sie haben als Bauleute den lebendigen Stein verworfen, darum bauen sie nicht mehr am Hause Gottes, sondern sie mauern frei, am Welttempel der Humanität. Der heutige Staat Israel ist ein Symbol der Auflehnung gegen Gott.

Der Ungehorsam Israels hat durch die Staatsgründung antichristliche Dimensionen erreicht und das höchste Maß an Zaubereisünde erfüllt. Daher wird auch der Antichrist aus dem Judentum emporsteigen. ¢ (N.Homuth: GLAUBENS-Nachrichten 12/1991)

[ … ] Gott hatte im Jahre 70 n. Chr. die Geschich­te Israels als politische Nation abrupt beendet, weil sie das Maß der Bosheit vollgemacht hatten durch die Er­mordung des Messias. Es war der Tag der Vergeltung (Lk. 21,22). ¢ (N.Homuth „Herausforderung an die verweltlichte Christenheit“ Band 4, S. 29/30

Für Homuth war das Volk Israel (die Juden) für immer von Gott verworfen. Die Staatsgründung Israels war in seinen Augen ein Akt der Auflehnung gegen Gottes Verwerfungs-Urteil und eine reine Inszenierung des jüdisch-freimaurerischen Zionismus. Die umstrittenen „Protokolle der Weisen von Zion* hielt Homuth für das authentische Zeugnis einer antichristlich-jüdischen Ver-schwörung, um widerrechtlich die Weltherrschaft an sich zu bringen.

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* Anmerkung: Die Protokolle der Weisen von ZionDie „Protokolle“ sind eine antisemitisch ausgerichtete Fälschung, mit der eine jüdische "Weltverschwörung" bewiesen werden sollte. Als Prototyp (Vorläufer) gelten die 1865 in Brüssel erschienene Streitschrift von Maurice Joly gegen Napoleon III. "Dialogue aux enfers entre Machiavel et Montesquieu" sowie der Roman "Biarritz", den Hermann Goedsche unter dem Pseudonym   Sir John Retcliff 1868 veröffentlichte.

In den „Protokollen“ sind fiktive Gespräche während einer fiktiven jüdischen Geheimkonferenz festgehalten, auf welcher der Beschluss gefasst worden sei, die jüdische Weltherrschaft "unter einem König aus   dem Hause Zion" durch Gewalt, Betrug und List zu erringen. Der zaristische Geheimdienst, die Ochrana, kompilierte daraus gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“. 1903 erschienen die "Protokolle" erstmals gedruckt in der St. Petersburger Zeitung "Snamja" und 1905 in dem mystisch-religiösen Buch "Das Große im Kleinen" von Sergej Nilus. In London wurden die "Protokolle" erstmals 1920 in der "Morning Post" abgedruckt, obwohl der Herausgeber ihre Echtheit bezweifelte. Mitte 1921 entlarvte die Londoner "Times" aufgrund des Originals des Joly-Buchs (siehe zweiter Satz) die Protokolle als Plagiat (= unrechtmäßig übernommene Inhalte und Informationen). Schweizer Gerichte bestä-tigten dies 1935 und 1937. Dennoch wurden die "Protokolle" in viele Sprachen übersetzt und finden bis heute unter Rechtsextremisten, Antisemiten und Anhängern von Verschwörungs-thesen reißenden Absatz. Auch in der arabischen Welt wird das antisemitische Falsifikat als angeblich echtes Dokument angeboten. Meist wird behauptet, das antisemitische Falsifikat sei 1897 auf dem ersten zionistischen Kongress in Basel von führenden jüdischen Persönlichkeiten abgefasst worden. – Viele der fremdsprachlichen Übersetzungen entstanden im Welt-Dienst Verlag des Herausgebers Ulrich Fleischhauer, finanziert vom nationalsozialistischen Goebbelschen Propagandaministerium.

Quelle: Margaret Chatwin – IDGR - Informationsdienst gegen Rechtsextremismus

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Homuth erklärte, die biblischen Verheißungen Gottes für die Sammlung und Rückführung Israels aus der weltweiten Zerstreuung hätten sich allesamt mit der Rückkehr Israels aus der Babylonischen Gefangenschaft restlos erfüllt. Der erneute Abfall Israels habe dann 70 n. Chr. (nach der Zerstörung des Tempels und Jerusalems) und im Jahr 136 n. Chr. (nach dem Bar-Kochba-Aufstand) zur unwiderruflichen und endgültigen weltweiten Zerstreuung der Juden geführt. Dabei sei „der Zorn endgültig über sie gekommen.“ (1.Thess 2,16). Die nachfolgenden Juden-Pogrome in aller Welt seien ein wohlverdientes Gericht Gottes gewesen. Sein Blut komme über uns und unsere Nachkommen, so habt ihr geschrieen und so habt ihr es auch bekommen, und wer­det es auch weiterhin bekommen, solange, bis ihr Buße tut!“ (O-Ton von N.Homuth). Den Antisemitismus hätten sich die Juden letztendlich durch ihr frevelhaftes Fehlverhalten selbst zuzuschreiben.

Homuth lässt in seinen Darstellungen völlig außer Acht, dass die biblischen Verheißungen für die Sammlung und Rückkehr Israels in das Land ihrer Väter davon sprechen, dass dies am Ende der Tage“ und vom Ende der Erde“ aus geschehen wird. Bei der Rückkehr aus dem babylonischen Exil kamen sie weder vom „Ende der Erde“ noch geschah das „am Ende der Tage“. Siehe dazu folgende Schriftstellen:

Hes 39,21-29;  Jes 2,2-4;  43,6;  60,1-14;  62,1-12;  11,11.12;  Jer 31,7.8.9.10.35.36 Micha 2,12.13;  4,1-5;  Zeph 3,14-20;  Sach 8,7.8;  12,2.3.10 (Jerusalem – ein endzeitlicher Stemmstein für alle Völker);  Jer 31,1-40 (Israel – Haupt der Nationen);  (das Land Kanaan – ewiger Besitz der Nachkommen Abrahams) 1.Mose 15,18;  17,8;  48,4;  2.Mo 32,13;  Jos 21,43;  Ri 2,1;  2.Chr 20,7;  (Rettung und Erlösung ganz Israels) Röm 11,1.25.26.30.31;    Lk 21,24;  Hes 37,1-14.19-28;  36,22-32;  38,8.9.16.22

 

Dass die Verheißungen Gottes über die Sammlung Israels „aus allen Nationen“ durch ihre Rückführung aus der Babylonischen Gefangenschaft in das Land Kanaan noch längst nicht alle erfüllt sind – wie Homuth meinte –, das sehen wir allein schon an der Tatsache, dass einige der Verheissungen von der Zerstreuung Israels „unter alle Nationen“ sprechen. Als Israel aus Babylon zurückkehrte, da waren sie noch nicht bis an die „äußersten Enden der Erde“ und „unter alle Nationen“ zerstreut. „Preist den HERRN, denn Er ist gut, denn Seine Gnade währt ewig! So sollen sagen die Erlösten des HERRN, ... die Er gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und von Süden.“ (Ps 107,1-3) „Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. Und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Nationen und aus allen Orten, wohin ich euch vertrieben habe, spricht der HERR. Und ich werde euch an den Ort zurück-bringen, von dem ich euch gefangen weggeführt habe. (Jes 29,12-14) – Die Rückführung aus dem Babyonischen Exil ist eine Vorerfüllung der Verheißung der endzeitlichen Sammlung und Wiederherstellung Israels am Ende der Tage“.

„Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzt über das Haupt der Nationen! Verkündet, lobsingt und sprecht: Gerettet hat der HERR sein Volk, den Rest Israels! Siehe, ich bringe sie herbei aus dem Land des Nordens und sammle sie von dem äußersten Ende der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende, sie alle zusammen; als eine große <Volks>versammlung kehren sie hierher zurück. Mit Weinen kommen sie, und unter Flehen führe ich sie. Ich bringe sie zu Wasserbächen auf einem ebenen Weg, auf dem sie nicht stürzen. Denn ich bin Israel <wieder> zum Vater geworden, und Ephraim ist mein Erstgeborener. Hört das Wort des HERRN, ihr Nationen, und meldet es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es <wieder> sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde! (Jer 31,7-9 – vgl. Jes 11,12; 43,5.6)  

„Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN fest stehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem. Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht <mehr> wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“ (Jes 2,2-4)

Was meinte Jesus mit der Deutung des Gleichnisses von den bösen Weingärtnern: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.“ (Mt 21,43) Hat er damit angedeutet – wie Homuth erklärte –, dass Gott die gesamte jüdische Nation (Israel) endgültig und für immer verwerfen werde? – Wir müssen bei der Auslegung genau darauf achten, an wen die Worte gerichtet waren: „Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse gehört hatten, erkannten sie, dass er von ihnen redete.“ (Mt 21,45) Es ist hier also nicht vom Volk der Juden allgemein die Rede, sonder lediglich von den religiösen Volks-(ver)führern, den Hohepriestern, Pharisäern und Schriftgelehrten! Diese waren die Drahtzieher, die die Verurteilung und Kreuzigung Jesu Christi in die Wege leiteten – jedoch in jenen Weg, der längst von Gott vorbestimmt war (Apg 2,22-24; 3,13-15). Natürlich war in gewisser Weise auch das kollektiv verblendete jüdische Volk beteiligt, weil ja vor Pilatus die ganze Menge schrie „Kreuzige Ihn!“ (Mk 15,13.14) und „Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!“ (Mt 27,25). Doch auch wenn das „Reich Gottes“ von Israel genommen wurde, dann heißt das noch lange nicht, dass es endgültig und für immer von ihnen genommen wurde.

In dieser Hinsicht verhält es sich mit dem Volk Israel wie bei dessen Wüstenwanderung in das verheißene Land Kanaan. Als die Israeliten sich aufgrund des „bösen Gerüchts“ von zehn der zwölf ausgesandten Kundschafter weigerten, in das verheißene Land einzuziehen und nach Ägypten zurückkehren wollten (siehe 4.Mo 13,32.33;  14,1-10), da wollte Gott das widerspenstige Volk vernichten. Doch auf die Fürbitte Moses hin wandelte der HERR das Gericht in das Urteil um, dass die Israeliten vierzig Jahre durch die Wüste wandern sollten, bis alle Aufrührer und Murrenden gestorben waren. Nur deren Kinder – und die beiden gläubigen Kundschafter Josua und Kaleb – sollten in das Land Kanaan einziehen. Der HERR erklärte in aller Entschiedenheit:

„Alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich in Ägypten und in der Wüste getan habe, und mich nun zehnmal geprüft und nicht gehört haben auf meine Stimme, werden das Land nicht sehen, das ich ihren Vätern zugeschworen habe! Alle, die mich verachtet haben, sollen es nicht sehen. … So wahr ich lebe, spricht der HERR, wenn ich es nicht so mit euch machen werde, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt!: In dieser Wüste sollen eure Leichen fallen, ja, alle eure Gemusterten nach eurer ganzen Zahl, von zwanzig Jahren an und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt. Niemals sollt ihr in das Land kommen, in dem euch wohnen zu lassen ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, außer Kaleb, dem Sohn des Jefunne, und Josua, dem Sohn des Nun! Und eure kleinen Kinder, von denen ihr gesagt habt, sie werden zur Beute werden, sie will ich hineinbringen, und sie sollen das Land kennenlernen, das ihr verworfen habt. Ihr aber, eure Leichen sollen in dieser Wüste fallen! Und eure Kinder sollen vierzig Jahre lang in der Wüste Hirten sein und eure Hurereien tragen, bis eure Leiber in der Wüste umkommen.“ (4.Mo 14,22.23.28-33)

Wir sehen an diesem Beispiel, wie Gott seinem Volk Israel aufgrund ihres Unglaubens das Land der Verheißung lange Zeit vorenthielt, aber nicht endgültig und für immer verweigerte (siehe dazu Ps 95,7-11;  Hebr 3,7-19). 

Bei dem Volk Israel geht es letztendlich um die Ehre Gottes und seines Namens: Würde der allmächtige HERR es schaffen, dieses widerspenstige Volk auf die Rechte Spur und ans Ziel zu bringen? Würden sich eines Tages die Worte des HERRN erfüllen, dass er sich an ihnen verherrlichen werde?:

„Mein Knecht bist du, Israel, an dem ich mich verherrlichen werde. … So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem ganz und gar Verachteten, zu dem Verabscheuten der Nation, zu dem Knecht der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, auch Oberste, und sie werden sich niederwerfend um des HERRN willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat.“ (Jes 49,3.7) „Juble, du Himmel, denn der HERR hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und all ihr Bäume darin! Denn der HERR hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich. (Jes 44,23 – vgl. Jes 43,1;  49,26;  60,16)

Der Apostel Paulus hat das erkannt und bezeugt:

„Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird; und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird aus Zion der Retter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von (ganz) Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« (Zitat aus Jes 59,20.21; Jer 31,34) – Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen [= den Heidenchristen], hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“ (Röm 11,25-29)

Paulus warnt uns Heidenchristen:

„Wenn aber einige der Zweige herausgebrochen worden sind und du, der du ein wilder Ölbaum warst, unter sie eingepfropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes mit teilhaftig geworden bist, so rühme dich nicht gegen die Zweige! Wenn du dich aber gegen sie rühmst – du trägst nicht die Wurzel, sondern die Wurzel dich. Du wirst nun sagen: Die Zweige sind herausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde. Richtig; sie sind herausgebrochen worden durch den Unglauben; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht geschont hat, wird er auch dich nicht schonen. Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes: gegen die, welche gefallen sind, Strenge; gegen dich aber Güte Gottes, wenn du an der Güte bleibst; sonst wirst auch du herausgeschnitten werden. Aber auch jene, wenn sie nicht im Unglauben bleiben, wer-den eingepfropft werden; denn Gott ist imstande, sie wieder einzupfropfen.“ (Röm 11,17-24)

Bereits Mose setzte mit seiner Fürbitte für das murrende und widerspenstige Volk Israel – als der HERR es auslöschen wollte – an diesem Nerv der Ehre Gottes an (4.Mo 14,10-12). Er erinnerte den HERRN daran: „Dann werden es die Ägypter hören. Denn durch deine Macht hast du dieses Volk aus ihrer Mitte heraufgeführt; und man wird es den Bewohnern dieses Landes sagen. Sie haben gehört, dass du, HERR, in der Mitte dieses Volkes bist, dass du, HERR, Auge in Auge dich sehen lässt und dass deine Wolke über ihnen steht und du in einer Wolkensäule vor ihnen hergehst bei Tag und in einer Feuersäule bei Nacht. Und wenn du dieses Volk wie einen Mann tötest, werden die Nationen, die die Kunde von dir gehört haben, sagen: Weil der HERR dieses Volk nicht in das Land bringen konnte, das er ihnen zugeschworen hatte, darum hat er sie in der Wüste hingeschlachtet. Und nun möge sich doch die Macht des Herrn groß erweisen, so wie du geredet hast, als du sprachst: »Der HERR ist langsam zum Zorn und groß an Gnade, der Schuld und Treuebruch vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt …« – Vergib doch die Schuld dieses Volkes nach der Größe deiner Gnade und so, wie du diesem Volk vergeben hast von Ägypten an bis hierher! – Und der HERR sprach: Ich habe vergeben nach deinem Wort.“ (4.Mo 14,13-20) Der Herr hatte vergeben, aber er ließ sein Volk keineswegs ungestraft davonkommen! Denn: »Der HERR ist langsam zum Zorn und groß an Gnade, der Schuld und Treuebruch vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt« (4.Mo 14,18).

Selbst Josua, der Israel vierzig Jahre später über den Jordan in das verheißene Land Kanaan führte, konnte diesem Volk nicht die verheißene, wahren Ruhe bescheren (Hebr 4,1-13). Und auch nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil gelangte Israel nicht zur Ruhe und zur finalen Erfüllung der Verheißungen Gottes (siehe Jes 2,2-4;  31,7-9;  43,1-7). Das wird erst dann geschehen, wenn Israel seinen Erretter Joschua HaMaschiach (Jesus Christus) im Glauben annimmt und ruft: „Gepriesen sei, der da kommt im Namen des HERRN!“ (M 23,39;  Lk 13,35)

 

Nein, der HERR wird mit Israel kein Ende machen (Jer 46,27.28; Röm 11,17-29). Diese Tatsache sollten wir anerkennen. Wir brauchen deshalb nicht gleich in das andere Extrem eines schwärmerischen Israel-Fanatismus zu verfallen, wie das heute unter manchen Christen zu beobachten ist. Bei der Betrachtung Abrahams und der Verheißungen, die Gott diesem Patriarchen gab, verstehen wir die Wege und Absichten Gottes mit Israel.

Abraham sollte Nachkommen haben so zahlreich wie die „Sterne am Himmel“ und wie der „Sand am Ufer des Meeres“ (1.Mo 22,17; 15,5;  32,13;  13,16). Der „Sand“, das sind alle natürlichen Nachkommen Abrahams - die „Sterne“ jedoch, das sind alle seine geistlichen Nachkommen (Phil 2,15). Letztere haben Abraham in der Regel zwar nicht zum leiblichen Urvater, aber sie haben ihn als geistlichen Ahnherrn – als „Vater des Glaubens“ (Röm 4,11). Gleich diesem, sind auch sie durch den Glauben gerechtfertigt worden, sowohl Heiden-Christen als auch Juden-Christen (Röm 3,28-30;  3,21-26). In dieser Hinsicht unterscheidet der Apostel Paulus zwischen dem „fleischlichen“ (ungläubigen) und dem „geistlichen“ (gläubigen) Israel (Röm 9,6.7;  Gal 6,16 - vgl. Mt 3,9;  Joh 8,39) sowie zwischen der fleischlichen und der geistlichen „Beschneidung“ (Röm 2,28.29;  Kol 2,11.12;  1.Kor 7,19).

Paulus offenbart uns das Geheimnis Israels: „Durch ihren Fall ist den Nationen das Heil geworden ...“ (Röm 11,11 - siehe auch Röm 11,25 u. Apg 13,46) Die Erweckung Israels leitet die Vollendung des göttlichen Heilsplanes mit dieser Welt ein: „Denn wenn ihre (vorübergehende) Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme (Israels) anders sein als Leben aus den Toten?“ (Röm 11,15) In der Offenbarung des Johannes lesen wir die große Endvision: „Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!“ (Offb 7,9.10)

Diese Zusammenhänge lassen erkennen, was wir dem Volk Israel verdanken. Deshalb sollten wir uns den Juden gegenüber freundlich verhalten und ihnen ehrerbietig begegnen. Wir sollten für sie offen eintreten, sie segnen, für sie beten und sie unterstützen. Als Christen brauchen wir ihnen gegenüber allerdings keine übertriebene Ehrfurcht oder gar Minderwertigkeit empfinden. „Denn durch ihn - Jesus Christus - haben wir beide (Juden und Heiden) durch einen Geist den Zugang zum Vater.“ (Eph 2,18 – siehe auch 1.Kor 12,13)

Die Gemeinde Jesu ist das höchste Ziel, auf das der Heilsplan Gottes von Anfang an ausgerichtet war. Andererseits hat der, welcher Israel erwählt hat, nicht die Verheißungen fallen gelassen, die ganz speziell dem Volk Israel gelten. Der HERR wird sich noch einmal an Israel verherrlichen und es hier auf Erden - im messianischen Friedensreich - zum „Haupt der Nationen“ setzen, damit alles erfüllt wird, was er durch die Propheten zugesagt hat:

 „Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzt über das Haupt der Nationen! Verkündet, lobsingt und sprecht: Gerettet hat der HERR sein Volk, den Rest Israels!“ (Jer 31,7)

„Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN fest stehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. (Jes 2,2)

Gott ist den langen heilsgeschichtlichen Weg mit Israel nicht gegangen, um sie schließlich doch noch zu verwerfen und zu „enterben“. Dem Allmächtigen stehen alle Mittel zu Gebote, um die Widerspenstigkeit und Halsstarrigkeit Israels zu brechen und sie geistlich zu erwecken – auch wenn er dabei auf drastische Maßnahmen zurückgreifen muss – siehe 5.Mo 28,15-69;  3.Mo 26,14-46. Am Ende wird er ganz Israel aus allen Nationen sammeln und in das Land der Väter zurückführen, seinen Bund mit ihnen erneuern, seinen Geist über sie ausgießen, seinen (durch ihr abtrünniges Verhalten) entweihten Namen wiederherstellen und sich an ihnen verherrlichen:

„Aber selbst auch dann, wenn sie in dem Land ihrer Feinde sind, werde ich sie nicht verwerfen und sie nicht verabscheuen, ein Ende mit ihnen zu machen, meinen Bund mit ihnen ungültig zu machen; denn ich bin der HERR, ihr Gott. Und ich werde zum Guten für sie an meinen Bund mit den Vorfahren denken“ (3.Mo 26,44.45 – siehe auch Neh 9,31;  Ps 94,14;  Jes 43,1-7;  44,21;  Jer 31,35-37).

„Du aber, fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und sei nicht niedergeschlagen, Israel! Denn siehe, ich will dich retten aus der Ferne und deine Nachkommen aus dem Land ihrer Gefangenschaft. Und Jakob wird zurückkehren und ruhig und sicher sein, und niemand wird ihn auf-schrecken. Du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht!, spricht der HERR. Denn ich bin mit dir. Denn allen Nationen, zu denen ich dich vertrieben habe, werde ich ein Ende machen, aber dir werde ich nicht ein Ende machen, sondern dich mit Maßen züchtigen und dich keineswegs ungestraft lassen.“ (Jer 46,27.28)

„Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, HERR: Nicht um euretwillen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entweiht habt unter den Nationen, zu denen ihr gekommen seid. Und ich werde meinen großen, unter den Natio-nen entweihten Namen heiligen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR, wenn ich mich vor ihren Augen an euch als heilig erweise. Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen. Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen werde ich euch reinigen. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. Und ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich werde euch zum Gott sein. Und ich werde euch befreien von all euren Unreinheiten. Und ich werde das Getreide herbeirufen und es vermehren und keine Hungersnot mehr auf euch bringen; und ich werde die Frucht des Baumes und den Ertrag des Feldes vermehren, damit ihr nicht mehr das Höhnen wegen einer Hungers-not hinnehmen müsst unter den Nationen. Und ihr werdet an eure bösen Wege denken und an eure Taten, die nicht gut waren, und werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Gräuel. Nicht um euretwillen tue ich es, spricht der Herr, HERR, das sollt ihr wissen. Schämt euch und werdet beschämt vor euren Wegen, Haus Israel!“ (Hes 36,22-32)

Bei allem wird eines deutlich: es besteht keinerlei Anlass, die Juden oder die Heiden-Christen in irgendeiner Weise zu glorifizieren. Alle Ehre gebührt allein Gott! Denn weder Juden noch Heiden haben uns den Messias gegeben, sondern der himmlische Vater war es, der seinen geliebten Sohn als Erlöser in die Welt gesandt hat (Joh 3,16;  10,17.18;  Gal 4,4) - dem Fleische nach wohl ein Jude (Röm 9,4.5; Joh 4,22). Was Juden und Heiden uns letztendlich beschert haben, ist ein verratener, verkaufter, verspotteter, verachteter, gequälter und schließlich gekreuzigter Messias! Doch als Christen wissen wir, dass es weder die Juden noch die Römer (Nationen) waren, die den Herrn Jesus ans Kreuz gebracht haben, sondern unser aller Sünde!

„Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung (d.h. Erlösung u. umfassende Errettung) geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld.“ (Jes 53,5.6)

 

Paulus über das Abendmahl: „Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften“ (1.Kor 15,3.4).

„… und [Abraham] zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, weil er Gott die Ehre gab. Und er war völlig gewiss, dass er, was er verheißen habe, auch zu tun vermöge. Darum ist es ihm auch zur Gerechtigkeit gerechnet worden. Es ist aber nicht allein seinetwegen geschrieben, dass es ihm zugerechnet worden ist, sondern auch unsertwegen, denen es zugerechnet werden soll, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, aus den Toten auferweckt hat, der unserer (aller!) Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.“ (Röm 4,20-25)

Auch sind es nicht eigentlich die Israeliten/Juden, denen wir die Heilige Schrift verdanken, sondern Gott. Denn Er war es, der uns sein wunderbares Wort geschenkt und es souverän durch inspirierte Personen seiner Wahl übermittelt hat (2.Petr 1,21). Da bleibt kein Ruhm, weder für Juden noch für Heiden. Den Juden wurden zwar „zuerst die Aussprüche Gottes anvertraut“ (Röm 3,1.2), doch das war zugleich mit einem hohen Anspruch verbunden. Denn es gilt: „Jedem aber, dem viel gegeben ist - viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.“ (Lk 12,48) Weil die Israeliten/Juden den Anspruch Gottes mehrheitlich nicht erfüllt haben und die „Zeichen der Zeit nicht zu deuten wussten“ (Mt 16,3), mussten sie die entsprechenden Folgen tragen (Lk 19,41-44;  21,20-24 – vgl. Hebr 3,2;  Dan 9,26;  Neh 1,8;  5.Mo 28,63-67). Und nun sind die Nationen gefragt, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten … Aber auch Israel wird eine neue Chance bekommen, ihren wahren Messias Jesus Christus anzunehmen.

Fazit: Weder Juden noch Heiden (Nationen) sind First-Class-Persons, auch nicht die messianischen Juden oder die Heiden-Christen. Im Focus des Interesses Gottes stehen ausnahmslos alle Menschen. Und es ist bei Gott und allen Himmelsbewohnern große Freude über jeden einzelnen Sünder, der umkehrt und sich retten lässt, indem er Jesus Christus im Glauben als Erlöser und Herrn annimmt (Lk 15,7) - sei er nun ein Jude oder ein Heide, Mann oder Frau, Jüngling oder Greis! (Gal 3,28)

Es stimmt zwar, dass Gott sein Volk aufgrund seiner Halsstarrigkeit (2.Mo 32,9;  33,3.5;  5.Mo 9,6.24) gerichtet und gezüchtigt hat, indem er es unter die Nationen zerstreut und der Bedrängnis ausgeliefert hat (5.Mo 28,64-67;  Am 9,8-15;  Lk 21,24), doch ihre Peiniger sind stets über das von Gott gesetzte Ziel hinausgeschossen. Sie sind dabei in einem dämonisch-teuflisch entzündeten Hass gegen Israel und die Juden entbrannt und haben sie über die Maßen grausam behandelt und sogar auslöschen wollen. Deshalb wird der HERR sein Volk aus der Hand ihrer Peiniger retten und anschließend mit diesen ins Gericht:

„Du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht!, spricht der HERR. Denn ich bin mit dir. Denn allen Nationen, zu denen ich dich vertrieben habe, werde ich ein Ende machen, aber dir werde ich nicht ein Ende machen, sondern dich mit Maßen züchtigen und dich keineswegs ungestraft lassen.“ (Jer 46,28)

„Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen hin an deiner Stelle und Völkerschaften anstelle deines Lebens. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Vom Sonnenaufgang her werde ich deine Nachkommen bringen, und vom Sonnenuntergang her werde ich dich sammeln. Ich werde zum Norden sagen: Gib her!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring meine Söhne von fern her und meine Töchter vom Ende der Erde, jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe!“ (Jes 43,4-7 – vgl. Jes 11,12)

„Rufe aus: So spricht der HERR der Heerscharen: Ich eifere mit großem Eifer für Jerusalem und für Zion, und mit großem Zorn zürne ich über die (selbst)-sicheren (o. stolzen) Nationen. Sie, nämlich als ich nur wenig (o. eine kleine Weile) zürnte, da haben sie zum Unheil geholfen.“ (Sach 1,14.15)

„Ich war erzürnt über mein Volk, ich entweihte mein Erbteil, und ich gab sie in deine Hand (= Babylon). Du hast ihnen kein Erbarmen erwiesen, auf den Greis legtest du schwer dein Joch. … So kommt (nun) Unheil über dich, gegen das du keinen Zauber kennst. Und ein Verderben wird über dich herfallen, das du nicht abwenden kannst. Und plötzlich wird ein Sturm (o. plötzlicher Untergang) über dich kommen, den du nicht ahnst.“ (Jes 47,6.11)

„Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Joschafat hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und mein Land haben sie geteilt und über mein Volk das Los geworfen“ (Joel 1,1-3).

 

„Tretet heran, ihr Nationen, um zu hören! Und ihr Völkerschaften, hört aufmerksam zu! Es höre die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und alles, was ihm entsprosst! Denn der HERR hat einen Zorn auf alle Nationen, und sein Grimm richtet sich auf ihr ganzes Heer. Er hat an ihnen den Bann vollstreckt, sie zur Schlachtung dahingegeben. … Denn einen Tag der Rache hat der HERR, ein Jahr der Vergeltungen für die Rechtssache Zions.“ (Jes 34,1.2.8)

„Ausspruch, Wort des HERRN über Israel. Es spricht der HERR, der den Himmel ausspannt und die Grundmauern der Erde legt und den Geist des Menschen in seinem Inneren bildet: Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem. Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein (= Gewichtsein zur Übung für Sportler) für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde (= die „Vereinten Nationen“) werden sich gegen es versammeln. … An jenem Tag mache ich die Fürsten (o. Anführer) von Juda einem Feuerbecken unter Holzstücken und einer Feuerfackel unter Garben gleich; und sie werden zur Rechten und zur Linken alle Völker ringsum verzehren. Und immer noch wird Jerusalem an seiner Stätte bleiben in Jerusalem. … An jenem Tag wird der HERR die Bewohner von Jerusalem beschirmen … Und es wird geschehen an jenem Tag, da trachte ich danach, alle Nationen zu vernichten, die gegen Jerusalem herankommen. Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint. … An jenem Tag wird für das Haus David und die Bewohner von Jerusalem eine Quelle geöffnet sein gegen Sünde und gegen Befleckung. Und es wird geschehen an jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, da rotte ich die Namen der Götzen aus dem Land aus … und den Geist der Unreinheit werde ich aus dem Land wegschaffen. … Dann wird der HERR ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen, wie er schon immer gekämpft hat am Tag der Schlacht. Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem im Osten liegt … Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird lebendiges Wasser aus Jerusalem fließen … Und der HERR wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tag wird der HERR einzig sein und sein Name einzig. … und Jerusalem wird in Sicherheit wohnen. Und dies wird die Plage sein, mit der der HERR alle Völker plagen wird, die gegen Jerusalem in den Krieg gezogen sind: Er lässt jedem sein Fleisch verwesen, während er <noch> auf seinen Füßen steht … Und es wird geschehen: Alle Übriggebliebenen von allen Nationen, die gegen Jerusalem gekommen sind, die werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern.“ (Sach 12,1-3.6.8;  13,1.2;  14,3.4.8.9.11.12.18)

Der Herr wird bei seiner Ankunft zur Aufrichtung seiner tausendjährigen Herrschaft im Millennium (Offb 20,1-6) genauso wiederkehren, wie er bei seinem Abschied auf dem Ölberg vor den Augen seiner Jünger in den Himmel entrück wurde (Apg 1,6-12). Er wird in der Hauptstatt des widerhergestellten und erweckten Volkes Israel erscheinen: in Jerusalem. „Und der Name der Stadt heißt von nun an: Jahwe Schammah [übersetzt:] Hier ist der HERR. (Hes 48,35)

Die Wiederkunft Jesu Christi findet zu zwei Zeitpunkten statt: einmal zum Beginn der Drangsalszeit, wenn der „Sohn des Menschen … auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit“ erscheinen wird (Mt 24,30) zur Entrückung der Gemeinde (1.Thess 4,16.17) zur „Hochzeit des Lammes" in den himmlischen Thronsaal seines/unseres Vaters (Offb 19,7) – und dann zum zweiten Mal zur Ankunft Jesu Christi zusammen mit seiner verherrlichten Gemeinde zurück auf die Erde zur Aufrichtung des Tausendjährigen Friedensreiches (Millennium – siehe Offb 20,1-6). Dann werden die Gläubigen mit dem Christus auf der Erde regieren. Der Herr wird im wiederhergestellten Israel in Jerusalem thronen – vermutlich im „dritten Tempel“, für dessen Bau und Opferdienst der Prophet Hesekiel (in den Kapiteln 40-47) von Gott genaue Maßangaben und Anweisungen übermittelt. [Zuvor wird sich der Antichrist in diesem Tempel niederlassen und behaupten, dass er Gott sei (2.Thess 2,3.4;  Offb 13,1-18;  Mt 24,15;  Dan 9,27;  11,31.36). Doch diesen „Sohn des Verderbens“ wird „der Herr Jesus beseitigen durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft“ (2.Thess 2,8 – vgl. Offb 19,11-21)]. Wenn Christus die von Jerusalem aus die Weltherrschaft antritt, dann werden von ihm die verherrlichten Gläubigen an den verschiedenen Orten und Regionen der Erde als Stadt-halter und Richter eingesetzt werden – siehe dazu Lk 19,17.19 > Offb 2,26;  3,21;  20,4;  1.Kor 6,2;  Dan 7,22. 

Die Entrückung (griech: "Harpagesometha") bedeutet  "Hinweggerissenwerden" der Heiligen aus dem gegenwärtigen Zeitlauf (Aion). Das deutet darauf hin, dass die Gemeinde wie ein "Scheit aus dem Feuer" herausgerissen wird aus dem jetzigen, verkehrten Zeitlauf. Ein Holzscheit aber, der aus dem Feuer gerissen wird, ist von den Flammen in gewisser Weise bereits angesengt (vgl. Am 4,11; Sach 3,2). Das bedeutet, dass die Gläubigen nicht ganz ungeschoren davonkommen. Es ist auf alle Fälle besser, sich auf Verfolgung und Drangsal vorzubereiten, als sich in der sorglosen Auffassung zu wiegen: Uns wird nichts geschehen, denn wir werden ja entrückt, bevor die Drangsalszeit beginnt.

Als Bibellehrer folge ich in der Schriftauslegung dem Puzzle-Prinzip - d.h. alle relevanten Aus-sagen zu einer Thematik müssen wie ein Puzzle zusammengelegt werden. Erst dann ergibt sich – gemäß Ps 119,160;  2.Tim 3,16;  Pred 8,1; 7,27 – die volle Wahrheit und der „ganze Ratschluss Gottes“ Apg 20,20.27. Dieses Prinzip ist eng verbunden mit dem Prinzip der "Selbstauslegung der Heiligen Schrift". Im Kontext gesamtbiblischer Lehre überzeugt mich die Position der Vorentrückung mehr als die Nachentrückung (d.h. die Entrückung nach der Dransalszeit). Wobei ich einräume, dass die Entrückung meiner Auffassung nach eigentlich nicht „vor" der großen Drangsal geschieht, sondern „am Anfang" der großen Drangsal. Ich folge darin der Petrus-Stelle: "der Herr weiß die Gottseligen (o. Gottesfürchtigen) aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren für den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werde" (2.Petr 2,9). Ich sehe die Plagen der Drangsalszeit schon als vorlaufendes Gericht Gottes an, das am "großen und furchtbaren Tag des HERRN" über den ganzen Erdkreis kommt (Joel 3,4). Vor diesem Zornesgericht wird Gott die Seinen bewahren, wie Er den Noah und seine Familie vor dem Flut-Gericht bewahrt hat (2.Petr 2,5). Jesus fordert uns auf: "Wacht nun und betet zu aller Zeit, dass ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!" (Lk 21,36) Er hat verheißen: "Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen." (Offb 3,10) Ich bin der Überzeugung, dass die große Bedrängnis, die um der Auserwählten verkürzt wird (Mt 24,21-24), sich nicht auf die Gemeinde Jesu bezieht, sonder auf die vormals "Auserwählten" - auf das Volk Israel (vgl. Jes 65,9). Währenddessen wird die Gemeinde Jesu an himmlischem Orte die "Hochzeit des Lammes" feiern. 

Die genaue Kenntnis über den Zeitpunkt der Entrückung gehört nicht zu den heilsentschei-denden Fragen. Der Herr nennt uns zwar „Zeichen der Zeit“ und rät seinen Jüngern, diese Zeichen richtig zu deuten, damit sie in einer wachsamen Haltung der Erwartung bleiben und nicht einschlafen. Aber es gibt auch eine ungesunde Fixierung auf die Endzeitzeichen, die zu einer regelrechten Paranoia führen können. – Insgesamt vertrete ich die heilsgeschichtliche Betrachtungsweise (Dispensationalismus), die die Heilsgeschichte in Zeiträume einteilt, die von bestimmten Gottes-Bündnissen und zentralen Ereignissen geprägt sind – siehe dazu oben die von mir erstellte Graphik. Dort gehört die Erweckung und Widerherstellung Israels am Anfang des Millenniums zu den zentralen Stationen der Heilsgeschichte. Denn das ist er Zeitpunkt, an dem das Volk des Alten Bundes seinen wahren Messias Jeschua HaMaschiach endlich erkennt und durch ihn in den lange verheißenen und erwarteten Neuen Bund geführt wird.

Norbert Homuth hat das Israel-Puzzle einfach falsch zusammengesetzt. Er hat sich bei der Beurteilung Israels nicht vom Heiligen Geist leiden lassen, sondern von seiner eigenen Klugheit und von seinem eigenen Paradigma (Denkrahmen/Vorverständnis). Dabei ist „listig ersonnener Irrtum“ herausgekommen (siehe Eph 4,14), ja ein verabscheuungswürdiger Antisemitismus und Antizionismus. Während in der Weisheit Gottes das gnadenvolle Erbarmen über das Gericht trium-phiert, siegt im homuthschen Paradigma der Zorn Gottes über Gnade und Erbarmen. Das wird aber für Homuth selbst verhängnisvolle Folgen haben …

Wer das Volk Israel verachtet, es schmäht oder gar eine antisemitische Volksverhetzung betreibt, der schadet sich selbst: „Denn so spricht der HERR der Heerscharen — mit Herrlichkeit hat er mich zu den Nationen gesandt, die euch geplündert haben —: Ja, wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an!“ (Sach 2,12 – der ursprüngliche Text lautet nicht „seinen (eigenen) Augapfel“, sondern „meinen Augapfel“ – d.h. Gottes Augapfel!)

(Siehe zur Israel-Thematik auch den Link: Joachim Hübel: Israel und die Gemeinde Jesu)

Mit Homuth kam es schließlich so, wie es kommen musste: 1994 brachte ihm eine vierseitige Hetzschrift mit dem Titel „Warum die Juden den Antisemitismus selbst verursachen“ mehrere Anzeigen ein. 1995 wurde er in einem Prozess vor dem Fürther Amtgericht vom Richter wegen antisemitischer Volksverhetzung für schuldig befunden und zu 1000 DM Bußgeld und 4 Monate Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt. In be-sagtem Flugblatt hatte Homuth über die Juden geschrieben:

„Erstens verfolgen sie [die Juden] zu allen Zeiten die Boten Gottes, die zu ihnen gesandt sind, um ihnen Gottes Schelte zu überbringen, ja sie töteten sogar den höchsten Abgesandten Gottes, seinen Sohn. Bis heute hat sich das nicht geändert. Wenn es auch nur einer wagt, ihnen Gottes Wort vorzuhalten, und sie zur Buße zu rufen, hängen sie ihm einen Prozess an, schwingen die Auschwitz-Keule und ruhen nicht, bis sie ihn restlos fertig gemacht haben. Der zweite Grund liegt in ihrer menschen-verachtenden Haltung den Nichtjuden gegenüber, womit sie praktisch den Antisemitismus selbst schüren." ¢ [N.Homuth: „Warum die Juden den Antisemitismus selbst verur-sachen“ – GLAUBENS-Nachrichten Sept. 1994]

Norbert Homuth betrieb unter „christlichem" Banner antisemitische Hetze. Das Gerichtsverfahren nahm Homuth wiederum zum Anlass, seine antisemitischen Ressentiments zu verbreiten. Denn kein Geringerer als der Leibhaftige „samt seinem Personal", so Homuth, hätten es auf ihn abgesehen; und die Verurteilung erleide er gerne um der "biblischen Wahrheit willen". Im Widerspruch zu den Darstellungen in seinen Schriften wurde Homuth nicht müde zu beteuern, er hege keine antisemitische Einstellung, denn „er liebe die Juden“.

Über den besagten Prozess berichtet Norbert Homuth aus seinem Blickwinkel folgendes:

Rückblick auf 50 Jahre Dienst für den HERRN

Im gleichen Jahre 1995, in dem sich Dorothea [Name aus rechtlichen Gründen geändert – Anm. von J.H.] von mir hat scheiden lassen (u.a. weil ich mehr mit meinem Dienst verheiratet war als mit ihr), wurde ich auch noch strafrechtlich verfolgt wegen „Volksverhetzung, weil ich die Juden zur Buße gerufen hatte. Anlass war ein Ar­ oft selbst verursachen durch ihr unversöhnliches Verhalten. Ein Zivilprozess (Ehescheidung) und ein Strafprozess kurz hintereinander, das schlug mir schwer auf den Magen und ich bekam gesundheitliche Probleme. Mein Anwalt, der mich vertrat, war der gläubige Christ Hansgötz Werner aus Frankfurt; als Gerichtsrepor­ter trat Wolfgang Zöller aus Siegen auf und die Entlastungszeugen waren die Juden Klaus Moshe Pülz und Michael Zimmermann. Mein Ankläger war der Nürnberger SPD-Stadtrat und Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde, Arno Hamburger. Er trat in der Verhandlung sehr gehässig gegen mich auf, hielt mir ein Exemplar des „Stürmer“ von Julius Streicher vors Gesicht und giftete: „das ist ihre Sprache“.

In der Juden- und Israelfrage vertrat ich schon immer nahtlos die Position der Apostel und des Neuen Testamentes, was einem schnell als Antisemitismus ausgelegt wird, ein großes Unrecht! Für Christen ist Judenhass und Antisemitismus völlig ausge­schlossen. Vor Gericht entfaltete ich all die Stellen aus dem Talmud, in denen gegen Jesus und die Christen gehetzt wird, und der Richter bescheinigte mir öffentlich vor allen Zuhörern: der einzige im Saal, der den Talmud kennt, ist der Angeklagte. Das muss den Arno Hamburger sehr geärgert haben. Der Richter stand innerlich, das konnte man seinen Äußerungen entnehmen, ganz auf meiner Seite. Aber kein Rich­ter riskiert einen Freispruch, wenn der Ankläger ein hoher Jude ist. Er würde damit mit großer Wahrscheinlichkeit seine eigene Position aufs Spiel setzen. – Nun, Arno Hamburger lebt nicht mehr, er weiß jetzt mehr und wird seiner Strafe im Totenreich (Feuer) nicht entgangen sein. Ich habe ihm vergeben, wie ich allen meinen Feinden vergebe: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. ¢[ N.Homuth: GLAUBENS-Nachrichten, Juli/Aug. 2023]

[Nun, Norbert Homuth lebt jetzt auch nicht mehr und er weiß jetzt ebenfalls mehr und wird sich an dem Ort, an dem er sich jetzt befindet, über manche seiner falschen Ansagen wundern, die er in seinen Schriften und Predigten vom Stapel gelassen hat. – Anm. von J.H.]

Nicht nur in der Juden-Frage, sondern auch in vielen andern Lehrpositionen setzte Homuth das „Bibel-Puzzle“ falsch zusammen: z.B. in der Heilsübermittlung und Bekehrung. Für Homuth bestand der wesentliche Punkt einer Bekehrung in der „Buße“ über die Sünden inform von Sündenbekenntnis, dem Ablegen der Sünden und dem Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes. Er konnte nicht begreifen, dass sich eine schriftgemäße „Buße“ (= Umkehr – griech. metanoia o. epistrepho) in erster Linie auf der Ebene der Gesinnung (nämlich in einem „metanoia-Umdenken“) und im Glauben abspielte. Homuth wollte nicht wahrhaben, dass ein Ablegen der Sünden und eine Befolgung der Gebote Gottes erst dann möglich ist, wenn jemand durch den Glauben an Jesus Christus die geistliche Wiedergeburt und Erfüllung mit Heiligem Geist erfahren hat (Apg 2,38;  Eph 1,13;  Gal 3,2-5.26.27;  4,6;  Tit 3,4-7;  Joh 1,12.13;  Gal 5,15.17;  Röm 6,1-13;  8,12.13). 

Weitere wichtige Punkte, in denen Homuth das „Bibel-Puzzle“ falsch zusammensetzte:

     er leugnete die Personalität des Heiligen Geistes (siehe dazu Die Dreieinigkeit Gottes);

     er stellte in einseitiger Weise die richtende, zürnende und strafende Wesensnatur Gottes heraus und verbreitete dadurch eine abstoßende, bedrohliche Gottesvorstellung;

     er forderte die bedingungslose Vergebung – d.h. man müsse anderen also auch dann alles vergeben, wenn der/die Schuldigen uneinsichtig blieben (siehe dazu Müssen wir anderen bedingungslos vergeben?);

     er erachtete das Gesetz Mose und die Zehn Gebote für den Neuen Bund als generell aufgehoben und widersprach damit eindeutig der Aussage Jesu Christi in Mt 5,17-20    (vgl. Röm 7,12;  3,20;  1.Tim 1,8;  2.Tim 3,16.17;  Ps 119,8);

     er leugnete die „Erlösung des Leibes“ und die „leibliche Auferstehung“ = „Auferstehung des Fleisches“ (Röm 8,20-25;  Phil 3,20.21;  1.Kor 15,50-53);

     für Homuth wogen vor Gott alle Sünden gleich schwer – dadurch missachtet er den Unter-schied zwischen leichter und schwerer Sünde, so wie Jesus ihn machte, indem er bezüglich der Sünden von „Mücken“ und „Kamelen“ (Mt 23,24) sprach, und von „Splittern“ und „Balken“ (Mt 7,3) – oder wie Johannes, er darauf hinwies, dass es einerseits „Sünde zum Tod“ gib und andererseits „Sünde nicht zum Tod“ (1,Joh 5,16);

     er setzte in unbiblischer Weise die natürlichen Bedürfnisse des Menschen (Essen, Trinken, Sexualität, Sport [= Bewegungsdrang], Kultur und Kunst [= Kreativität] etc.) und die daraus gewonnene Lebensfreude mit den niederen „sündigen Begierden des Fleisches“ (= Regungen der sündigen Wesensnatur) gleich (Eph 2,3;  Kol 3,5;  Tit 3,3;  1.Joh 2,16);

Auf Homuths weitere verkehrten Lehren über Heiligung, Sexualität, Mediengebrauch, Politik, den Antichrist, das Malzeichen des Tieres etc. gehe ich weiter unten in separaten Kapiteln ein.

Auch im Hinblick auf die Evangelisation (= Mission) setzte Homuth das „Bibel-Puzzle“ falsch zusammen und vertrat eine unbiblische Auffassung. Er meinte, der „Missionsbefehl“ aus Mt 28, 19.20 und Mk 16,15.16 (vgl. Apg 1,8;  2.Kor 5,20) gelte für jeden einzelnen Christen. Deshalb sei jeder Gläubige von Gott in gleicher Weise dazu bestimmt, aktive Evangelisation zu betreiben. Wer diese Pflicht nicht erfülle, sei ungehorsam und unfruchtbar. [Mehr zu dieser Thematik im Kapitel 6: „Homuth und seine Arbeitsmethoden: die hohe Kunst des Weglassens und Verdrehens – dort er Unterpunkt Homuths Generalmobilmachung zur Mission: Evangelisation per „Tritt in den Hintern“ ab Seite xx]

Bei der Auslegung biblischer Texte müssen immer die elementaren Auslegungs-Grundsätze beachtet werden. Ganz besonders aber die folgenden drei:

1. Die rechte Interpretation einer einzelnen Aussage kann in der Regel nur im Hinblick auf den Kontext-Zusammenhang gefunden werden. 

 

2. Bei der Deutung einer Aussage muss immer gefragt werden: WER sagt WAS zu WEM in WELCHEM ZUSAMMENHANG – nur daraus lässt sich erschließen, ob die Aussage verallgemeinert werden darf oder ob sie nur an einen bestimmten Personkreis gerichtet bzw. auf einen bestimmte Zeitraum der Heilsgeschichte beschränkt ist.

 

3. Das Puzzle-Prinzip: alle relevanten erstrangigen Textstellen (Primär-Stellen) müssen herangezogen werden, um bei einer Thematik zu einer ausgewogenen Beurteilung und zur „gesunden Lehre“ zu gelangen. Denn: „Die Bibel legt sich selbst aus.“ Und „Der beste Kommentar zur Bibel ist die Bibel.“ Die Ausrichtung einzelner Aspekte und Lehrpositionen muss nach dem Gesamtbild biblischer bzw. neutestamentlicher Lehre vorgenommen werden.

Es gibt noch eine Reihe weiterer wichtiger Auslegungsprinzipien. Wer diese missachtet, der landet regelmäßig bei Fehlinterpretationen von Bibelaussagen – und irgendwann in kräftigen Irrtümern und Irrlehren und schließlich bei einem falschen „anderen Evangelium“, einem „anderen Jesus“ und einem „anderen Geist“ (Eph 4,14;  Kol 2,8;  1.Joh 4,1.2;  2.Joh 8,11;  2.Thess 2,11.12;  1.Tim 4,1-3;  Röm 16,17;  Tit 1,11.14;  2.Kor 11,3-5.13-15;  Gal 1,6-9).

Homuth kritisierte stets in scharfem Ton die Selbstdarstellung und –inszenierung gewisser christ-licher Leiter und Prediger (bspw. Benny Hinn oder Siegfried Müller*). Doch er selbst ließ in seinen Schriften seinem eigenen Mitteilungsdrang über seine Person und seine Aktivitäten immer wieder freien Lauf (siehe dazu oben in den Rahmen die Texte über sich und seinen Dienst). In seinen Mitteilungen präsentierte er sich oft als „leidender Gottesknecht“, der aufgrund seiner Berufung und um der Verkündigung der „Wahrheit“ willen vieles erduldete und viel Unrecht erlitt.

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*  Siegfried Müller war der Leiter des Werkes  „Der Weg zur Freude“, der sich in seinen Hochglanz-Rundbriefen immer gerne als vollmächtiger Prediger und Wunderheiler präsentierte. Durch den Bau eines kostspieligen pompösen „Gotteshauses“ – der „Christus-Kathedrale“ – in Karlsruhe (finanziert durch Spendengelder) –  zu dem u.a. „Marmor aus Jerusalem“ verwendet wurde – hat sich dieser Mann ein beeindruckendes Denkmal errichtet. Einer der ehemaligen „Ältesten“ des Karlsruher Werkes, Kurt Quadflieg, enthüllte später (nach seinem Ausstieg aus diesem Werk), dass etliche der dokumentierten „Wunderheilungen“ in den Rundbriefen gefälscht waren. Siehe dazu das Buch von Kurt Quadflieg: „… und sie werden viele verführen“. Dieser Autor war auch der „Ghostwriter“ von Siegfried Müller und schrieb mehrere der Bücher, die unter dem Namen „Siegfried Müller“ erschienen. Das Werk „Weg zur Freude“ wird inzwischen von Daniel Müller, dem Sohn von Siegfried Müller, weitergeführt. „Der Weg zur Freude“ ist pfingstlerisch-charismatisch geprägt und verkündigt im Verein mit anderen Verirrungen eine extremistische Heilungslehre – siehe dazu mein Buch Joachim Hübel: "Krankheit und Heilung - und die Erlösung des Leibes".

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Homuth lästerte über jene, die zum Vergnügen Fernsehen schauten oder Illustrierte und Romane lasen. Das alled hatte er nicht nötig, denn seine „Unterhaltung“ bestand darin, Skandalen in der Christenheit nachzuspüren und diese dann in seinen GLAUBENS-Nachrichten breitzutreten. Sein Lebenselexier bestand darin, zu provozieren und den Lesern die „Wahrheit“ um die Ohren zu schlagen; ob das nun irgendjemandem nützte, spielte dabei keine Rolle. Homuth fand seine geheime „böse Lust“ (vgl. Kol 3,5) darin, über die Perversitäten anderer Christen zu recherchieren: „Ich kenne »gläubige« Eheleute, die treiben perverse [sexuelle] Praktiken, sogar mit dem Mund usw. bis sie die Maul- und Klauenseuche kriegen! Bitte erspart mir Näheres. Es ist himmelschreiend, welch finsteres Heidentum in den Schlafzimmern auch von sog. entschiedenen Predigern herrscht! Wir entwickeln uns alle in eine bestimmte Richtung. Die einen werden immer reiner und den Engeln gleich, andere jedoch werden immer viehhafter und säuischer.“ (N.Homuth GN 10/1987) – Seine Ausführungen lassen darauf schließen, dass ihm „Näheres“ bekannt war. Wenn man unter dem Deckmantel „Enthüllungs-Journalismus“ derartigen Abartigkeiten nachforscht, dann braucht man natürlich weder Fernsehen noch Illustrierte oder sonstige Unterhaltungs-Medien. (Die Wirklichkeit ist oft aufregender als die Fiktion!) – Es ist „himmelschreiend“, wenn sich jemand wie Homuth mit einer gescheiterten Ehe über solche Dinge in abfälliger Weise auslässt.

Doch Homuth wurde dann selbst eiskalt von der Wirklichkeit erwischte: Ehescheidung, Anklage, Prozess, Verurteilung wegen antisemitischer Volksverhetzung – und schließlich 2005 die ärztliche Diagnose „Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadium“. (Ja, die Wirklichkeit ist oft aufregender als die Fiktion!)

Homuth schrieb zu seiner Erkrankung:

Als ich im Jahre 2005 an Magenkrebs erkrankte und der Onkologe nach der Operation bei der Entlassung sagte: „Herr Homuth, der Krebs wird zurückkommen, spätestens nach 3 Jahren; denn er hat schon in die Lymphknoten ge­streut. Geh‘n Sie jetzt nach Hause und machen Sie sich das Leben noch möglichst schön“. Zu Hause sag­te ich zum HERRN: „Also wenn Du mich, der ich Dir nun seit mehr als 30 Jahren diene, so elend umkom­men lässt, dann lege ich hiermit die Arbeit nieder:“ Doch es dauerte nicht lange, bis ich die richtige Glau­bensstellung gefunden hatte und dann zum HERRN sagte: „Auch wenn mich, o Herr, der Krebs regelrecht zerfressen sollte, ich gelobe Dir unverbrüchliche Treue, blinde Gefolgschaft, grenzenloses Vertrauen.“ Das war im Jahre 2005. Heute schreiben wir das Jahr 2012 und ich lebe immer noch. Den rechten Glauben lernt man oft erst im Feuerofen des Elends. Die drei Männer im Feuerofen hatten ihn schon vorher. Sie sagten dem König Nebukadnezar „Unser Gott, dem wir dienen, kann uns erretten aus dem glühenden Ofen und aus deiner Hände, o König. Aber auch wenn er es nicht tun will, sollst du dennoch wissen, dass wir deinem Gott nicht annehmen“ (Dan 3,17). Echter Glaube ist, wenn man trotzdem glaubt. ¢ [H.Homuth: „Herausforderung an eine verweltlichte Christenheit“ Band 4, S. 79-82]

Meines Wissens wurde Homuth bei besagter Operation entweder ein großer Teil des Magens – möglicherweise sogar der ganze Magen – entfernt. Doch dann hat er immerhin noch 18 Jahre weitergelebt und -gewirkt. In dieser Zeit arbeitete er u.a. auch daran, die wesentlichsten seiner Beiträge in den GLAUBENS-Nachrichten in drei Folgebänden von „Herausforderung an die verweltlichte Christenheit“ zu dokumentieren (und als kostbaren Kulturschatz für die Nachwelt zu fixieren?). Und im letzten Lebensjahr – kurz vor seinem Tod – gab er die 7. Auflage seines Büchleins „Was lehrt die Bibel über Tod und Auferstehung?“ heraus (Erstauflage 1997). Darin leugnet er in dreister Weise die biblische Lehre von der „Erlösung des Leibes“ (Röm 8,23-25;  Phil 3,21;  1.Kor 15,35-55). In seiner Leibfeindlichkeit vertrat Homuth eine gnostisch-dualistisch geprägte Fehlinterpretation von Gal 5,16.17;  Röm 7,14-25; 8,6.10, dass der Leib seit dem Sündenfall etwas Minderwertiges und Böses sei, voller sündiger Begierden, und daher zum endgültigen Verderben bestimmt. Bei der Auferstehung bzw. bei der Entrückung würden die geheiligten Gläubigen mit einem ganz neuen geistlichen Leib bekleidet werden, der in keiner Beziehung zum alten, sündigen Leib stünde. Mit diesere Anschauung ist er sogar bei seinen Anhängern angeeggt. Denn mit seiner Auffassung hat er ganz eindeutig der neutestamentlichen Lehre und Anthropologie widersprochen, die eine Verwandlung (nicht eine Ablegung) des irdischen Leibes lehrt:

„Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“ (Phil 3,20.21)

„Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können, auch die Vergänglichkeit nicht die Unvergänglichkeit erbt. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen.“ (1.Kor 15,50-53)

„Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft; die Erlösung unseres Leibes. Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet worden. Eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung. Denn wer hofft, was er sieht? Wenn wir aber das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir mit Ausharren.“ (Röm 3,23-25)

Leider hat Norbert Homuth bis zum Ende seines Lebens keine Einsicht gezeigt. Er hat keine einzige seiner Lehren und Positionen widerrufen. (Lediglich in der Scheidungs- und Wiederheirats-Frage, hat er sich korrigiert.) Er war vielmehr bis zum Schluss fest davon überzeugt, ein Gottgesandter zu sein.

 

Am 7. Oktober 2023 ist Norbert Homuth dann gestorben. Über die näheren Umstände seines Todes bin ich nicht informiert. Vor seinem Tod litt Homuth zunehmend an Schwäche und Schmerzen. Den GN-Rundbrief für Oktober hatte er noch verfasst. Bis fast zum Schluss war er auf der Straße zum Predigen. Die Beisetzung fand am 16. Oktober auf dem Nürnberger Westfriedhof in der kleinen Gemeinschaft seiner engsten Weggefährten und Mitstreiter statt. Seine geschiedene Frau war nicht anwesend.

Um Näheres zu erfahren, wendete ich mich im Oktober 2023 an einen engen Freund von ihm und bat diesen, mir doch bitte den schriftlichen Nachruf zu besorgen, der bei der Beerdigung verlesen wurde. Doch ich erhielt nur eine ausweichende Antwort. Im März 2024 teilte ich demselben Glaubensbruder mit, dass ich mich nach längerem Abwägen dazu durchgerungen habe, ein Buch über Homuth zu schreiben, in welchem ich dessen Lebenswerk einer kritischen Prüfung und Beurteilung unterziehe. (Ich erachte diese Arbeit sogar als einen Auftrag des Herrn Jesus Christus.) Als ich ihm anbot, mich dabei zu unterstützen, antwortete er mir in einer SMS folgendes: „Wie bitte? Ich glaub ich seh’ nicht richtig! Du willst ein Lebenswerk wie dieses beurteilen und erwartest dabei von mir auch noch Unterstützung??? – Ich würde nicht im Traum daran denken, auch nur eines von beiden zu erwägen! … Für wen hältst du dich!?“ – In einem längeren Brief an ihn beantwortete ich am Schluss diese von ihm gestellte Frage:

„Ja, für wen halte ich mich eigentlich? – Ich halte mich für einen begnadigten Sünder, der aufgrund seiner Bekehrung und seines Glaubens an Jesus Christus zu einem geistlich wiedergeborenen Jünger Jesu geworden ist – und der aufgrund des kostbaren Blutes, das unser Heiland zur Sühne für uns am Kreuz vergossen hat, trotz aller Unvollkommenheit und Schwachheit „in Christus“ zu einem wahren Gerechten und Heiligen geworden ist.

Darüber hinaus halte ich mich aufgrund einer Berufung des Herrn für den Gründer und Betreiber des unabhängigen, überkonfessionellen Exegesa-Bibel-Lehrdienstes, der neben der Vermittlung von guter, biblischer und gesunder Lehre den Auftrag erfüllt, Lehrpositionen, Dienste sowie im geistlichen Dienst stehende Personen am Wort Gottes sorgfältig geistlich zu prüfen  und zu beurteilen – und wenn ich dabei zu dem Urteil gelange, dass diese eine erhebliche Glaubens- und Heilsgefährdung darstellen, mit schlagkräftigen Argumenten zu warnen, zu enttarnen und bloßzustellen „ohne Ansehen der Person“ (1.Joh 4,1;  Offb 2,2;  Lk 21,8;  2.Kor 11,3.4.13-15;  Jak 2,1;  1.Petr 1,17;  Eph 5,10.11;  Röm 16,17;  2.Thess 3,10;  Mt 18,6.7).

An dieser Stelle möchte ich auch dich, lieber Bruder H., warnen und dazu aufrufen, deine Stellung zu Norbert Homuth und seinen unbiblischen Lehren neu zu überdenken und »nicht teilhaftig zu werden an fremden Sünden! – Bewahre dich selbst rein!« (1.Tim 5,22)“

(Ende des meines Briefauszugs)

 

Ich habe meine Antwort deshalb hier abgedruckt, weil manche Leser des hier vorliegenden kritischen Buches über Homuth sicherlich ähnliche Fragen stellen werden: Wer bist du eigentlich!? – besonders jene, die mit Homuth und seinen Lehren und Verschwörungspositionen sympathisieren. Ich verweise außerdem auf mein biographisches Persönlichkeitsprofil Joachim Hübel auf unserer Exegesa-Homepage.

Ausklang des biographischen Streifzugs:

 

Als Ausklang des „Streifzugs durch Homuths Biographie“ bringe ich hier die Titelseite der letzten Ausgabe seiner GLAUBENS-Nachrichten vom Oktober 2023. Was er in diesem Rundbrief von sich gibt, entspricht – einmal abgesehen von einer dezenten Mäßigung im Tonfall – ganz dem Stil, dem Inhalt und dem Niveau der letzten 50 Jahre.

Bei dieser letzten GN fragt man sich einmal mehr: Hätte Norbert Homuth den Platz auf dem Papier nicht besser nutzen können als für die Verbreitung von derart billigem Klatsch aus der christlichen Szene? – etwa für gute Lehre über biblische Worte Gottes, durch welche die Leser in ihrer geistlichen Erkenntnis gefördert und im Glauben erbaut werden? zum Beispiel über folgende Schriftworte:

„Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ (Römer 8,1.2)

In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich gegeben hat in aller Weisheit und Einsicht.“ (Eph 1,7)

„Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2.Kor 5,17)

 

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2.2  Ist bzw. war Norbert Homuth ein echter oder ein falscher Apostel?

 

Die von Gott autorisierten echten Apostel sind „Gottes Mitarbeiter“ (1.Kor 3,9) und „Gesandte (o. Botschafter) an Christi Statt“, die zur Versöhnung mit Gott aufrufen (2.Kor 5,20). Sie verkündigen das schriftgemäße Evangelium und betreuen die von ihnen gegründeten Gemeinden (Apg 14,21-23 > 15,36.41; 16,4.5) bzw. beaufsichtigen diese im Auftrag anderer (= heute über-regionale Aufseher von Gemeindeverbänden). Mit apostolischer Autorität (2.Kor 10,8;  13,10) betreuen sie einerseits die Gläubigen, damit diese zur Mündigkeit und Reife heranwachsen (Eph 4,11-16;  2.Petr 3,18;  Kol 1,10.28;  1.Kor 14,20). Andererseits verherrlichen sie den Herrn Jesus Christus und sein wunderbares Erlösungswerk durch tiefgründige Verkündigung und Lehre (Joh 16,13.14;  1.Kor 2,9-12 > Kol 1,9-23;  Eph 1,3-23;  2,1-10). Sie erklären nicht nur den schriftgemäßen Weg, wie Sünder die Erlösung und die geistliche Wiedergeburt erlangen (= Heilsübermittlung), sondern zeigen den Neubekehrten und Gläubigen auf, welche wunderbare Stellung sie durch ihren Glauben „in Christus“ erlangt haben (Röm 5,17-19;  2.Kor 5,17;  Eph 1,3-14) – siehe dazu die Links: „Erlöstsein in Christus“ und „Hab’ Geduld, Gott ist mit dir noch nicht ganz fertig!“ und „Die zwei Abschnitte der Erlösung“. Der wahre Aposteldienst ist ein „Dienst der Herrlichkeit“ im Heiligen Geist und im lebendigen Wort Gottes (2.Kor 3,5-9.17.18). Natürlich weisen sie auch auf Missstände hin (z.B. 1.Kor 1,10-13;  11,17-33;  2.Kor 11, Gal 3,1-14;  5,1-10) und nennen Sünde beim Namen (1.Kor 5,1-13; 6,1-11;  Eph 5,17-21). Doch dabei bleiben sie nicht stehen, sondern bieten Hilfestellung an zur Überwindung derselbigen. Sie zeigen auf, wie Sünde in der Kraft des Heiligen Geistes überwunden wird (Gal 5,16.17.25;  6,1-11;  Röm 8,12-17). Von Gott „gesetzte“ wahre Apostel (Eph 4,11) haben ihren festen, abgesteckten Wirkungskreis (2.Kor 10,15.16) für den sie verantwortlich sind (1.Kor 4,1-6;  Lk 12,42). Ein Apostel darf sich nicht in fremde Wirkungskreise und „in fremde Angelegenheiten einmischen“ (1.Petr 4,15). Sie werden einmal dafür zur Rechenschaft gezogen, ob sie in ihrem anvertrauten Wirkungskreis auf den „Grund, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1.Kor 3,11 – vgl. Röm 15,20), in rechter Weise aufgebaut haben. Paulus schrieb dazu:

„Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus, der andere aber: Ich des Apollos – seid ihr nicht menschlich? Was ist denn Apollos? Und was ist Paulus? Diener, durch die ihr gläubig geworden seid, und zwar wie der Herr einem jeden gegeben hat. Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben. So ist weder der da pflanzt etwas noch der da begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt. Der aber pflanzt und der begießt, sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit. Denn Gottes Mitarbeiter sind wir [= die Apostel]; Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr [= die Gemeindeglieder]. Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen. Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird [sofern er im lebendigen, schriftgemäßen Glauben erfunden wird] gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. (1.Kor 3,4-17 – vgl. 1.Kor 15,1.2;  2.Kor 11,3-4.13-15;  Gal 1,6-10)

Und noch etwas zeichnet die wahren Apostel aus: sie haben einen geheiligten, gediegenen und bevollmächtigten Sprachstil; keine unflätige Beschimpfung und kein „faules Wort“ kommt aus ihrem Munde, „sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe“ (Eph 4,29). Denn sie reden ja im Auftrag des Allmächtigen und des Herrn Jesus Christus. Von letzterem heißt es: „Er wird nicht schreien und die Stimme nicht (wütend) erheben und seine Stimme nicht hören lassen auf der Straße.“ (Jes 42,2) Ebenso wenig soll von wahren Aposteln wutentbranntes Geschrei auf der Straße zu hören sein, mit welchem sie andere im Streit lästern, schmähen und mutwillig provozieren. Der Apostel Jakobus warnte: „Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst (o. Gottesverehrung bzw. Dienst für Gott) ist vergeblich.“ (Jak 1,26)

Es gibt eine ganze Reihe von Indikatoren (Anzeigern), die offenbaren, „wessen Geistes Kind“ (Lk 9,55.56) jemand ist, der im Namen des Herrn auftritt:

1. Welche Stellung nimmt der Betreffende zur realen Gemeinde Jesu ein?

2. Welchen Stellung bezieht er zum Volk Israel?

3. Wie geht er mit dem Wort Gottes (Bibel) um?

4. Wie lautet die zentrale Botschaft des Evangeliums, das er verkündigt?

5. Wie ist sein Auftreten und sein Sprachstil?

6. Wie sieht seine Ehe- und Familiensituation aus?

Jesus erklärte: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“ (Mt 7,16) Das gilt sowohl für falsche als auch für echte Propheten, Apostel, Evangelisten, Pastoren, Lehrer (Eph 4,11) und sonstige geistlichen Leiter. (Bei allen sechs Punkten kommt Norbert Homuth schlecht weg.)

Die falschen, selbsternannten Apostel (Offb 2,2;  2.Kor 11,3.4.5.15.16.20) bringen nicht nur falsche Lehren und ein „anderes Evangelium“ (Gal 1,6-10; 5,10). Sie sind vor allem große „Moral-Apostel“, wie Norbert Homuth. Sie vertreten zwar ebenfalls die uneingeschränkte Inspiration und Gültigkeit der Bibel, aber sie verkündigen den tötenden bzw. den toten „Buchstaben“ der Heilige Schrift und üben dadurch quasi einen „Dienst der Verdammnis“ aus (2.Kor 3,6.7.9). Für sie ist die Bibel in erster Linie ein Gesetzes-Kodex, eine Verbots- und Gebots-Sammlung, vor allem aber ein Strafgesetzbuch, in dem aufgezeigt wird, was denen blüht, die sich nicht akribisch genau an alle Vorschriften halten – vor allem auch an die kleineren (denn wahrer Gehorsam zeigt sich ja im Kleinen! Oder? – siehe dazu Mt 23,24;  7,3-5;  1.Joh 5,16.17). Moral-Apostel reduzieren den christlichen Glauben vorwiegend auf Regel und Anordnungen, auf Verbote und auf Gebote: „Du sollst nicht …, du darfst nicht …, du musst!“ In dieser Weise mutet(e) Homuth eher wie ein anachronistischer alttestamentlicher Gerichtsprophet an, der meinte folgenden Auftrag erhalten zu haben: „Rufe aus voller Kehle, halte nicht zurück! Erhebe deine Stimme wie ein Horn und verkünde meinem Volk sein Vergehen und dem Haus Jakob seine Sünden!“ (Jes 58,1 – vgl. Hes 3,17-21;  33,7-9) Sein Fokus war darauf gerichtet, die Sünde beim Namen zu nennen, den Gläubigen und Ungläubigen „die Hölle heiß zu machen“ und sie zur radikalen „Buße“ (= reuige Abkehr von der Sünde) aufzurufen. Bei Homuth vermissen wir die sorgfältige Darstellung lehrmäßiger Zusammenhänge über das Erlösungswerk Jesu Christi, über den schriftgemäßen Verlauf des Heilsempfangs (Heilstranfer), über den Vorgang der geistlichen Wiedergeburt und über den Unterschied zwischen der Stellung des Erlösten „in Christus“ und seinem Zustand (Röm 5,17-20) (siehe dazu den Link „Erlöstsein in Christus“) – und viele andere essentielle Dinge.

Moral-Apostel fordern andere primär dazu auf, Dinge zu tun bzw. zu lassen, um einem bestimmten Verhaltenskodex zu entsprechen, ohne ihnen jedoch zeigen zu können, wie man zu einem veränderten, neuen Herzen kommt – zu einem Herzen, in dem die Herrlichkeit, die Liebe und die Heiligkeit Gottes wohnt (Eph 3,16-19;  4,24;  1.Kor 1,30). Denn Moral-Apostel verkehren Ursache und Wirkung: sie animieren die Sünder dazu, die Sünde zu hassen und das „Fleisch“ in der eigenen seelischen Kraft des „Fleisches“ (= Askese) zu überwinden, damit sie „würdig“ genug werden, dass der Heilige Geist Gottes in ihr Herz einziehen und sie erfüllen kann. Das aber entspricht der antiken Irrlehre des Pelagius (Pelagianismus aus dem 4./5. Jh.). Dieser leugnete die Realität der Erbsünde (Röm 5,12.13.18.19) und der innewohnenden sündigen Wesensnatur (Röm 7,14-24). Pelagius und seine Anhänger waren der Auffassung, dass der Mensch durch guten Willen und durch die moralische Kraft seiner Seele durchaus dazu fähig sei, die Sünde ohne Erlösung zu überwinden und ein reines, tugendhaftes Leben zu führen.

Bei der wahren Nachfolge Christi geht es aber nicht in erster Linie darum, unser Verhalten zu ändern und einem christlichen Verhaltens-Kodex anzupassen. Es geht vielmehr um eine tiefe, geistliche Wesensveränderung – um ein verändertes, geistlich auferwecktes, „neues Herz“ (Hes 11,19.20;  36,26-28;  Jer 31,31-33;  Hebr 8,8-12;  10,16-18;  2.Kor 5,17;  Eph 2,10) vermittels der geistlichen Wiedergeburt (Joh 3,3.5-8;  Tit 3,4-7;  2.Kor 5,17). Der Herzensveränderung folgt zwangsläufig dann auch eine Verhaltensänderung: „So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen.“ (Mt 7,17) „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, inwendig aber sind sie voller Raub und Unenthaltsamkeit. Blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Inwendige des Bechers, damit auch sein Auswendiges rein werde.“ (Mt 23,25.26) Im Neuen Bund geht es nicht in erster Linie um Verhaltensänderung, sondern um eine metanoia-Herzens- und Gesinnungsänderung (Hes 11,19.20; 36,25-28.31; Jer 31,33;  Hebr 10,16.17), durch die wir Gott und seinen Christus Jesus wahrhaftig erkennen (Joh 17,3;  Eph 1,17), IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh 4,23.24) und seine Liebe aus einem erweckten, erneuerten Herzen erwidern:

„Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Hierin ist die Liebe bei uns vollendet worden, dass wir Freimütigkeit haben am Tag des Gerichts, denn wie er ist, sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat es mit Strafe zu tun. Wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. (Joh 3,15-19 vgl. Röm 5,5)

Der lebendige Glaube und die Erkenntnis Gottes und seiner unbegreiflichen Liebe führen notwendigerweise auch zu einer radikalen Verhaltensänderung und zu einem geistlichen Lebensstil, der von der Liebe und Heiligkeit der Wesensnatur Gottes geprägt ist (2.Petr 1,4;  1.Joh 3,9). Zur Herzensänderung gehört natürlich auch das Halten der Gebote Gottes: Joh 14,15.21; 15,9-17;  1.Joh 2,3-7;  5,1-3; jedoch nicht in eigener Kraft, sondern in der Kraft des Heiligen Geistes (Gal 5,16.17;  Röm 6,1-4.11.13). – Alles andere ist kraftlose „Religiosität“ (Gal 5,6; 2.Tim 3,5), Werkgerechtigkeit und letztendlich der Versuch der Selbsterlösung. Kurzum: ein Pharisäertum, das zum Himmel stinkt. Das „Moral-Evangelium“ der Moral-Apostel führt zur Verdammnis, weil niemand den hochgestochenen Anspruch aus eigener Kraft erfüllen kann. Seit Menschengedenken wird Moral gepredigt: Regeln, wie Menschen sich idealerweise verhalten sollen. Doch niemand konnte ihnen zeigen, wie man es schaffen kann, diese hehren Ansprüche in aller Konsequenz zu verwirklichen, ohne scheinheilig und heuchlerisch zu werden. Denn Moral bleibt stets bei äußerer Konditionierung (Dressur) stehen und kann das Herz des Menschen nicht verändern. Das echte, biblische Evangelium ist keine „Moralpredigt“, sondern eine Proklamation der Erlösung durch Jesu Christi! Und es gibt nur eine einzige „enge Pforte“, um zu einer wirksamen Erlösung und Herzensänderung zu gelangen: die bewusste Umkehr (Hinwendung) zu Gott und der Glaube an das echte Evangelium Jesu Christi (Mk 1,14.15;  Apr 2,38;  3,19;  4,12;  17,30.31;  Tit 3,4-7;  Eph 1,13;  Röm 1,16.17;  10-8-17). Wahre „Buße“ besteht nicht in erster Linie aus einem verbalen Sündenbekenntnis und dem anschließenden Ablegen von der Sünde – wie das häufig in irriger Weise gelehrt wird – auch von Homuth! –, sondern aus einer Umkehr (gesinnungsmäßigen Kehrtwende) und glaubensmäßige Hinwendung zu Gott und Jesus Christus! Erst nach der geistlichen Widergeburt kann der Erlöste damit beginnen, die Sünde in der Kraft des Heiligen Geistes abzulegen und die Frucht des Geistes hervorzubringen! Erst nach der Elösung beginnt der lange „schmale Weg“ der Heiligung (Mt 7,13.14). Moral-Apostel haben von diesen Zusammenhängen scheinbar nichts begriffen.

Interessanterweise geht es den Moral-Apostel oftmals um eine kleinkarierte Gebotserfüllung. In dieser Weise verkündigte Homuth jahrelang massiv, dass es Frauen verboten sei, Hosen (Homuth: „Schinkenbeutel“) zu tragen, weil in der Bibel im Gesetz Moses geschrieben steht: Männerzeug darf nicht auf einer Frau sein, und ein Mann darf nicht das Gewand einer Frau anziehen. Denn jeder, der dieses tut, ist ein Gräuel für den HERRN, deinen Gott.“ (5.Mo 22,5) Doch in einer Anfrage an Homuth, warum Christen den biblischen Sabbat durch den Sonntag ersetzt haben, antwortete dieser, dass der Alte Bund und sein Gesetz (Thorá) heute (für Christen) keine Rechtskraft mehr haben und dass nicht nur das Gebot der Sabbat-Heiligung, sondern auch die anderen neun Gebote des Dekalogs (Zehngebots) im Neuen Bund nicht mehr gelten (GN 6/2017). – Das ist doch sehr seltsam: laut Homuth haben das ganze Mosaische Gesetz und die Zehn Gebote (die der HERR mit eigenem Finger auf Steintafeln schrieb! – siehe 2.Mo 25,21;  31,18;  Hebr 9,4) für Christen heute „keine Rechtskraft mehr“, doch das Verbot des Tragens von Männerkleidung bei Frauen (bzw. des Tragens von Frauenkleidung bei Männer) sei weiterhin rechtsgültig, und ein Verstoß dagegen stelle für Gott ein Gräuel dar! – Nebenbei bemerkt: in der Zeit des Alten Testaments waren Hosen gar kein „Männerzeug“ – denn die gab es damals in der heutigen Form noch gar nicht –, und in der heutigen Zeit sind Hosen ebenso wenig „Männerzeug“ – denn heute tragen Männer, Frauen und Kinder alle Hosen. Das besagte mosaische Verbot betrifft also in keiner Weise die modernen Hosen! In dieser Hinsicht hat Homuth mit seinen unhaltbaren Ansagen viel Wind um Nichts gemacht (vgl. Hos 8,7). Mit der Erklärung, dass das Mosaische Gesetz „keine Rechtkraft mehr habe“, hat er sich in einen gefährlichen Widerspruch zur Erklärung Jesu Christi begeben – siehe Mt 5,17-20. [Mehr dazu im 6. Kapitel „Homuth und das Mosaische Gesetz“. Dort gehe ich auch auf die Frage ein, ob das Gebot der Sabbat-Heiligung – im Dekalog das 4. Gebot – im Neuen Bund wirklich aufgehoben bzw. durch ein Gebot der Sonntagsruhe ersetzt wurde.]

Auch durch andere Verhaltensweisen werden falsche Apostel entlarvt: ihr oftmals unflätiger, lästerlicher Sprachstil sowie ihre Einmischung in fremde Angelegenheiten. Sie stehen über allem und fühlen sich als besonders bevollmächtigte Super-Apostel dazu berechtigt, in fremde Ämter zu greifen und maßen sich eine allumfassende Kompetenz (Zuständigkeit) an, die sich auch auf die Wirkungskreise anderer Reichgottesarbeiter erstreckt.

Wie viel Zank und Hader ist aus den Betreibungen Norbert Homuths entstanden. Nach neutestamentlichem Anspruch hätte er in einer Gemeinde nicht einmal ein Amt als Ältester oder als Diakon bekleiden dürfen, weil er nicht fähig war, dem eigenen Haus gut vorzustehen (1.Tim 3,2-13). Geschweige denn hätte er das Amt eines Apostels bekleiden dürfen, dass er sich in seiner Vermessenheit (faktisch) anmaßte.

Homuth hat sich nicht nur, „in fremde Angelegenheiten eingemischt“ (1.Petr 4,15), er war dazu auch noch ein „Lästerer“ (griech.: loidoros) – gemäß der etymologischen Begriffsdefinition ist das jemand, der andere ständig angreift, beschimpft und schlecht macht. Die von Homuth erhobenen Vorwürfe, auf die er seine Lästereien aufbaute, waren oftmals an den Haaren herbeigezogen und überzeichnet. Vielfach standen sie auf den tönernen Füßen der Verdrehung von Tatsachen und Bibelaussagen. – Wie man mit Lästerern zu verfahren hat, das steht in 1.Kor 5,11 und im Röm 16,17. – Übrigens werden auch Lästerer (griech.: loidoros) „das Reich Gottes nicht erben“ (1.Kor 6,9.10) – Wie bereits erwähnt: Ich verurteile Norbert Homuth nicht, aber ich wage es, ihn in aller Freimütigkeit geistlich am Wort Gottes zu prüfen und zu beurteilen! – Er selbst hatte ja keine Skrupel, andere zu prüfen, zu beurteilen, zu schmähen, zu beschimpfen und öffentlich in den GN bloßzustellen. Nun steht er selbst mit seiner Ehe und seinen Betreibungen auf dem Prüfstand.

Über seinen unflätigen Sprachstil und seine üblen Unterstellungen hinaus hat Norbert Homuth eine ganze Palette von Irrlehren vertreten – angefangen von seiner gnostisch-dualistischen  Leibfeindlichkeit (ehelicher Verkehr sei allein zum Kinderzeugen da), über die Leugnung der leiblichen Auferstehung, über die Pflicht zur Gewährung bedingungsloser Vergebung (also auch dann, wenn Übeltäter keine Einsicht und Reue zeigen), über seinen Antisemitismus aufgrund seiner Position der Reduktionslehre (Israel sei jetzt vollständig von Gott verworfen und durch die Gemeinde Jesu ersetzt worden) bis hin zu einer verkehrten Heiligungslehre („Heilig ist, wer heilig lebt!“) und zur Vermittlung einer einseitigen, falschen, düsteren, angstgeprägten Gottesvorstellung (die selbst entschieden Gläubige in Angst und Schrecken versetzte und abstieß), was wiederum zu falschen Evangelisationsmethoden führte (Homuth-Zitat: „Frohbotschaft ist immer auch Drohbotschaft – man muss den Leuten erst einmal richtig die Hölle heiß machen, damit sie Angst bekommen und sich bekehren - denn aus Liebe zu Gott hat sich noch keiner bekehrt!“) und bis hin zur fruchtlosen Verbreitung einer  hochspektakulären Weltverschwörungslehre (die den Blick vom Triumph und der Herrschaft Jesu Christi ablenkt hin zu einer quasi-verherrlichenden Darstellung der Werke des Feindes) und einer verkehrten Lehre über Ehescheidung und Wiederheirat, durch die er jahrzehntelang vielen Geschwistern ein untragbares Joch auf den Hals gedrückt hat - und Geschiedenen bei einer Wiederheirat als vermeintliche Ehebrecher „die Hölle heiß gemacht hat“ – später hatte er diese Lehre dann revidiert und wetterte mit einem Mal ebenso vehement gegen jene Irrlehrer, die es wagten „unschuldig Geschiedenen“ generell die Wiederheirat zu verwehren – siehe dazu die Broschüre von Homuth „Was lehrt die Bibel über Scheidung und Wiederheirat“ (2003) – das war doch nicht zu fassen!

Aber Homuth vertrat nicht nur eine ganze Reihe falscher Lehrpositionen. Mindestens ebenso schwerwiegend ist das, was er nicht lehrte, was er verschwieg. Wir stellen bei Homuth einen bedauerlichen Mangel an systematischer Lehre über die grundlegenden, essenziellen Elemente der neutestamentlichen Glaubenslehre fest. Dieser Mann war im Wesentlichen wenig mehr als ein notorischer Moral-Apostel, ein Hyperkritiker und ein Alles-schlecht-macher. [Siehe dazu im Vergleich das reichhaltige Angebot unseres Exegesa-Bibel-Lehrdienstes und den Link Lehr-Grundlage.]

Seit ich 1976 zum ersten Mal eine Ausgabe der GLAUBENS-Nachrichten in Händen hielt, habe ich 47 Jahre lang die Aktivitäten von Norbert Homuth beobachte. Über viele Jahre habe ich die GLAUBENS-Nachrichten bezogen und seine Bücher gelesen. Ich habe mich intensiv mit seinen Darstellungen und Lehraussagen beschäftigt und Homuth auch persönlich kennen gelernt. Bei der Prüfung und Beurteilung seiner Person und seines Lebenswerkes habe ich es mir nicht leicht gemacht. Ich habe im Gebet um geistliches Verständnis und um ein rechtes Urteil gerungen. Dabei bin ich zu dem Ergebnis gelang, dass Norbert Homuth aufgrund der hier eingehend beschriebenen Gründe nicht die erforderlichen Voraussetzungen und Eigenschaften besaß, die ihn für das Amt eines Gemeindeleiters (Pastor) oder eines Apostels qualifizieren, ebenso wenig für das Amt eines Evangelisten oder Propheten. Diesbezügliche von ihm erhobene Ansprüche beruhten meiner Einschätzung nach auf einer fatalen Selbsttäuschung – wenn nicht gar auf einer Täuschung durch einen religiösen Geist des Widersachers (Teufel). – Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass meine Einschätzung weder ein Richten noch eine Verurteilung ist, sondern eine Prüfung und eine Beurteilung. Wir Gläubigen werden durch das biblische Wort Gottes ausdrücklich zu solchen Prüfungen und geistlichen Beurteilungen aufgerufen (1.Joh 4,1;  Eph 5,8-11;  1.Kor 2,12-15;  5,12.13;  2.Kor 11,2-4.13-15;  1.Thess 5,19-22;  Offb 2,2;  Mt 7,15.16.21-23;  24,3.4.11.24). 

Das letzte Urteil wird der Herr Jesus Christus diesem Manne sprechen. Denn der Herr ist es, „der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbaren wird!“ (1.Kor 4,5 – vgl. 2.Kor 5,10) Dann wird sich zeigen, ob das Lebenswerk und Vermächtnis, das Norbert Homuth nach 50 Jahren mühevoller Arbeit hinterlassen hat, mehr geboten hat als nur Holz, Heu und Stroh, das am Tag des Herrn lichterloh in Flammen aufgehen wird. Den entsprechenden Text des Wortes Gottes sollten Pastoren und im apostolischen Dienst stehende Personen auswendig lernen. Deshalb zitiere ich ihn hier noch einmal:

„… jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit. Denn Gottes Mitarbeiter sind wir [= die Apostel]; Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr [= die Gemeindeglieder]. Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen. Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird [sofern er im lebendigen, schriftgemäßen Glauben erfunden wird] gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. (1.Kor 3,4-17 – vgl. 1.Kor 15,1.2;  2.Kor 11,3-4.13-15;  Gal 1,6-10)

 

Wir müssen uns in allem Ernst die Frage stellen: Enthält der unten angeführte, kurze Einblick, den Norbert Homuth dem Leser in seinen GLAUBENS-Nachrichten 1982 gewährte, einen verborgenen Hinweis auf sein Lebenswerk – und auch eine mögliche Antwort zur Frage in der Kapitelüberschrift (ob er ein echter oder ein falscher Apostel war)? – Homuth beschrieb die Vision seines (vermeintlichen) von Gott empfangenen Auftrags als eine Wagenladung mit Holz, die er als kleines Schäflein unermüdlich vorwärts zog. – Doch war es wirklich der HERR, der ihm die Bürde des besagten Auftrags auferlegte? 

Wohlgemerkt, es steht hier nicht zur Debatte, ob Norbert Homuth gläubig und gerettet ist/war. Dieses Urteil wird allein Jesus Christus über diesen Mann fällen. Homuth war ohne Zweifel irgendwie „gläubig“; doch ob er den „rettenden Glauben“ an das schriftgemäße Evangelium und an den biblischen Herrn Jesus Christus hatte oder ob er vielmehr auf seine asketische „Heiligung“ und „Entsagung aller fleischlichen Begierden“ vertraute, das wir der Herr beurteilen. – Im vorliegenden Buch geht es primär darum, ob Homuth als echter Apostel und Gesandter Gottes anzuerkennen ist. – Nach gründlicher Prüfung seines Lebenswerkes und seiner Schriften muss das verneint werden.

 

Ich könnte mir gut vorstellen,

dass Norbert Homuth in seinem Testament

letztwillig ein besonderes Epitaph (Inschrift)

für seinen Grabstein verfügt hat;

 

etwa in dieser Art:

Der oben komplett aufgeführte Text und zwei weitere Kapitel stehen im Download-Dokument zur Verfügung:

Kap. 3. Rückkehr zur ganzheitlichen Gotteserkenntnis – die zwei Seiten Gottes

Kap. 4. Homuth und seine Arbeitsmethoden: die hohe Kunst des Weglassens und Verdrehens

 

 

Unten im Download-Button steht das kostenlose pfd-Dokument „Norbert Homuth ist tot“ (131 S.; 13,7 MB) zum Herunterladen zur Verfügung:

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Norbert Homuth ist tot - kritischer Nach
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